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Fremdsprache

Englisch, aber bitte verhandlungssicher

27.10.2009 | 18:18 Uhr
Englisch, aber bitte verhandlungssicher

Dortmund. Nicht nur Guido Westerwelle braucht als Außenminister verhandlungssichere Englischkenntnisse. In immer mehr Stellenanzeigen wünschen sich Firmen und Unternehmen gute, sehr gute oder auch exzellente Englischkenntnisse. Aber wie sieht es mit den Fähigkeiten aus?

In einer Umfrage des Online-Stellenvermittlers „Monster” aus diesem Jahr gaben fast 60 Prozent aller deutschen Teilnehmer an, dass das Beherrschen einer Fremdsprache in ihrem Beruf ein „absolutes Muss” sei. Von Bewerbern für Führungspositionen erwarten Arbeitgeber häufig sogar ein „verhandlungssicheres” Englisch. Acht Jahre zuvor ermittelte das Bundesinstitut für Berufsbildung in seiner Stellenanzeigenanalyse einen Fremdsprachenbedarf von nur 15 Prozent, der Schwerpunkt lag auf der englischen Sprache.

»Grundkenntnisse müssen in der Ausbildung sein«

Manche „Arbeitnehmer” zieren sich aber noch etwas: Guido Westerwelle forderte bei einer Pressekonferenz einen britischen Journalisten auf, seine Fragen auf Deutsch zu stellen. Ein paar Tage später pochte auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bei einer Präsentation des BlackBerry-Anbieters „Research in Motion” in Bochum auf den Gebrauch der deutschen Sprache bei Pressekonferenzen.

21 Prozent der Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss könnten sich solche Bemerkungen sicher nicht erlauben, denn diese Gruppe braucht laut einer repräsentativen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) von 2006 verhandlungssichere Englischkenntnisse. Auf diese Anforderungen sind Studierende vorbereitet: In einer Studie vom Hochschulinformationssystem in Hannover von 2004 schätzen 72 Prozent der Studierenden ihre Englischkenntnisse mindestens als gut ein. Der gleichzeitig durchgeführte objektive Sprachtest bestätigte das, etwa 90 Prozent verfügen über einen umfangreichen Wortschatz.

Info
Testen Sie sich
  • Wie gut Sie eine Sprache wirklich beherrschen, können Sie im Internet mit verschiedenen Tests ermitteln. Mittlerweile gibt es viele Angebote, die sich an dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) orientieren. Die Niveaustufen reichen von A1 (elementare Sprachkenntnisse) bis C2 (perfekte Sprachbeherrschung).
  • Einen kostenlosen Test bieten etwa die AKAD Privat-Hochschulen (akad.de, Link: Service). Dazu muss man sich registrieren, das Ergebnis wird unittelbar mitgeteilt.
  • Auch auf der Webseite des Cornelsen-Verlags (sprachtest.cornelsen.de) gibt es einen GER-konformen Sprachtest. (ddp)

Auch von vielen Schulabgängern, die sich um eine Ausbildungsstelle bewerben, werden schon vor dem Start ins Berufsleben Englischkenntnisse gefordert: „Grundkenntnisse müssen in der Ausbildung auf jeden Fall da sein”, sagt Bernd Brucker von den Arbeitgeberverbänden Ruhr/Westfalen. Die BiBB-Studie bestätigt, dass 24 Prozent der Arbeitnehmer mit einer Berufsausbildung Grundkenntnisse in Englisch brauchen, bei 17 Prozent muss das Niveau mindestens „sicher in Wort und/oder Schrift” erreichen.

Je nach Ausrichtung des Unternehmens seien vor allem Englischkenntnisse Standard. Wie etwa bei dem internationalen Konzern Evonik Industries mit Sitz in Essen. „In der Regel haben unsere Mitarbeiter bereits gute Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere in Englisch. Das gleiche gilt auch für Bewerber”, sagt Konzernsprecherin Barbara Müller. Das Unternehmen bietet auch Training an, vor allem von Muttersprachlern geleitet, für die Vertiefung von Sprachkenntnissen in den Bereichen Business, Büro, Technik und Produktion.

Englisch auch für Bedienungsanleitungen

„In technischen Berufen wird Englisch zunehmend nicht nur von Ingenieuren verlangt”, fügt Bernd Brucker hinzu. So brauchen Facharbeiter etwa für englische Bedienungsanleitungen Fremdsprachenkenntnisse, hier besonders das technische Vokabular. Auch Montagearbeiter, die Maschinen von heimischen Herstellern im Ausland aufbauen oder warten, müssen sich dort zu verständigen wissen. Weiterbildungen der Arbeitgeberverbände seien in diesem Bereich sehr gefragt.

