Fernbeziehung mit Frau Weihnachtsmann
23.12.2008 | 15:06 Uhr 2008-12-23T15:06:00+0100
Rovaniemi. Rund 400 000 Touristen machen sich jährlich auf, um den „echten” Weihnachtsmann zu besuchen. Der wohnt angeblich im finnischen Lappland, gleich in der Nähe vom Polarkreis. Der WR erzählte er aus seinem Leben.
Ob er selbst einmal ein braves Kind war oder auch mal einen mit der Rute gekriegt hat – daran kann (oder will) sich der Weihnachtsmann beim besten Willen nicht erinnern. „Aber ich bin mit Herz und Seele ein gutes Kind”, beteuert er. So wie alle Kinder auf der Welt. „Manchmal verhalten sich Kinder nicht so, wie es die Erwachsenen gerne hätten”, sagt er. „Wenn man sich aber die Ursachen dafür anschaut, findet man meistens Gründe, die den Eltern nicht sehr schmeicheln.”
Natürlich, der Joulupukki, wie er in Finnland heißt, ist eine moralische Instanz. Sein größter Wunsch: dass es alle Kindern auf der Welt gut geht. „Das ist oft eine Frage des politischen Willens”, zeigt er sich kritisch. Der finnische Weihnachtsmann kann sich leider nicht erinnern, ob er schon als Santa Claus zur Welt kam. Einmal hat er angefangen, die Jahre zu zählen. Bei 364 Jahren ist der dann eingeschlafen.
Die Anfänge des Weihnachtsmanndorfes gehen zurück in den Zweiten Weltkrieg, da gingen die ersten Briefe an den Weihnachtsmann in Rovaniemi ein.
Ab 1985 wurden die ersten Gebäude mit dem Weihnachtsmann-Büro und einer Poststelle errichtet. Seitdem wächst das Dorf – und die Besucherzahlen.
Die Zahl der ausländischen Besucher steigt jährlich um ca. sieben Prozent. Deshalb wurde das Weihnachtsmanndorf 2007 für knapp drei Millionen Euro vergrößert.
Ein Gruppenbesuch beim Weihnachtsmann kostet außerhalb der Öffnungszeiten 450 Euro. Für einen Einzelbesuch ohne Anstehen müssen Besucher 200 Euro berappen – ein Foto ist dann immerhin inklusive.
Immerhin weiß der Joulupukki aber noch, wo er herkommt: Er wohnte dem Berg Korvatunturi im Norden Finnlands. Der ist geformt wie ein Ohr, so dass er die Wünsche aller Kinder hören kann. Da der Berg an der russischen Grenze zu weit abgelegen war, wurde kurzerhand Rovaniemi, die Hauptstadt der finnischen Provinz Lappland, zum zweiten Wohnsitz des Weihnachtsmanns erklärt. Seitdem führt er eine Fernbeziehung mit Frau Weihnachtsmann. Die ist lieber im Berg geblieben. Seit den 50er Jahren gibt es das Dorf am Polarkreis – seitdem lassen Touristen dort die Kassen klingeln.
Amtsanmaßung nimmt er gelassen
Die Anfänge des Weihnachtsmanndorfes gehen zurück in den Zweiten Weltkrieg, da gingen die ersten Briefe an den Weihnachtsmann in Rovaniemi ein.
Ab 1985 wurden die ersten Gebäude mit dem Weihnachtsmann-Büro und einer Poststelle errichtet. Seitdem wächst das Dorf – und die Besucherzahlen.
Die Zahl der ausländischen Besucher steigt jährlich um ca. sieben Prozent. Deshalb wurde das Weihnachtsmanndorf 2007 für knapp drei Millionen Euro vergrößert.
Ein Gruppenbesuch beim Weihnachtsmann kostet außerhalb der Öffnungszeiten 450 Euro. Für einen Einzelbesuch ohne Anstehen müssen Besucher 200 Euro berappen – ein Foto ist dann immerhin inklusive.
Während der Ohrenberg für keinen Menschen zu erreichen war, strömen jetzt Hunderttausende in das Weihnachtsmanndorf, darunter knapp 80.000 Deutsche im Jahr. Und wie das finnische Tourismusbüro betont, gibt es tatsächlich nur diesen einen Weihnachtsmann, der 365 Tage im Jahr im Amt ist. Urlaub braucht der Joulupukki nicht, schließlich hat er ja auch keinen Beruf: „Ich bin einfach der Weihnachtsmann”. Verdienen tut er auch nichts, wozu auch, wenn sich unzählige Wichtel um das leibliche Wohl kümmern. Den Reibach machen die rund 50 Souvenirläden, Restaurants und Bäckereien, die sich rund um das Weihnachtsmann-Büro angesiedelt haben.
Der Joulupukki ist der einzig wahre Weihnachtsmann, Zweifler sind unerwünscht. Die Anmerkung, dass auch die Dänen behaupten, der echte Weihnachtsmann wohne auf Grönland, überhört er einfach. Immerhin: Die Amtsanmaßung der tausenden Menschen, die sich jedes Jahr wieder in die rote Kluft werfen, nimmt er gelassen: „Wenn jemand mir helfen will, Kinder glücklich zu machen, kann er das gerne tun.”
Einen Echtheitsbeweis bleibt der Finne der WR schuldig. Aber davon könne sich jeder Mensch gerne selbst bei einem Besuch überzeugen. Und das auch gleich auf einem Foto festhalten – für 28 Euro.
Interview mit dem Weihnachtsmann: Das Wortlaut-Protokoll

11:30
Für die Finnen ist klar, dass Joulupukki der einzig wahre Weihnachtsmann ist. Aber wer nicht zum Polarkreis reisen kann, um Kontakt mit dem Original aufzunehmen, der kann sich auch über das Internet an ihn wenden (über die Homepage der finnischen Post: posti.fi/stamps, letter from santa claus). Dort kann man bis zum 13.12. Grußkarten bestellen. Diese werden direkt vom Weihnachtspostamt in Rovaniemi am Polarkreis in die ganze Welt verschickt.