Kampf gegen Massentierhaltung
29.07.2011 | 16:39 Uhr 2011-07-29T16:39:00+0200
Dortmund/Billerbeck. Der Protest gegen Massentierhaltung wächst. Immer mehr Bürgerinitiativen– vor allem in NRW und in Niedersachsen – mobilisieren gegen den Bau und den Betrieb von Geflügel- und Schweinemastanlagen.
„Es gibt eine Flut von neuen Anträgen, und es gibt eine entsprechende Flut von Widerstand“, sagt Eckehard Niemann, Agrarindustrie-Experte bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Mittlerweile zählen 100 Bürgerinitiativen, Tier- und Umweltschutzverbände und Kirchen zu dem bundesweiten „Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.
Den Bürgern und Politikern sind nicht nur die riesigen Hallen und die Haltungsbedingungen ein Dorn im Auge, sondern sie befürchten auch gesundheitliche Folgen durch die Ausdehnung von multiresistenten Keimen wie dem MRSA-Bakterium. Bestätigt sehen sie sich durch eine Studie der Uni Utrecht. Hiernach sind Anwohner intensiver Geflügel- und Schweine-Tierhaltungsanlagen und Bewohner von Intensiv-Regionen erhöhten Konzentrationen von Feinstaub, spezifischen Mikroorganismen und Endotoxinen ausgesetzt.
„Nach der EHEC-Krise könnte uns die MRSA-Krise drohen“, warnt der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff. Schon jetzt werde das Thema hinter vorgehaltener Hand in den Krankenhäusern im dörflichen Raum beratschlagt. „Und es gibt Experten, die sagen: Wenn wir die Hühnerställe nicht im Griff haben, wird das explodieren“, so Ostendorff bei einem Treffen mit der WR in Billerbeck (Kreis Coesfeld). Auch dort kämpfen Bürger gegen Agrarfabriken mit Geflügelmast und Legehennen.

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