Ausgestreckte Hand
28.01.2009 | 19:10 Uhr 2009-01-28T19:10:54+0100Das Signal aus Moskau ist ein Hoffnungswert. In Russlands Verzicht auf die Raketenstationierung in Kaliningrad steckt die Chance, die bedrohliche Rüstungsspirale anzuhalten. Nichts läge näher, als dass die USA die ausgestreckte Hand ergreifen.
Barack Obama hat sich nicht festgelegt. Mehr als eine Überprüfung des Schutzschirmprojekts in Osteuropa stellt der Präsident noch nicht in Aussicht. Die Welt erwartet jedoch mutige Schritte heraus aus der Eiszeit. Die Beerdigung der Bush-Pläne wäre folgerichtig.
Ausgemacht ist sie nicht. Zwar haben beide Seiten in der Wirtschaftskrise ein Interesse daran, den ebenso kostspieligen wie gefährlichen Rüstungswettlauf zu stoppen. Doch hat Brückenbauer Obama mit Verteidigungsminister Robert Gates einen Gefolgsmann von George Bush im Amt gelassen, der vehement für die Modernisierung des amerikanischen Atomwaffenarsenals eintritt.
Obama muss Farbe bekennen. Nachdem er auch im Verhältnis zu den von Bush verteufelten "Schurkenstaaten" wie Iran auf Diplomatie setzt, kann er auf militärische Drohgebärden getrost verzichten.

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