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Image aufpoliert

03.07.2008 | 21:45 Uhr

Der Nokia-Standort Bochum ist dicht - und der weltgrößte Handybauer hat es doch noch geschafft, sein Engagement im Ruhrgebiet mit einigermaßen positiven Schlagzeilen zu beenden. Nokia verpflichtet sich zum Investitionsprogramm "Wachstum für Bochum". ...

... Und hofft, sein ramponiertes Image aufzupolieren.

Auf den ersten Blick klingt alles gut: Der finnische Mobilfunkkonzern soll mit etwa 40 Millionen Euro dazu beitragen, neue Investoren und damit Arbeitsplätze in die Region zu locken. Für das Revier und seinen schwächelnden Arbeitsmarkt ist das viel gutes Geld. Und für Nokia prima Marketing. Der Handy-Weltmarktführer kann diesen Millionenbetrag verschmerzen - angesichts seines Konzerngewinns von 1,22 Milliarden Euro allein im ersten Quartal dieses Jahres.

Zähneknirschen dürfte der Kompromiss bei der Landesregierung auslösen. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) wollte eigentlich, dass Nokia zumindest einen Teil der Subventionen zurückzahlt, die der Handybauer für seine Bochumer Produktion erhalten hat. Dafür kämpfte NRW - öffentlichkeitswirksam. Seit dem Fertigungsstart 1989 bekam Nokia von Bund und Land fast 90 Millionen Euro. Mit Ausnahme des Steinkohlebergbaus, der alten Kernindustrie des Reviers, erhielt keine Firma in NRW mehr.

Der marketing-erfahrene Handybauer ließ sich aber nicht breitschlagen, den teilweisen Gelder-Rückfluß als "Rückzahlung von Subventionen" zu deklarieren. Das wird die Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) - der seinen Spitznamen "Arbeitnehmerführer" gerne hört - ordentlich fuchsen. Die Politik kann nun nicht imagewirksam verkünden, sie habe Nokia in die Knie gezwungen, während den Finnen ein Marketingcoup gelang.

Ist das schlecht? Nein. Denn das Geld kommt den gebeutelten Ex-Nokianern zugute. Sie sind die einzigen, die einen (kleinen) Erfolg wirklich nötig haben.

Von Sabine Brendel

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