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Harte Zeiten für alte Möhren und Dieselstinker

03.01.2008 | 22:02 Uhr

Dortmund. Die schlechte Nachricht vorweg: Wenn die Umweltzone für das Revier voraussichtlich am 1. ...

... Oktober dieses Jahres in Kraft tritt, werden einige Verkehrsteilnehmer sich wohl oder übel nach einem neuen Gefährt mit geringeren Abgaswerten umsehen müssen - vorausgesetzt, sie wohnen in einer Umweltzone oder wollen in diese einfahren. Betroffen von Fahrverboten sind nämlich alle Fahrzeuge, denen nach bisheriger Regelung keine Plakette zusteht. Allen anderen wird die Einfahrt nach den bisherigen Planungen weiterhin gestattet sein. Also auch solchen Autos, die nur in den Genuss einer roten oder gelben Plakette kommen. "Von Fahrverboten sind vor allem Fahrzeuge aus den 80er Jahren betroffen", sagt Walter Stork, Leiter der Umweltabteilung bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Genügend Zeit, sich die Plaketten zu besorgen

Eine entsprechende Verschärfung der Regelung sieht der Luftreinhalteplan für das Ruhrgebiet, der bereits Mitte Mai in Kraft treten soll, auch vor. Demnach wären Autos mit einer roten Plakette ab 2010 von einem Fahrverbot in den Revier-Umweltzonen betroffen, hieß es gestern bei der Bezirksregierung in Münster. "Scharf gestellt" sollen die Umweltzonen allerdings erst Anfang Oktober werden. So lange wird sich die Beschilderung der Zonen hinziehen - genügend Zeit für Autobesitzer, sich mit Feinstaubplaketten einzudecken. Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Wie groß werden die Umweltzonen im Revier sein?

Die geplanten Umweltzonen werden zwar großflächig angelegt sein, sich aber nicht über die gesamten Stadtgebiete erstrecken, sondern Schwerpunkte mit besonders hoher Feinstaubbelastung betreffen. In manchen Kommunen kann so allerdings die Hälfte des Stadtgebietes betroffen sein, etwa in Essen oder Mülheim. Insgesamt wird die Umweltzone Ruhr so einen Korridor von zehn mal 50 Kilometer einnehmen.

Wer ist künftig von Fahrverboten betroffen?

Nach den bisherigen Planungen müssen Verkehrsteilnehmer mit alten "Dieselstinkern" und Benzinern ohne geregelten Katalysator größere Umwege in Kauf nehmen oder aber ihr Fahrzeug am Rand der Umweltzone parken. Wer in einer Umweltzone wohnt und diese weiterhin befahren möchte, braucht ein neueres Fahrzeug, das bessere Abgaswerte erzielt.

Welche Maßnahmen planen die Bezirksregierungen darüber hinaus, um die Luft sauberer zu machen?

Laut Johannes Wiedemeier, Leiter des Dezernats Immissionsschutz bei der Bezirksregierung Münster, sind die Fahrverbote nicht die einzigen Maßnahmen. Im Luftreinhalteplan für das Ruhrgebiet sind laut Wiedemeier auch Optimierungen von Ampelphasen, eine vermehrte Umstellung auf Kreisverkehre und eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs vorgesehen. "Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist Stau. Wenn der Verkehr ruht, sind die Belastungen am höchsten", so der Experte.

Welche Möglichkeiten hat der Bürger, auf die politischen Entscheidungen Einfluss zu nehmen?

Wenn die drei Bezirksregierungen Arnsberg, Düsseldorf und Münster ihre Pläne dem NRW-Umweltminister vorgelegt haben und dieser grünes Licht gibt, werden die Pläne veröffentlicht. Dann können Bürger und Interessenverbände Einspruch erheben.

Ausnahmen für sozial Schwache und Behinderte geplant

Bevor der Plan Mitte Mai in Kraft tritt, sollen diese Verbesserungsvorschläge und Einwände mit in die endgültigen Planungen einfließen.

Wird es Ausnahmen und Übergangsfristen geben?

Ausnahmen für bestimmte Gewerbetreibende, aber auch für bestimmte Industriestandorte sind in Arbeit. Für sozial Schwache soll es Übergangsfristen geben. Ausnahmen werden auch für Schwerbehinderte mit Spezialfahrzeugen gelten.

Von Sven Frohwein



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