Ein schwerer Abschied - von Katja Sponholz
30.09.2010 | 19:24 Uhr 2010-09-30T19:24:00+0200
Hamm.Der Wechsel zu anderen Schachtanlagen, das Verfüllen von Schächten, die Zusammenlegung von Bergwerken, all das ist für die Kumpel nichts Neues. Seit Jahren schon ziehen sie mit politischen Beschlüssen ihrer Arbeit hinterher. Und doch ist die letzte Förderschicht in Hamm etwas anderes, etwas besonderes: besonders historisch und besonders endgültig.
Mit der Schließung dieses Bergwerks schließt sich nämlich gleich ein ganzes Kapitel von Industriegeschichte im Revier. Noch vor einigen Jahren wäre die Vorstellung undenkbar gewesen, dass das östliche Ruhrgebiet einmal keine aktive Zeche mehr hat. Weil es immer selbstverständlich war, dass junge Männer hier Arbeit und Lohn fanden, dass sie ihren Vätern und Großvätern auf den Pütt folgten, dass sie Traditionen übernahmen.
Doch es sind nicht nur sentimentale Erinnerungen, die den Abschied vom Bergbau gestern vielen so schwer machten: Es ist auch das Wissen, dass sich einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region von hier zurückzieht, dass tausende Stellen unwiederbringlich verschwinden, dass Kauf- und Wirtschaftskraft langfristig fehlen werden. Nicht nur der Oberbürgermeister aus Hamm weiß, dass aus den Hallen keine Museumsräume werden dürfen. Die Region hat auch in Zukunft industrielle Arbeitsplätze dringend nötig. In diesem Sinne: Glückauf.

07:46
Glück auf.
Ich selbst bin 1992 abgekehrt, damals von Blumenthal.
Zum Glück ist mir der Strukturwandel gelungen.
Ich wünsche allen Kumpeln viel Erfolg für die Zukunft.