Affäre um Arztfehler entpuppt sich als Rufmord
26.09.2008 | 18:36 Uhr 2008-09-26T18:36:26+0200Münster. (ddp/mah) In der Affäre um angebliche Behandlungsfehler in der Herzchirurgie des Universitätsklinikums Münster hat ein Gutachten die Einrichtung entlastet. ...
... Doch der wirtschaftliche Schaden der offensichtlichen Rufmordkampagne bleibt: Bis zu vier Millionen Euro hat die Klinik nach eigenen Angaben durch ausbleibende Patienten verloren. Wie das NRW-Wissenschaftsministerium gestern mitteilte, beurteilte eine beauftragte Expertenkommission die Arbeit der Klinik als einwandfrei. "In 13 Fällen fand sich nach einstimmiger Beurteilung durch die Kommission kein Anhalt für eine fehlerhafte ärztliche Behandlung. Es handelt sich vielmehr um komplizierte Verläufe bei teilweise Hochrisikopatienten, deren bedauerlicher Verlauf und Ausgang jedoch als ,schicksalhaft' anzusehen sind", so die Kommission.
"Seitdem die Anschuldigungen bekannt wurden, hatten wir pro Tag nur zwei bis drei statt fünf größere Herz-Operationen. Jetzt steigt die Patientenzahl wieder an", sagte Kliniksprecherin Simone Hoffmann gestern. Das Krankenhaus prüft nun eine millionenschwere Schadenersatzklage Der Lebensgefährte einer Herzchirurgin des Klinikums gab zu, die anonymen Schreiben verfasst zu haben, die zu den Ermittlungen geführt hatten. "Trotz des Geständnisses besteht noch Klärungsbedarf", sagte gestern Wolfgang Schweer, Oberstaatsanwalt in Münster. "Wir müssen nachvernehmen."
Weiterhin wird gegen den Briefeschreiber und die Medizinerin wegen Verleumdung und falscher Anschuldigungen ermittelt. "Der Lebensgefährte hat ausgesagt, dass er über einen gemeinsamen Computer sich alle Patientendaten selbst beschafft hat." Seine Lebensgefährtin habe nichts gewusst. Mit den Briefen habe der Mann Druck auf die Klinik ausüben wollen, um vermeintlich problematische Arbeitsbedigungen seiner Partnerin zu beseitigen, erklärte der Staatsanwalt. Die in Münster freigestellte Medizinerin wird bald #14Chefärztin im Herzzentrum Duisburg.

0mitdiskutieren