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Zahl der Petitionen stark...

Die Bürger mucken auf

30.12.2008 | 06:46 Uhr

Dortmund. Die Bundesbürger mucken auf. Sie wehren sich zunehmend mit Massen-Eingaben bei Bundestag und Landtagen, Klagen vor den Sozialgerichten und sogar mit Strafanzeigen gegen politische Entscheidungen.

Bis zu 1300 Mal haben in diesem Jahr Bürger bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gegen Politiker erstattet.  Alleine eine zweistellige Zahl vom Anzeigen ging ein, als der  Bundestag die Diäten anheben wollte.

Anzeige erstattet wurde u.a. gegen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wegen  Körperverletzung nach der Einführung der Zuzahlungspflicht für Patienten, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel  wegen der Nutzung eines Regierungsjets von Mallorca nach Berlin und  Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Kanzlerin Angela Merkel  wegen Verschwendung von Steuergeldern durch die Gewährung von Hilfspaketen für die Banken nach Ausbruch der Finanzkrise.

Info
Bundestag im Netz

Bei den Petitionen besonders beliebt: Die Eingabe ans Parlament per Mausklick - eine Möglichkeit, die es zum ersten Mal gibt.

20 000 Mal pro Tag werden die Internetseiten des Bundestags mit  den Petitionen aufgerufen. Über 1000 Unterstützer meldeten sich hier  beispielsweise für eine Petition, die eine Verbesserung der  Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung verlangt.

Der Zugang erfolgt über www.bundestag.de

Während Strafanzeigen gegen Politiker nach einer juristischen  Prüfung durch die Staatsanwaltschaften meist mit Verfahrenseinstellung enden, sind Petitionen an die Parlamente weit aussichtsreicher. Jede dritte hat eine Chance.

Die deutlich gestiegene Zahl der Massen-Petitionen an die Parlamente  führt jetzt dazu, dass Bundestags- und Landtagsspitzen derzeit über   Verfahren reden, wie diese Eingaben zu behandeln sind. Schon Ende November erreichte die Zahl der Eingaben an den Bundestag mit 17 000  in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt. Top-Themen sind dabei an  erster Stelle Sozial- und Gesundheitsreformen, der Klimawandel mit  Forderungen nach einem Sonntagsfahrverbot, bei den Petitionen in NRW  auch  Schul- und Hochschulthemen.  Jede zehnte Eingabe an den  Düsseldorfer Landtag befasst sich damit.

„Per Petition versuchen immer mehr Bürger, politische Entscheidungen  zu beeinflussen”, bestätigt die Bundestagsverwaltung. Geradezu dramatisch zugelegt haben in diesem Jahr die Klagen vor den  Sozialgerichten. Sie erreichen neue Rekordhöhen: Im 1. Halbjahr sind  - im Kern wegen Hartz IV - 61 000 neue Verfahren eröffnet worden. Im  ganzen Jahr 2007 waren es 77 000.

Dietmar Seher

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Kommentare
31.12.2008
01:56
Die Bürger mucken auf
von Thomas Pollmann | #10

Nur leider Bringen diese Alibiveranstaltungen rein garnichts.
Oder ist jemals etwas davon öffenedlich in Gang bebracht worden bzw irgendetwas verändert worden?

Nein.
Nicht Petitionen müssen her sondern wirkliche Demokratie--Volksbegehren und zwar ab kleinster Stufe der Gesetzgebung.Warum gehts in der Schweiz/Dänemark/Holland aber warum hier nicht.
Warum wurden wir nicht zur Euroeinführung befragt/Umzug der Regierung nach Berlin/EU-Beitritt-Vertrag ???Wir haben eine Politische Diktatur- mit noch freier Meinungsäußerung-ABER KEINE DEMOKRATIE

30.12.2008
16:41
Die Bürger mucken auf
von ZivilerUngehorsam | #9

Es sind noch viel zu wenige!!!!

30.12.2008
12:25
Die Bürger mucken auf
von Träumer | #8

Aufmucken? Zurecht! Wenn eine sogenannte Regierung realitätsfern , weitab vom Bürger , versucht sich bis zur nächsten Wahl durchzumogeln..................... , dann haben Petitionen einen Sinn.

