HINTERGRUND
12.02.2010 | 13:50 Uhr 2010-02-12T13:50:00+0100INFOS BEI SEMINAR
Drei Jahre lang dauerten die Verhandlungen und Vorbereitungen, um die AB0-inkompatible Lebendspende bei Nierentransplantationen am Uniklinikum Münster einführen zu können. Die Kosten für jedes einzelne Filterverfahren (vier bis fünf sind nötig) betragen jeweils rund 4000 Euro. Sie werden von der Krankenkasse übernommen.
In Schweden liegt der Anteil von Lebendspenden bei Transplantationen bei 50 Prozent, in Deutschland etwa bei 19 Prozent. Als Spender für Lebendspenden kommen laut Transplantationsgesetz nur Verwandte, Ehepartner, Lebensgefährten und sehr nahestehende Personen in Frage.
Die neuen Möglichkeiten der Lebenspende bei Nierentransplantationen sind auch Thema des Arzt-Patienten-Seminars, das am Samstag, 13. Februar, von der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirugie, der Medizinischen Klinik und Poliklinik B, der Medizinischen Klinik und Poliklinik D sowie der Transplantationshepatologie des Universitätsklinikums Münster in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfeorganisationen Bundesverband der Organtransplantierten e. V., TransDia e. V. und Lebertransplantierte e. V. veranstaltet wird.
In verschiedenen Workshops haben die Teilnehmer des Seminars die Möglichkeit, Fragen und Informationen direkt mit Transplantationsexperten des UKM auszutauschen. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung eine Plattform zum Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten. Die Veranstalter rechnen auch in diesem Jahr wieder mit rund 350 Teilnehmern. Das Arzt-Patienten-Seminar findet am Samstag, 13. Februar, von 10 bis 13 Uhr im Schloss der Universität Münster, Schlossplatz 2, 48149 Münster, statt.
Noch nie wurden in Nordrhein-Westfalen so viele Organe transplantiert wie im letzten Jahr. Rund 900 schwerkranke Patienten erhielten 2009 durch ein gespendetes Organ die Chance auf ein zweites Leben, so die Techniker Krankenkasse.
Parallel wuchs auch die Zahl der nordrhein-westfälischen Organspender. Mit 14,5 Spendern pro eine Millionen Einwohner erreichte NRW nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende einen neuen Höchstwert und liegt nur noch knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 14,9 Spendern. Trotzdem müssen jeden Tag drei Menschen sterben, die ein neues Organ brauchen.
Aktuell stehen in NRW mehr als 2 500 Patienten - darunter 46 Kinder und Jugendliche - auf der Warteliste für ein neues Organ. Bundesweit wurden im letzten Jahr 4050 Transplantationen durchgeführt. Rund 12 000 Bundesbürger warten nach Angaben von Eurotransplant, der internationalen Vermittlungsstelle, auf eine Organspende.

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