Bescheidenheit
22.05.2009 | 18:37 Uhr 2009-05-22T18:37:00+0200Es hat recht lange gedauert, bis der organisierte Widerstand in der Wirtschaft sich zu den Koalitionsplänen äußert, die Manager großer Unternehmen enger an die Leine zu legen. Doch nun sehen Aufsichtsratschefs die Chance, das Paket im Parlament wieder aufschnüren und verändern zu können.
Die Begrenzung der Gehaltshöhe steht dabei nicht im Vordergrund – dafür ist die Stimmung der Öffentlichkeit zu eindeutig gegen die Manager ausgerichtet. Nein, die Aufsichtsräte wollen vor allem eines verhindern (wenn das Paket selbst schon nicht zu stoppen ist): Die geplanten zwei Jahre Sperre, bevor ein Vorstand in den Aufsichtsrat seines Unternehmens wechseln kann. Pikanterweise hätte diese Klausel praktisch allen unterschreibenden Managern die weitere Karriere vermiest. Doch: Diese Manager kennen zwar ihr Unternehmen – aber sollen sie tatsächlich von einem Tag auf den anderen als Aufsichtsrat das kritisch sehen, was sie selbst als Vorstand getan haben?
Natürlich dürfen Manager sich zu Gesetzesplänen äußern, die sie betreffen. Zur von der Öffentlichkeit geforderten neuen Bescheidenheit der Manager sollte aber auch gehören, sich bei der Wahrung eigener Vorrechte zurückzuhalten.

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