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Falsche Rücksichten

30.09.2009 | 18:48 Uhr

Die sexuelle Identität eines Menschen ist dessen Privatsache, punkt. Mehr gibt es dazu auch bei einem deutschen Außenminister nicht zu sagen, der seine Homosexualität offen lebt.

So unverkrampft ist der Umgang mit Schwulen nicht überall auf der Welt, und von einer vorurteilsfreien Haltung kann auch im aufgeklärten Europa nicht die Rede sein. In vielen Lebensbereichen ist Homosexualität ein Tabu.

Weil Diskriminierung im deutschen Alltag an der Tagesordnung ist, fordern Hamburg, Bremen und Berlin eine Grundgesetzänderung. Niemand darf, so soll es künftig in der Verfassung stehen, wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden.

Für Homosexuelle in manchen osteuropäischen, asiatischen und arabischen Ländern wirken solche Bekenntnisse wie ferne Utopien. Für sie, die von Strafverfolgung bis hin zur Todesstrafe bedroht sind, wird ein schwuler Minister zum Hoffnungsträger.

Gastgeber, die damit Probleme haben, werden umdenken müssen. Es gibt keinen Anlass, falsche Rücksichten zu nehmen und ihnen die Konfrontation mit den eigenen Vorurteilen zu ersparen.

Petra Kappe

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