"Fairer Wettbewerb so nicht möglich"
21.01.2008 | 19:45 Uhr 2008-01-21T19:45:45+0100Dortmund/Bochum. Der gestern vorgelegte Entwurf für den Luftreinhalteplan Östliches Ruhrgebiet stößt bei Kammern und Verbänden aus Wirtschaft und Handel auf Protest.
"Wir lehnen die Fahrverbote und die jetzt konzipierte Umweltzone strikt ab", sagte Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund. Und sein Bochumer Amtskollege Tillmann Neinhaus kommentierte: "Das ist ein Schlag gegen die gesamte Wirtschaft." Vor allem die Zuliefererverkehre seien von den Fahrverbotszonen betroffen. "Unsere Sorge ist, dass die Wirtschaft, die gerade etwas Fahrt aufgenommen hat, wieder gebremst wird", so Neinhaus. Dass sowohl der Indu-Park in Dortmund als auch der Ruhr-Park in Bochum nicht mit Fahrverboten belegt werden sollen, entspricht zwar der Forderung der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammer Dortmund, bedeutet für sie letztendlich jedoch nur einen schwachen Trost. Neinhaus: "Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und löst nicht das Gesamtproblem, das wir durch eine großflächige Umweltzone haben."
Der Sonderstatus für die großen Einkaufsgebiete verärgert vor allem den Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte: "Im Sinne des Einzelhandels hätten wir gerne einen Wettbewerb von der selben Startposition und nicht die Bevorzugung nur einer Seite", sagte EHV-Sprecher Andreas Peppel. Negative Auswirkungen erwarte er weniger bei den Kundenströmen als im Lieferbereich: "Gerade die kleinen und mittleren Betriebe sind arg gebeutelt, wenn sie den Fuhrpark umstellen müssen. Das sehen wir sehr kritisch."
Der Center-Manager im Bochumer Ruhrpark, Christoph Stoll, sprach von einer "sachorientierten Entscheidung": "Wir können mit der Regelung sehr gut leben, wenn sie denn so kommt." Grundsätzlich kann er der Diskussion um Feinstaub und Fahrverbote aus Sicht des Handels aber kaum Positives abgewinnen: "Fairer Wettbewerb ist so nicht möglich."
Die IHKs kündigten an, weiter Druck auf die Landespolitik zu machen, um das Fahrverbot zu verhindern. Sie schlagen als Alternative Routenkonzepte für Lkw und eine Optimierung der Verkehrsflüsse durch angepasste Ampelschaltung vor.

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