„Die Krise nicht herbeireden”
08.01.2009 | 17:23 Uhr 2009-01-08T17:23:00+0100
Berlin/Siegen. Die schlechten Konjunkturnachrichten mehren sich: Exporte und Auftragseingänge der Industrie sind nach den letzten amtlichen Zahlen im November 2008 drastisch eingebrochen. Dennoch warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen eindringlich davor, eine „Krise herbeizureden."
Die deutschen Exporte sind von Oktober auf November um volle zehn Prozent abgesackt, errechnete das Statistische Bundesamt, was der Außenhandelsverband BGA so kommentierte: „Im Zuge der Rezessionsängste werden weltweit Investititonen auf Eis gelegt.” Aber auch im Inland läuft der Konjunkturmotor langsamer. „Auf breiter Front”, so das Bundeswirtschaftsministerium, sackten die Neuaufträge für die Industrie um sechs Prozent ein - und dabei war der Rückgang in der Heimat noch stärker als der im Auslandsgeschäft.
Derzeit befragen alle Industrie- und Handelskammern ihre Mitgliedsfirmen über derzeitige Wirtschaftslage und Erwartungen für 2009. Die Ergebnisse werden noch einige Wochen auf sich warten lassen. Derweil warnt Franz Mockenhaupt, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, im Gespräch mit der WR vor einer Überbewertung von Monatsstatistiken und Verallgemeinerungen. So sei der Maschinenbau im tiefen Süden Westfalens nach wie vor gut beschäftigt, während die Autozulieferer deutliche Einbußen bei Aufträgen und Beschäftigung verspürten.
Andererseits - so Mockenhaupt - habe aber auch der Umsatz der Siegerländer Industrie bis Oktober 2008 ein Plus von acht Prozent und beim Export einen Zuwachs um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr angehäuft - „und ich gehe davon aus, dass November und Dezember nicht so schlecht waren, dass diese Zahlen ins Minus (für das gesamte Jahr) abrutschen”.
Unter dem Strich geht Mockenhaupt davon aus, dass das Jahr 2009 nicht so gut wird wie 2008. Aber eine drohende „Katastrophe sehe ich nicht”. Vielmehr gab sich der Kammer-Geschäftsführer „felsenfest überzeugt, dass die Unternehmen nach etlichen guten Jahren so gut aufgestellt sind, dass sie ruhig einer Konjunkturdelle entgegensehen können”.

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die krise braucht man nicht herbeireden die ist schon längst da oder haben einige die zeit verschlafen