Entschuldigung für frühere Misshandlung
17.06.2009 | 18:15 Uhr 2009-06-17T18:15:00+0200Wetter. „Mit tiefem Bedauern und großer Betroffenheit” hat sich die Evangelische Stiftung Volmarstein bei ehemaligen Heimkindern für die Zustände im früheren Johanna-Helenen-Heim entschuldigt.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit seien behinderte Kinder auf übelste Art bestraft worden, wobei Mitarbeiter „die Würde und die Achtung vor dem Mitmenschen völlig außer Acht” gelassen hätten.
Vor drei Jahren hatte die Stiftung selbst die Missstände in dem Heim öffentlich gemacht. Opfern von damals ging die Aufarbeitung und die Entschuldigung aber nicht weit genug. Seit einigen Wochen liegen nun die Forschungsergebnisse von zwei Historikern vor, die für die ESV auch eine Dokumentation erstellen sollen.
Ihr Fazit: Die Gräueltaten an Kindern waren keine Einzelfälle, sie gingen über das hinaus, was in der Nachkriegszeit üblich - und zulässig - war. Und: Die Leitung von damals wurde ihrer Verantwortung nicht gerecht.
Auch die neuerliche Entschuldigung geht den Opfern nicht weit genug. Die „Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim” fordert, dass den Worten jetzt „Taten der Wiedergutmachung” folgen.

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