„Die Globalisierung verlangt immer mehr Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnisse”, erklärt Bernhard Keller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände Nordrhein-Westfalen. Dies sei nicht nur bei den großen „Globalplayern” so: „Auch viele Mittelständler agieren international.”

Sabrina Radeck

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Kommentare
31.10.2009
07:43
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von Arbeiten ohne zu Jammern | #27

Ist es typisch deutsch, sich darüber zu wundern ? Im Bildungsland Deutschland kann eine gute Sprachausbildung doch kein Problem sein. Schließlich sind wir uns doch bewusst, dass unser Wohlstand auch auf Export beruht. Also einfach mal machen und sich freuen, wenn man im Beruf Erfolgserlebnisse hat

30.10.2009
23:48
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von Aufpassen | #26

Englische Sprachkenntnisse sind notwendig, aber nur in bestimmten Geschäftsbereichen und nicht im allgemeinen täglichen Miteinander in Deutschland. Aber leider ist es so, dass viele deutschen Begriffe ohne Not englisch bezeichnet werden, weil einige Leute meinen es würde sich internationaler anhören.

Englisch ist ja angeblich eine Weltsprache. Wenn es danach ginge, sollten wir lieber Chinesisch lernen, das sprechen nämlich mehr Menschen als Englisch.

Der Sender SAT1 wirbt gerne für seine Hauptfilme mit Blockbuster. Aber haben die sich mal überlegt, dass dies die ursprüngliche Bezeichnung für Bomben im Zweiten Weltkrieg mit enormer Sprengkraft war, mit denen u.a. Talsperren gesprengt wurden. Erst später wurde der Begriff erst für andere bemerkenswerte Dinge oder Ereignisse verwendet.

Es wird einfach zuviel „verenglischt“ in Deutschland, zumal auch Begriffe geschaffen wurden die es tatsächlich im Englischen gar nicht gibt (denglisch).

Mal ehrlich muss ich im Urlaub tatsächlich perfekt englisch sprechen um nach dem Weg zu fragen? Dafür reicht mein Schulenglisch immer noch aus.

Und nur als Hinweis, wir bemühen uns wenigstens englisch zu sprechen in England, andersherum ist es leider nicht so.

30.10.2009
19:49
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von m | #25

Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl........rummeckern aber am Ballermann in Spanien Deutsch sprechen Ihr Vollidioten.

Übrigens, ich denke nicht das die polnischen, türkischen und amerikanischen Außenminister Deutsch sprechen, wozu gibt es Dolmetscher oder wollen wir die nicht mehr haben und die Arbeitslosenquote erhöhen !?!

30.10.2009
12:31
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von Lauda | #24

Englisch macht Spass. Manchem nicht, o.k. Aber der sollte tunlichst KEIN AUSSENMINISTER sein : )))

28.10.2009
21:36
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von Duisburger | #23

Viel Spaß noch bei der Diskussion hier, ich geh jetzt in die Heia...und.... I wish you what.

28.10.2009
21:35
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von Duisburger | #22

bei der Diskussion kann ich nur sagen: I break together.

28.10.2009
20:27
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von en vivo | #21

Direktübertragungen nennt man ja auch nur in der Dödelrepublik LIVE- Sendung; Garantiert in F, E, I nicht so.
Wahrscheinlich noch nicht mal in USA.

28.10.2009
18:18
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von oekumene | #20

Dolmetscher sind eine große Entlastung im Gespräch mit Menschen anderer Herkunft. Vorausgesetzt, sie kennen nicht nur die Vokabeln, sondern verstehen auch, wovon gerade die Rede ist. Und verstehen es auch richtig. Oft lassen sich Ausdrücke und Sachverhalte nicht 1:1 übersetzen, sondern müssen umschrieben, möglicherweise sogar ausführlich erklärt werden. Ein Dolmetscher ist dabei eine Hilfe, kann aber auch eine Quelle fataler Missverständnisse sein. Eine gemeinsame Verständigungsbasis ist auch mit grammatischen Unzulänglichkeiten etwas ganz wunderbares!

28.10.2009
17:34
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von nine_of_ten | #19

My Love Mr. Singing Club!

28.10.2009
17:09
Englisch, aber bitte verhandlungssicher
von SchwedensehenFilmeimOriginal | #18

#15 - #17, ihr hättet den Englisch-Test natürlich auch bestanden. - Mit Brawuhr!

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