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Giftskandal

Envio stoppt Sanierung von PCB-Gelände

11.08.2010 | 21:54 Uhr
Envio stoppt Sanierung von PCB-Gelände
Die Giftfirma Envio hat die Sanierung des verseuchten Firmengeländes gestoppt. Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.Die Giftfirma Envio hat die Sanierung ihres PCB-verseuchten Firmengeländes gestoppt – als Reaktion auf die ihr vom Land auferlegte Sicherheitsleistung von 1,5 Millionen Euro. Das Unternehmen könne nicht zusätzlich noch die Sanierung zahlen, so Envio-Chef Dr. Dirk Neupert.

Der Schritt nährt Spekulationen über mögliche finanzielle Engpässe des Entsorgers, dessen Produktion seit drei Monaten ruht. Bezirksregierung und Stadt Dortmund hatten die Reinigung der Außenflächen durch Envio angeordnet. Ist Envio finanziell am Ende? Der Stopp der laufenden Sanierung des PCB-verseuchten Außengeländes wirft die Frage nach der Liquidität des Entsorgers auf. Udo Bullerdieck, Sprecher der Stadt Dortmund, mochte sich gestern nicht dazu äußern.

Schon bei der Überwachung der laufenden Arbeiten hatte die Stadt „Verzögerungen bemerkt“. Ursprünglich sollte die Sanierung bereits vor anderthalb Wochen beendet sein. „Doch der Arbeitsaufwand ist weit größer als geglaubt“, sagt Bullerdieck. Stadt und Bezirksregierung treten jetzt in Vorleistung, um das Gelände zu säubern. Wohlgemerkt: nur das Außengelände. Allein dessen Reinigung schlägt fett sechsstellig zu Buche. Danach wären die Hallen und Innenräume an der Reihe, deren Verseuchung bis zum Tausendfachen über den Grenzwerten liegt – auch eine kostspielige Sache. Ob die Behörden das vorgestreckte Geld wiedersehen? Bullerdieck schweigt auch dazu.

Unterdessen gibt es eine neue Hiobsbotschaft. Auch die Kantine der Envio-Nachbarfirma ABP Induction Systems ist mit PCB verseucht. Die Giftkonzentrationen in der von rund 300 Essensgästen pro Woche besuchten Kantine liegen viermal höher als die Grenzwerte für Abfallentsorgung. Küche und Speisesaal sind bis auf Weiteres geschlossen. „Überrascht und betroffen“ äußerte sich ABP-Sprecher Martin Maas. „Wir werden der Sache sehr präzise nachgehen“, sagte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Die hatte das ABP-Umfeld bereits im Juni untersuchen lassen – mit Ausnahme eben jener Kantine. Begründung damals: Dort werde „ja täglich gewischt“.

Klaus Brandt

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Kommentare
12.08.2010
09:40
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von aolarena | #1

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