Benedikt XVI. - zum Anbeißen
01.10.2008 | 18:57 Uhr 2008-10-01T18:57:44+0200Bestwig. Wer Papst Benedikt XVI. ...
... zum Anbeißen findet, ist bei Jörg Liese im sauerländischen Bestwig-Ostwig richtig: Der Bäckermeister bietet einen Riesen-Papstspekulatius an - mit einem 50 Zentimeter großen Abbild des römisch-katholischen Kirchenoberhaupts. Im September 2007 - quasi in der Vorweihnachszeit - stieß Liese auf eine Spekulatiusform, die Paul Hindenburg, Reichspräsident der Weimarer Republik, darstellt. Der umtriebige Bäckermeister wollte das in die heutige Zeit übertragen - aber mit wem? "Angela Merkel kauft niemand, Kurt Beck ist wieder out", so Jörg Liese. Dann kam er auf die Idee mit Benedikt XVI.: "Der Papst ist eine positiv besetzte Figur."
Holzschnitzerin Nicola Matzrek aus Rietberg-Mastholte erstellte die Form für den Papstspekulatius. Liese experimentierte mit verschiedenen Teig-Mischungen: "Bei normalem Spekulatiusteig wäre das Gesicht nicht zu erkennen." Jetzt hat er die ideale Zusammensetzung entdeckt - mit Bourbon-Vanille und Ceylon-Zimt: "Billige Zutaten kommen da nicht rein - schließlich geht es um den Papst."
In Handarbeit wird das Gebäck vom Brett geschlagen. Heraus kommt eine Gestalt, die die Züge von Benedikt XIV. tragen soll - Johannes Paul II. habe jedenfalls noch niemand erkannt, versichert Jörg Liese. Dass er mit seinem Papstspekulatius religiöse Gefühle gläubiger Katholiken verletzt, glaubt er nicht - es gebe ja auch Papst-Kerzen, Papst-Teller und Anderes.
Pfarrer: Essen stets "Geschmacksfrage"
In der katholischen Kirche äußert man sich zurückhaltend. "Wenn es ums Essen geht, ist es immer eine Geschmacksfrage", meint Günter Eickelmann, Pfarrer des Pastoralverbunds Ruhr-Valmetal, der die Gemeinde Bestwig umfasst. Und mit Blick auf den Heiligen Vater als "Spekulatius-Motiv": "Zum Essen eigentlich viel zu schade."

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