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Experte am Kopfschmerzzentrum: 15 Regeln für Migräniker

05.09.2011 | 07:55 Uhr

Essen. Das Gehirn von Migränikern arbeitet anders: Es verarbeitet die Informationen, die ständig eintreffen, mit viel größerem Tempo als das Gehirn von Nicht-Migränikern. Der Vorteil: Solche Menschen sind in der Lage, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Der Nachteil: Das Gehirn kann nicht abschalten.

Entspannung und ein gleichmäßiger Tagesablauf spielen daher eine große Rolle, wenn es darum geht, die Zahl der Migräne-Attacken zu senken.

Der Psychologe am Westdeutschen Kopfschmerzzentrum in Essen, Dr. Günther Fritsche, empfiehlt die folgenden 15 Regeln:

1. Nehmen Sie an nicht mehr als 10 Tagen im Monat irgendwelche Schmerz- oder Migränemittel ein!

Sonst entsteht ein Medikamenten-Kopfschmerz.

2. Nehmen Sie nur Schmerzmittel mit einem Wirkstoff!

Zum Beispiel SS, Paracetamol, Ibuprofen, Triptane, u.ä.. Medikamente mit mehreren Wirkstoffen (insbesondere mit Koffein) erhöhen das Risiko für einen Medikamenten-Kopfschmerz.

3. Treiben Sie zweimal pro Woche Ausdauersport!

Sport unterstützt die körpereigene Schmerzabwehr.

4. Erlernen Sie ein Entspannungstraining!

Entspannung verringert Stress.

6. Achten Sie auf regelmäßige Schlafzeiten!

Wenn Ihre innere Uhr gestört wird, kann Migräne ausgelöst werden.

6. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten!

Hunger und Blutzuckerabfall sind ein Migränerisiko.

7. Vermeiden Sie einen zu schnellen Wechsel von Hektik zu Entspannung, zum Beispiel am Wochenende!

Migräne ist eine „Erholungsstörung“ – zu rasch von 120 auf 20.

8. Vermeiden Sie Spitzenbelastungen!

Etwa, indem Sie Ihre Handlungen und Anforderungen vorausschauend planen.

9. Kein Multi-Tasking!

Wehren Sie Reizüberflutung ab, indem Sie Prioritäten setzen und sich nicht zu sehr an Außenanforderungen orientieren.

10. Denken Sie nicht immer an die nächste Migräneattacke!

Die Angst vor der nächsten Attacke ist der sicherste Auslöser.

11. Kümmern Sie sich nicht so sehr um die Migräneauslöser!

Trigger sind kaum bewiesen, wirken nicht bei jedem, wirken nur bei einer Attackenbereitschaft, wirken nur in Kombination, lassen sich oft nicht vermeiden.

12. Lassen Sie es nach der Attacke ruhig angehen!

Die in der Attacke „verlorene“ Zeit lässt sich nicht aufholen.

13. Lernen Sie, die eigenen Bedürfnisse mehr in den Vordergrund zu stellen!

Es Anderen Recht zu machen, geht kaum, aber erschöpft rasch.

14. Lernen Sie, Ihre Migräne zu akzeptieren!

Man kann nicht gegen sich selber sein.

15. Leben Sie so glücklich wie möglich!

Dauerbelastungen erhöhen die Migränehäufigkeit.

Katja Sponholz

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