Der Riss bleibt
07.08.2008 | 21:46 Uhr 2008-08-07T21:46:07+0200Wolfgang Clements wohlinszenierter Auftritt in Bonn hat weiße Salbe über den Konflikt geschmiert, der hinter dem Krach um das Parteiordnungsverfahren in der SPD kokelt.
Man ist sich einig: Wir sind alle Sozialdemokraten. Man ist sich nicht einig in der Frage, was ein Sozialdemokrat ist, welche Meinung er haben darf und welche er haben sollte.
Es ist die Angst der Parteiführung in Berlin, dass mit dem Rauswurf-Thema ein anderes hochgespült wird: Dass ein inhaltlicher Riss durch die Reihen geht. Er teilt sie nach wie vor in Modernisierer und Traditionalisten. In "rechts" und "links", wenn diese unscharfen Begriffe hier erlaubt sind. In die, die glauben, in der Welt der Globalisierung angekommen zu sein, und die, die nach wie vor den Staat als Allheilmacher sehen.
Wahrscheinlich kann Clement durch sein "Es tut mir leid" formal die Mitgliedschaft retten. Ruhe wird das Ende des Ordnungsverfahrens aber nicht bringen. Die Gegensätze prallen weiter aufeinander. Und es fehlt die oder der an der Spitze der SPD, der diese Wackelpartie ausgleichen kann.

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