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Rockerparty

Bandidos feierten brav

15.11.2009 | 17:09 Uhr
Bandidos feierten brav

Schwerte. Der Ansturm war größer als erwartet: Statt erwarteter 600 bis 800 haben am Samstag rund 1400 Rocker des Motorradclubs Bandidos aus Deutschland und den Nachbarstaaten in Schwerte das zehnjährige Bestehen ihrer deutschen Vereinigung gefeiert.

 Brav, weil unter den Augen eines Großaufgebots an Polizei, feierten die Bandidos bis in den frühen Morgen. Befürchtete Zusammenstöße mit den Rivalen der verfeindeten Hells Angels gab es nicht.

„10 Years Bandidos Germany”: Am Eingang zum Bandidos-Festgelände im Ortsteil Westhofen prangt ein großes, schwarzes Banner. Kleinere Banner der Chapter, örtliche Vereinigungen der Bandidos, schirmen das Festgelände vor Blicken ab.

»Dieses Bild entspricht nicht der Wirklichkeit«

Wer es durch die penible Kontrolle der Polizei geschafft hat, steht vor dem Sicherheitsdienst der Rocker. Zwar wurden die Nachbarn in Schwerte ausdrücklich zum Mitfeiern eingeladen, dieses Entgegenkommen galt allerdings nicht für alle. „Keine Presse!!!” warnt ein gelbes, kaum zu übersehendes Schild am Eingang zum Zeltdorf. Die „Bandidos” werfen den Medien eine falsche Berichterstattung über ihre Organisation vor.

Wie sie es mit der Bürgerlichkeit, die die Rocker für sich reklamieren, halten, zeigen sie im Umgang mit Journalisten. Sie werden bedroht, den Fotografen werden Prügel in Aussicht gestellt, wenn sie Bilder der anreisenden Kuttenträger machen. Zuvor hatten sich die Bandidos in einem Brief an die Schwerter Nachbarn von Gewalttaten und organisierter Kriminalität distanziert. „Mit der Party wollen sie an ihrem Image feilen, sie seien nur Motorradfahrer, die feiern wollen. Ein Bild, das nach den Durchsuchungen der vergangenen Tage nicht der Wirklichkeit entspricht”, sagte Udo Potthoff, Polizeisprecher des Präsidiums Münster, wo seit einigen Tagen die Ermittlungen gegen die Motorradclubs der Bandidos und Angels zusammenlaufen und koordiniert werden.

Hohe Einsatzkosten

In den vergangenen Wochen hatte es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen „Bandidos” und „Hells Angels” in Duisburg, Solingen und Essen gegeben. Die Zwischenfälle standen möglicherweise im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod eines 32-jährigen „Bandidos”-Mitglieds in Duisburg. Der Mann war von einem 31 Jahre alten Mann erschossen worden, der mit den „Hells Angels” sympathisiert haben soll.

Seit diesen Vorfällen hat die Polizei ihren Druck auf die rivalisierenden Gruppierungen erhöht und Vereinsheime durchsucht. Erst am Freitagabend hatte sie bei der Durchsuchung eines Vereinshauses der „Bandidos” ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt. Die Beamten fanden unter anderem zwei Pistolen, eine Langwaffe, mehrere Messer, Schlagstöcke, Baseballschläger sowie 24 Pflastersteine.

Sorgfältig und gründlich gefilzt

Auch in Schwerte wurden die Kuttenträger gründlich und sorgfältig von der Polizei gefilzt. An zwei Kontrollstellen auf beiden Seiten des Festgeländes warfen meterhohe Scheinwerfer ein grelles Licht auf die Absperrgitter, an denen Beamte mehrerer Einsatzhundertschaften die Festgäste durchsuchten. Personalien feststellen, auf Waffen oder andere verbotene Gegenstände durchsuchen - das Ritual war stets gleich. Einige Rocker ärgerten sich über die lange Wartezeit und murrten. Ab und zu kreiste über den Rockern ein Hubschrauber der Fliegerstaffel.

Angesichts der Entwicklung forderte die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) eine bessere länderübergreifende Zusammenarbeit. „Von Flensburg bis Passau müssen diese Banden flächendeckend verfolgt werden”, forderte DPolG-Chef Rainer Wendt.

Der Polizeieinsatz in Schwerte dürfte nach Schätzungen die Millionenhöhe überschreiten. Über die Kosten bewahrte die Einsatzleitung indes Schweigen. „Sicherheit”, sagte Udo Potthoff, „ist unbezahlbar.” Ali/ddp

WR

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Kommentare
15.11.2009
23:26
Bandidos feierten brav
von Freier Journalist | #10

Der Versuch offen und frei und ohne Vorbehalte von der Party zu berichten wird von den Bandidos brutal unterbunden.

Ich habe persönlich den offiziellen Kontakt über die Pressestelle der Bandidos gesucht um mich vorzustellen und einen möglichen Aktionsradius bei einer Berichterstattung auf der Party zu besprechen.

Das wurde abgelehnt. Am Abend selbst habe ich mich ohne gezückte Kamera dem Bandido Einlass genähert und habe dort noch einmal konkret nach der Möglichkeit einer Berichterstattung gefragt.

Ich habe meine Karte mit Namen und Adresse ausgehändigt und vorgeschlagen meine möglichen Bilder und Berichte dem Pressesprecher der Bandidos vor Veröffentlichung zur gemeinsamen Besprechung vorzulegen.

