Brisanter Poker
14.04.2009 | 17:49 Uhr 2009-04-14T17:49:00+0200Mit einem Paukenschlag kündigt Pjöngjang seinen Ausstieg aus den Atomgesprächen an. Das Regime in Nordkorea reagiert beleidigt auf die Verurteilung seines Raketentests durch den Weltsicherheitsrat und will sein Atomprogramm wieder aufnehmen.
Es sind Szenarien wie dieses, die US-Präsident Barack Obama mit seinem Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt vor Augen hat: Die Welt gerät an den Abgrund, weil eine unberechenbare Clique in den Besitz der Bombe gelangt.
Die Vision allein wird den Konflikt mit Nordkorea nicht aus der Welt schaffen. Doch die Einsicht, dass sich die Verbreitung von Atomwaffen nur verhindern lässt, wenn die offiziellen Atommächte mit gutem Beispiel vorangehen, entschärft die Lage. Diese neue Haltung bringt auch Bewegung in den Atomstreit mit dem Iran. Dialog wird möglich.
Der Besitz von Atomwaffen ist eine Frage von Macht und Prestige. Gerade zwielichtige Regime sehen darin eine Art Versicherung - und ein Druckmittel gegenüber der Welt. So ist es nicht abwegig, dass Pjöngjang pokert, um den Nationalstolz zu pflegen und mehr Hilfe für das leidende Land zu erwirken.

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