30.12.2008
11:39
Die Bürger mucken auf
von Schlaumeier | #7

So so, die Bürger mucken auf .............. ? Schreiben verstärkt Petitionen und bemühen Gerichte ?
Na, das wird aber unsere Politiker einen Dreck interessieren. Zumal ja die verfassungsrechtlich festgelegte Unabhängigkeit der Gerichte mehr als angezweiflelt werden muss. Man braucht sich nur die Urteile über Klagen gegen die soziale Obersauerei Hartz-IV vor Bundesgerichten anzusehen, dann weiß man genug.
Und was die Wirksamkeit von Petitionen angeht, na, da gabe es mal den Ombudsrat für Hartz-IV, der von jedem, der sich von Hartz-IV und den ARGEN ungerecht behandelt fühlte, angeschrieben oder antelefoniert werden konnte.
Und hat sich mal jemand, außer den Hartzies, die Mühe gemacht, die Ergebnisse die Einrichtung sich anzusehen ?
Ein einziger Hohn, war das. Der ganze Ombudsrat war nichts als eine reine Alibifunktion, pure Augenwischerei von Schröder, Clement, Münte und dergleichen.

30.12.2008
08:54
Die Bürger mucken auf
von theRebel | #6

#3 scouti

Völlig richtig! So hat es die Rüttgersche Regierung geschafft, Arbeit wieder zu verschieben, diesmal weg von der Verwaltung, hin zu den Gerichten. Das hat Parallelen zur Bundespolitik, wo das Verfassungsgericht ständig eingeschaltet wird. Machen jetzt die Gerichte die Arbeit? Wie lange lassen sie sich das noch gefallen?

29.12.2008
22:32
Die Bürger mucken auf
von Matzenberg | #5

Wir haben doch so viele Politiker in unzähligen
Parlamenten. Ich finde die Idee interessant:
Besser die Herrschaften beschäftigen sich mit
Petitionen als mit Gesetzesentwürfen. So können
sie nicht allzuviel Mist bauen.

29.12.2008
22:27
Die Bürger mucken auf
von scouti | #4

Führt z. B. bei einigen Ordnungswidrigkeiten das Widerspruchsrecht bei der erlassenden Behörde wieder ein und entlastet die Gerichte für wichtigere Dinge als über ein Knöllchen wegen Parkens im Halteverbot zu urteilen. Das kann die erlassende Behörde bzw. Aufsichtsbehörde auch selber klären.

29.12.2008
19:12
Die Bürger mucken auf
von mobel | #3

Top Überschrift ................

29.12.2008
18:03
Die Bürger mucken auf
von Radfahrer | #2

Weg mit diesen Versagern in der Regierung.
Wenn man alle Namen auflisten würde die gegen den Bürger arbeiten, dann sind wir in 10 Jahren noch am schreiben.
Diese Versager sind sowas von überheblich und eitel, die merken garnicht das sie abgewählt wurden.

29.12.2008
17:42
Die Bürger mucken auf
von Hartz 4 Geissel Deutschlands | #1

Nun, wenn unfähige Politiker sich zu Entscheidungen bewegen die gegen das Volk gerichtet sind, dann muß sich der Politiker auch nicht wundern, wenn er VOR der nächsten Wahl einen Warnschuß in Form einer Petition o. ä. erhält.
Wer diese Warnschüße mißachtet, der muß sich nicht wundern, wenn er und seine Partei bei den nächsten Wahlen nicht mehr gewählt worden sind.

Die ansteigende Zahl der o. e. Mittel zeigt deutlich, wie unzufrieden das Volk mit den Regierenden ist.
Sie sollten dieses Signal als Warnsignal für sich und ihre persönliche Zukunft verstehen.
Als Hartz 4 Bezieher wähle ich garantiert keine Partei, die Hartz 4 eingeführt hat, sondern wähle entsprechende und bessere Alternativen!
Mit mir werden es wohl über 10.000.000 Wähler ebenso halten.

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