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Metzgermeister und Kaffeeröster mit Fantasie

Eine Wurst, die wach macht

03.12.2009 | 17:39 Uhr
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Eine Wurst, die wach macht

Schwelm. Red Bull ist out, Wurst ist in. Wer den Kick sucht und sich vor dem Besuch der Disco aufputschen will, braucht nicht mehr zu dem koffeinhaltigen Süßgetränk zu greifen. Künftig reicht ein Besuch in der Metzgerei Ranft in Schwelm.

Juniorchef Christoph Ranft hat sich nämlich mit seinem Geschäftsnachbarn Thomas Friedrichs von der Kaffeerösterei Rabenschwarz nebenan zusammengetan und eine neue Wurstsorte kreiert, die es in sich hat. Neben den üblichen Zutaten wie Gewürzen und Wasser findet sich in der Fleischware weitere, für Schnittwurst eine höchst ungewöhnliche Zutat: frisch geröstete und gemahlene Espressobohnen.

Auf die Idee kam der Kaffeeröster. „Thomas Friedrichs hat mich gefragt, ob ich nicht einmal eine Wurst mit Kaffee machen möchte”, erzählt Christoph Ranft. „Mit einem Päckchen Kaffeebohnen bin ich dann direkt in die Wurstküche marschiert.” Der Metzgermeister hat aufs Geradewohl herumexperimentiert, am Rezept für Mettenden gefeilt, die übrigen Gewürze etwas zurückgenommen, „damit die Bohne geschmacklich in den Vordergrund tritt” und die gemahlene Espressobohne untergehoben.

Verschiedene „Prototypen” der Wurst wurden verspeist und nach drei Wochen stand das Rezept fest. Herausgekommen sind die „Geräucherten Kaffeekränze”. Seit wenigen Tagen sind sie zu kaufen. Bei den Kunden hat die Kaffewurstkreation die Bewährungsprobe bestanden. „Die Kaffee-Mettenden sind sehr gut angenommen worden”, berichtet Christoph Ranft nicht ohne stolz. Der Schwelmer Metzgermeister hat im Internet recherchiert und ist zu der Erkenntnis gelangt: Die Schwelmer Rohwurst mit Kaffeebohnen ist einmalig.

Auch geschmacklich braucht sich das Produkt nicht zu verstecken - obwohl der leichte Kaffeegeschmackt nicht beim ersten Biss hervortritt. In einem kleinen Wurstring findet sich der Koffeingehalt von ca. einer Viertel Tasse Kaffee. „Das ist sozusagen die Wurst am Morgen”, meint Christoph Ranft, „ handlicher als eine Tasse Kaffee und man kann sie nicht verschütten.”

Gestern wurde aber noch wein weiteres „Kaffeeprodukt” präsentiert: der Kaffeeketchup. Die Ennepetaler Ernährungswissenschaftlerin Sylvia Herberg hat ihn aus gedünsteten Äpfeln und Zwiebeln zusammengemischt, mit Tomatenmark versehen und mit Zimt, Curry und gemahlenen Espressobohnen abgeschmeckt. Und im Januar soll's auch den passenden Senf geben - selbstverständlich mit Kaffeezusatz.

Bernd Richter

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