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Fernverkehr

Bahn muss bei Verspätungen zahlen

24.04.2009 | 07:33 Uhr
Bahn muss bei Verspätungen zahlen

Düsseldorf. Millionen Deutsche sind täglich mit der Bahn unterwegs. Zehntausende müssen sich über Verspätungen ärgern. Jetzt sollen Bahnkunden auch im Fernverkehr Geld auf gesetzlicher Grundlage verlangen können, wenn der Zug zu spät und der Anschluss weg ist. Die Bahn muss haften.

Heute will der Bundestag dafür das Signal auf Grün stellen.

Die neue Regelung sieht vor:

  • Bei einer Verspätung ab 60 Minuten müssen die Bahnunternehmen 25 Prozent des Fahrpreises erstatten.
  • Ist die Verspätung höher als zwei Stunden, sind es 50 Prozent, die zurückgezahlt werden müssen.
  • Das Geld muss auf Verlangen in bar ausgezahlt werden.
  • Bei einer Verspätung ab 60 Minuten wird das Bahnunternehmen verpflichtet, Erfrischungen und - ist eine Übernachtung erforderlich - auch eine Hotelunterkunft anzubieten.

Lothar Ebbers vom Fahrgastverband proBahn in Nordrhein-Westfalen: „Ein Fortschritt ist, dass jetzt auch die Verspätungen einbezogen werden, die durch das Verpassen eines Anschlusses zu Stande kommen.” Bei den bis heute gültigen, teilweise auf freiwilliger Basis geltenden Entschädigungsregeln ist das nicht der Fall.

Niederlande ist schon weiter

Dennoch hält proBahn die Bundestags-Entscheidung nicht für einen besonders großen Fortschritt. Ebbers: „Deutschland setzt hier eine Vorgabe der EU auf kleinstem Nenner um.” Andere EU-Staaten, wie die Niederlande, seien da weiter. Die niederländischen Eisenbahnen würden bereits seit Jahren für alle Verspätungen über 30 Minuten zahlen.

So haben auch im Bundestag die Oppositionsparteien Grüne und FDP ihre Ablehnung angekündigt, obwohl der Rechtsausschuss des Parlaments in letzter Minute das Gesetz noch verbessert hat. Nimmt der Fahrgast, beispielsweise in der Nacht, ein Taxi auf Kosten der Bahn, darf er das künftig für einen Betrag bis zu 80 Euro tun. Heute gelten 50 Euro als Obergrenze.

Im Nahverkehr sind schon länger Entschädigungsregeln an der Tagesordnung. So gibt es beim Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) die so genannte „Mobilitätsgarantie”. Danach dürfen Fahrgäste Taxi oder einen zuschlagspflichtigen Zug (IC/ICE/EC) zum Ziel nehmen, wenn der ursprünglich gewählte Zug oder Bus und Straßenbahn mehr als 20 Minuten später als im Fahrplan angegeben fährt. Voraussetzung: Es gibt keine andere alternative Verbindung. Abonnenten bekommen - je nach Ticket gestaffelt - Geld zurück.

Gesetz gilt für über 200 Eisenbahnunternehmen

Das neue Gesetz gilt zwar für mehr als 200 Eisenbahnunternehmen in Deutschland. Fernverkehr betreibt aber praktisch nur die staatliche Deutsche Bahn AG. Sie veröffentlicht seit Jahren nicht mehr, wie stark verspätet ihre Fernzüge sind und geht im Prinzip von einer durchschnittlichen Pünklichkeit von 90 Prozent aus. 2007 ermittelte indes die Stiftung Warentest unter heftigem Protest des Bahnvorstandes: Vier von zehn Fernzügen sind zu spät.

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Dietmar Seher

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Kommentare
24.04.2009
09:54
Bahn muss bei Verspätungen zahlen
von dieterborussia | #5

Nein, ich glaube das 29 Euro Ticket gibt es nur für 90 Jährige in begleitung ihrer Eltern.

24.04.2009
09:50
Bahn muss bei Verspätungen zahlen
von zweizueins | #4

genau 3 montae vorher sollte man buchen.allerdings gibt es das 29 euro angebot bei weiten strecken zb münchen nur mit 3 mal umsteigen.wenn man frühzeitig schaut kann man bei der bahn auch schnäppchen machen.

24.04.2009
09:19
Bahn muss bei Verspätungen zahlen
von dieterborussia | #3

Die Bahn geht nicht Pleite.
Da hat der Mehdorn, der immer noch da ist, für gesorgt.
Um sein Unternehmen Börsentauglich zu machen, wurden in den letzten Jahren die Fahrpreise massiv nach oben getrieben.
Um das Volk zu beruhigen, wurde dann das Dauer-Spezial eingeführt.
Für 29 Euro durch ganz Deutschland.
Schon mal versucht, so ein Ticket zu bekommen?.
Ist fast unmöglich.
Man muss gefühlte 30 Jahre vorher buchen.

24.04.2009
08:06
Bahn muss bei Verspätungen zahlen
von Einer_aus_Essen | #2

Jetzt geht die Bahn pleite!

24.04.2009
08:05
Bahn muss bei Verspätungen zahlen
von bukowski | #1

Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich nachts meine S-Bahn nicht bis zum Zielbahnhof nutzen konnte; stand am nächstliegenden Bahnhof ein Taxi nebst NETTEM Fahrer, der mich kostenlos nach Hause fuhr. Nächste Nacht, dasselbe Spiel. Eigentlich glaube ich es immernoch nicht ganz.

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