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Das Deutschland-Quiz

01.09.2009 | 18:37 Uhr

Seit einem Jahr muss, wer Deutscher werden will, 33 Fragen zur Politik und Geschichte Deutschlands beantworten. Das ganze nennt sich Einbürgerungstest und soll, wie eine Führerscheinprüfung den Fahranfänger, die Neudeutschen auf ihr Leben in diesem Lande vorbereiten.

Für die meisten Bewerber scheinen die Fragen keine Hürde zu sein. Ein Kandidat in Berlin soll ganze drei Minuten für die Fragen gebraucht haben, fünf Minuten schaffen viele. Was vor einem Jahr noch ein Thema mit riesigem Aufregepotenzial war, was polemisch, ideologisch und juristisch diskutiert wurde, wird heute stillschweigend akzeptiert. Das hat zwei Gründe: der Einbürgerungstest ist nicht so schlimm, wie erwartet, und er ist nicht so gut, dass man sich mit ihm brüsten könnte.

Man kann kritisieren, dass vieles in dem Test unsinnig ist oder auch von manchen gebürtigen Deutschen nicht beantwortet werden könnte. Warum soll ein Neubürger zum Beispiel unbedingt wissen, was die „Römischen Verträge“ waren? Muss jeder die Bedeutung des abgeschafften Feiertags am 17. Juni kennen? Lebensnäher scheinen da die im Test gegebenen Antworten, dass sich der Deutsche an Weihnachten weder kostümiert, noch Eier versteckt. Der Test kann den Neubürgern das Einleben aber auch erleichtern. Fragen wie „Wo melde ich mein Kind zur Schule an?” können durchaus hilfreich fürs spätere Leben sein.

Für die einbürgerungswilligen Ausländer ist der Test aber vor allem lästig. Immerhin müssen sie die 310 Fragen auswendig lernen. Ein Hindernis stellt er für fast niemanden dar. Und wenn er dem einen oder anderen beim Einleben sogar noch hilft, toll. Eine Verbesserung ist er aber nicht. Nicht aus Sicherheitsgründen: Auch vorher musste jeder neue Staatsbürger ein Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung ablegen, zusätzlich zur Regelanfrage beim Verfassungsschutz. Und aus Identifikationgründen auch nicht: Oder können sie sich noch an die Fragen aus ihrer Führerscheinprüfung erinnern?

Marc Andre Podgornik

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