Eine Traumvilla für nur 29,90 Euro
28.01.2009 | 19:03 Uhr 2009-01-28T19:03:09+0100Von Jürgen Augstein Witten. Eine Traumvilla über dem Ruhrtal für 29,90 Euro? ...
... Weil Autohändler Hans-Georg Bär sein Anwesen nicht zum gewünschten Preis an den Mann bringen konnte, versucht er es mit einer ungewöhnlichen Variante: einem Gewinnspiel im Internet. Abzocke oder geniale Geschäftsidee?
Die Startseite villa-gewinnen.at ist ähnlich aufgemacht wie unzählige Lockangebote: "Gewinnen Sie ein Traumhaus mit einem Einsatz von 29,90 Euro." Bevor man mitspielen darf, muss man das Geld überweisen. Immerhin: Das Haus ist real.
Idyllisch liegt der rote Backsteinbau in schönster Grünlage in Herbede. Seit mehr als 30 Jahren lebe er dort mit seiner Familie, sagt Hans-Georg Bär. Jetzt sei ihm die Villa zu groß geworden. Er ist 67, seine Frau 69, die Kinder sind längst aus dem Haus. Wohin dann mit 250 Quadratmetern Nutzfläche und einer Garage für sechs Autos? Niemand wolle das zahlen, was es tatsächlich wert sei. Bär verlangte knapp 900 000 Euro. Deshalb jetzt die Quiz-Nummer im Internet.
Die Idee wird bereits in Österreich, England und Spanien praktiziert. Auch bei München versuchte jemand, so sein Häuschen loszuwerden. Wie Bär bot er mehrere Spielrunden für maximal 48 000 Teilnehmer an, machte am Ende aber offenbar einen Fehler: Er wollte das Haus unter den letzten 100 verlosen. Jedes Los kostete 19 Euro. "Glücksspiel", sagte die Behörde und stoppte das Ganze. Bär will es besser machen.
"Bei uns müssen die letzten 100 Teilnehmer auch Fragen beantworten", sagt der Wittener. Damit sei der Glücksfaktor ausgeschlossen. Insgesamt wird es drei Spielrunden mit jeweils fünf Fragen geben. "Das wird wie beim Jauch." Bei maximal 50 000 Teilnehmern soll Schluss sein. Sie würden rund 1,5 Mio Euro in Bärs Kasse spülen. Wer im Finale alle Fragen am schnellsten beantwortet, bekommt das Haus. Sollten nur 20 000 mitmachen und sich die Sache für den Wittener nicht lohnen, bekämen sie ihr Geld zurück - abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 9,90 €.
Der auf Glücksspiele spezialisierte Hamburger Anwalt Martin Bahr rät Mitspielern, die Bedingungen vorher genau zu studieren. Risiken blieben dennoch. Bahr: "Kein Laie kann beurteilen, ob so ein Spiel am Schluss nicht doch strafbar ist."

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