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Kein Platz für Golf im Nationalpark

11.01.2008 | 20:09 Uhr

Die Grünen und Golf - das scheint immer noch nicht so recht zusammen zu passen. Auch wenn sich das einst elitäre Spiel mit den 18 Löchern beinahe zum Breitensport gewandelt hat, so betrachtet die Öko-Partei Golf immer noch sozusagen als - Pardon! ...

... -Handicap.

"Kein Golfplatz mitten im Nationalpark Eifel!", titelten die Landtags-Grünen dieser Tage eine Pressemitteilung. Selbst die von örtlichen Tourismus-Planern ins Spiel gebrachte Variante einer abgespeckten Version mit nur neun Löchern sei nicht "nationalparkverträglich", heißt es da. Die Landesregierung müsse diesen "Unsinn" sofort stoppen.

Die Idee des Golfplatzes ist nicht der erste Vorschlag zur Nutzung eines Geländes, das für Politiker wie Planer ein schwieriges Erbe darstellt. Herzstück des Nationalparks ist die einstige "Ordensburg" Vogelsang. Erbaut 1934, nutzten die Nationalsozialisten den etwa einhundert Hektar großen Komplex als Schulungseinrichtung. Hier sollten die angehenden Führungskräfte der NSDAP auf die menschenverachtende NS-Ideologie eingeschworen werden. Ein Golfplatz, so die Sorge der Grünen, werde "der Geschichte des Ortes nicht gerecht".

Dies sieht auch Christa Thoben so. "Wir wollen eine touristisch bedeutsame Zukunft für die Anlage", betont Thoben, die als Wirtschaftsministerin in der Landesregierung für das Projekt zuständig ist, "ohne die furchtbare Vergangenheit zu leugnen." Dafür stünden in den nächsten Jahren insgesamt gut 27 Millionen Euro von Bund, Land und aus der Region bereit.

Das Interesse an der Anlage ist enorm. Seit Anfang 2006, als das über Jahrzehnte von der belgischen Armee genutzte Areal wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, haben rund 300 000 Menschen Vogelsang besucht. Jeder Vierte kam aus dem Ausland.

Ihnen will das Land künftig mehr bieten als bislang. Eine Jugendherberge ist geplant, möglicherweise auch ein Hotel. Für den Herbst ist die Öffnung des sanierten Schwimmbades ins Auge gefasst und im Kinosaal aus den 50er Jahren könnten bald wieder Filme laufen.

Darüber hinaus plant das Land in dem "touristischen Ankerpunkt" (Thoben) ein Dokumentationszentrum der Nazi-Zeit und der Nachkriegsgeschichte sowie eine regionalgeschichtliche Ausstellung. Auch das Nationalparkzentrum soll hier einmal seinen Sitz finden.

Und was ist nun mit dem Golfplatz? "Solch eine Anlage haben wir nie ernsthaft in Erwägung gezogen", heißt es beim Wirtschaftsministerium. Weder mit 18, noch mit neun Löchern.

Von Walter Bau

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