Ein echtes Cherusker-Luder
11.08.2009 | 19:00 Uhr 2009-08-11T19:00:00+0200XII. Augustus, IX n. Christus. Das Frühstück im Cheruskerlager beginnt stets mit dem gleichen Ritual. Arminius' Frau schleicht leise vor die verschlafenen Recken und ruft: „Wollt ihr Kaffee?” Nee! Mit einem Ruck fährt auch der grausamste Barbare aus seinen Fellen hoch. „Was wollt ihr denn?” Tee!
Ist schon ein echtes Cherusker-Luder, diese Thusnelda, mit einem Busen, der den Begriff Germanen-Bollwerk in einem völlig neuen Lichte erscheinen lässt. Eine üppige Brust, flüsterte mir das blonde Gift in einem privaten Stündchen, sei hier bei den Germanen so etwas wie eine Wahrnehmungsgarantie. „Varus glaub' mir”, hauchte sie mir ins Ohr, „Karriere bei den Germanen hat nur mein Busen gemacht, ich bin einfach mitgetrottet.” Auf Ironie versteht sich das Teufelsweib also auch noch.
Aber ihren Kochkünsten wird Übles nachgesagt. Sie beherrsche sogar die Kunst, in der Küche alles ungenießbar zu machen, was halbwegs verdaulich ist. Selbst Arminius ist von ihren Fertigkeiten am Herd nicht überzeugt. „Weißt du, Varus, warum alle Cherusker Tee zum Frühstück trinken? Sie haben Thusneldas Kaffee probiert!”
wird fortgesetzt

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