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Anstands-Wauwau

02.06.2008 | 18:58 Uhr

Ute Scholle, die Präsidentin des NRW-Landesrechnungshofes, sagt: "Früher gab es eine Regel: Das tut man nicht. Das scheint in vielen Bereichen verloren gegangen zu sein."

Die Feststellung macht betroffen. Auch im Staatsdienst fehlt wohl zunehmend preußisches Pflichtbewusstsein.

Wenn Scholles Prüfer an den Universitäten die Lehrtätigkeit nachhalten wollen und keine geordneten Belege dafür finden, ist nachzuhaken. Wenn ein Computerprogramm für die Ministerien erst mit einer Million Euro veranschlagt wird und am Schluss 43 Millionen kostet, haben die Planer mit der Sorgfalt ein Problem.

Die Rechnungshöfe können solche Missstände aufklären. Sie sind so etwas wie der Anstands-Wauwau der Verwaltung. Sie beißen durch Herstellen von Öffentlichkeit, können aber auch - wie der Bundesrechnungshof - schon vorab Planungen des Staates begleiten und durch guten Rat viel Steuergeld sparen.

Dem Landesrechnungshof allerdings ist diese Vorbeuge- Aufgabe verwehrt. Warum?

Von Dietmar Seher

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