Mit Androhung von körperlicher Gewalt wurde mir klar gesagt, ich soll das öffentliche Gelände vor dem Privatgelände verlassen. Immer noch mit ungezückter Kamera, dauerte es den Bandidos wohl zu lange und nahmen mich in die Zange.

Es wurden nochmals Drohungen aller Art ausgesprochen und versucht mich einzuschüchtern.

Alles in allem ist es den Bandidos auf jeden Fall gelungen einem neutralen Journalisten keine Wahl zu lassen einen ausgewogenen Bericht zu schreiben… dann darf man sich am Ende des Tages auch nicht über einseitige Reportagen wundern.

15.11.2009
23:17
Bandidos feierten brav
von auch ein Schreiber | #9

@Bandidos:

Ihr habt doch schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, als ihr die Nachbarn eingeladen habt. Der zweite richtige Schritt wäre gewesen auch die Presse einzuladen, dann hätten sicherlich einige ihre Meinung geändert.

Ihr wollt doch auch nicht alle über einen Kamm geschoren werden, dann macht es doch auch nicht mit der Presse. Auch da sind nicht alle gleich, nur weil ein paar negativ aufgefallen sind...

15.11.2009
21:37
Bandidos feierten brav
von Yuppi | #8

Ich denke sie sollten machen was sie wollen, ob Bandidos oder Hells Angels. Allerdings......wenn es die öffentliche Ordnung betrifft, dann sind auch sie in der Verantwortung!
man muss dazu sagen, das Fussvolk beider Vereine ist nur eben nach außen und stempelt alles ab! Kriminelle Machenschaften, seien es Drogen, waffen oder Frauen gelten meißtens nur für die oberen Ränge!

15.11.2009
19:37
Bandidos feierten brav
von Franka B | #7

Rocker hin oder her, da kann wenigstens jeder lesen was drin steckt. Laßt sie in Ruhe dann habt ihr auch eure Ruhe !
Wer kümmert sich um die Schlipsträger und dieNormalbürger, die Kinder missbrauchen, ihre Frauen verprügeln, Leute betrügen und womöglich legal Waffen zu Hause haben, weil sie im Schützenverein sind ?

15.11.2009
18:26
Bandidos feierten brav
von Bandit666 | #6

@effkay
zu 1 du kannst aber legale Gegenstände zu Hause haben und unsere Clubhäuser sind unser zu Hause.
Woher beziehst du dein Wissen das wir als Gemeinschaft kriminell sind?

15.11.2009
18:15
Bandidos feierten brav
von Cleo1982 | #5

Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren!!!

15.11.2009
17:59
Bandidos feierten brav
von effkay | #4

@ bandit666:

zu 1. : Das ist vollkommen unerheblich. Mit dieser Begründung kann ich auch keine Waffe in den Flughafen nehmen. Auch nicht funktionstüchtige Waffen sind in der Hand der falschen Leute (dazu zählen Hells Angels, Bandidods, mafiöse Strukturen, wie auch Kleinkriminelle et al.) gefährlich.
zu 2: Auf den ersten Blick: ja. Auf den zweiten vielleicht doch nicht.

Zusammenfassend: Rockervereinigungen , die sich kriminellen Geschäften zugetan haben, gehören genauso verboten wie mafiöse Strukturen. Mir ist bewusst, dass die Strukturen der Verbindungen z.T. sehr weitreichend sind ( siehe Hannover), aber dennoch und erst recht gehören sie zerschlagen.

15.11.2009
17:47
Bandidos feierten brav
von Bandit666 | #3

Merkwürdig sind auch die Informationen die die Polizei an die Presse weitergibt. Die Pressesprecher der Polizei sind noch verlogener als die Presse selbst. Zwei Beispiele: 1. Die bei der Durchsuchung in Essen angeprangerten Schusswaffen sind nicht schussfähige Deko Waffen. 2. Die Ermittlungs Ergebnisse der Durchsuchung in Duisburg werden aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bekannt gegeben. Warum nicht, weil da nur ein PC, ein Laptop und ein Diktiergerät sichergestellt wurden. Die einzigen Polizisten die sich vernünftig benehmen sind die die direkten Kontakt mit uns haben, sie behandeln uns vernünftig und wir sie. Schlimm sind die Schreibtischtäter die uns unbedingt kriminalisieren wollen. Und die Presse lässt sich einfach benutzen um reisserische Nachrichten bringen zu können.
Ein Mitglied

15.11.2009
17:32
Bandidos feierten brav
von shaft | #2

Kein Wunder nachdem Artikel der WAZ der oben erwähnt wird kein Wunder das die Bandidos brastig auf die Presse Fuzzis sind.

Für solch eine Frechheit hat man aber auch einen verdient.

15.11.2009
17:30
Bandidos feierten brav
von interessierter | #1

Die „Bandidos” werfen den Medien eine falsche Berichterstattung über ihre Organisation vor.

Und das ist auch richtig so bestes Beispiel liefert die WAZ selber.

http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/2009/11/1/news-139208622/detail.html

Hier werden Bandidos als Bildungsfern bezeichnet.

Presseschrott vom Allerfeinsten ala WAZ.

Eine absolute Frechheit der Journalisten.

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