Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Opel

Zafira bleibt in Bochum - Opel-Werk droht aber 2017 das Aus

13.06.2012 | 17:59 Uhr
Zafira bleibt in Bochum - Opel-Werk droht aber 2017 das Aus
Das Opel-Werk in Bochum.Foto: dapd

Bochum.   Opel räumt dem Standort Bochum möglicherweise eine längere Gnadenfrist ein. Das Unternehmen gibt dem Werk offenbar eine Standortgarantie bis 2017. Danach klingt alles nach Schließung.

Wieder Hoffnung für die Beschäftigten im Opel-Werk in Bochum - aber wie lange noch? Das Werk hat zumindest eine Zukunftsperspektive über das Jahr 2014 hinaus. Opel teilte am frühen Abend mit, dass die Produktion des Zafira in Bochum verbleiben soll und nicht wie befürchtet früher abgezogen wird. Sollte das so kommen, wäre das Werk auf jeden Fall bis 2017 gesichert. Allerdings droht danach die Schließung. In Bochum arbeiten derzeit 3200 Mitarbeiter.

Die Gerüchte um ein baldiges Aus für den Standort Bochum waren aufgekommen, weil Opel ab 2015 sein Erfolgsmodell Astra nur noch in England und Polen bauen wird und nicht mehr auch im Stammwerk Rüsselsheim. Aus Ausgleich, so wurde spekuliert, könnte das Modell Zafira demnächst in Rüsselsheim entstehen. Das hätte das Ende für Bochum schon Anfang 2015 bedeutet.

Bedeutung von Opel Bochum

An dem 1962 eröffneten Bochumer Werk hängen Tausende weiterer Arbeitsplätze. So sind nach Schätzung der IG Metall Nordrhein-Westfalen landesweit insgesamt rund 40.000 Stellen vom Bochumer Opel-Werk abhängig. Gut 120 Zulieferer, Logistikbetriebe und Dienstleister in NRW und 470 bundesweit sind laut Gewerkschaft mit dem Bochumer Opel-Werk verbunden.

Allein in Bochum sind nach Schätzung der IG Metall rund 4.500 Stellen direkt vom Opel-Werk abhängig. Zu den 3200 Werksbeschäftigten, von denen zudem knapp die Hälfte in der Stadt auch wohnt, kommen Arbeitsplätze bei örtlichen Zulieferern sowie dem TÜV Nord, mit dem Opel ein Ausbildungszentrum in Bochum betreibt. Dazu kommen Stellen im Einzelhandel, der auch unter einem Aus zu leiden hätte.

Im Fall einer Werksschließung hält die IHK Mittleres Ruhrgebiet in Bochum in der Region einen Verlust von bis zu 20.000 Stellen für möglich. Die Kammer bezieht sich dabei auf den Erfahrungswert, dass an einem Industrie-Arbeitsplatz im Schnitt 3,8 weitere Stellen hängen.

Allerdings sieht es nach Auslaufen der Zafira-Produktion für den Standort Bochum düster aus: Bei den jetzt anstehenden Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensspitze soll es auch um "die Planung der Geschäftsleitung" gehen, "unter den gegenwärtigen ökonomischen Rahmenbedingungen und zukünftigen Marktaussichten keine weitere Produktallokation für Bochum nach Auslauf des jetzigen Zafira vorzusehen". Damit stünde die Schließung des Bochumer Werkes ab diesem Zeitpunkt fest.

Jobgarantie soll bis 2016 verlängert werden

Bislang sind das jedoch nur Absichtsbekundungen der Geschäftsleitung auf der einen und Betriebsrat und Gewerkschaft auf der anderen Seite. Die Gespräche über die Zukunft des Standortes sollen in Kürze aufgenommen werden, hieß es.

Desweiteren wird Opel mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Jobgarantie für die deutschen Mitarbeiter bis Ende 2016 verhandeln. Derzeit gilt die Jobgarantie nur bis 2014.

Das alles ist Teil eines Deutschland-Planes, mit dem Opel wieder wettbewerbsfähig gemacht werden soll. Demnach will der Autobauer der Mitteilung zufolge Kosten reduzieren und die Abhängigkeit von Importfahrzeugen und -komponenten verringern. Dies könne auch bedeuten, dass künftig Fahrzeuge anderer Marken in den europäischen Werken gebaut würden.

Mit seiner neuen Exportstrategie will sich Opel innerhalb des Konzerns auf wichtige Wachstumsmärkte wie Russland und die Türkei konzentrieren. Auch für den chinesischen Markt gebe es eine Wachstumsstrategie. "GM steht voll und ganz hinter den Plänen zur Stärkung von Opel", erklärte der stellvertretende General-Motors-Chef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Stephen Girsky. (mit dapd/afp)

Janet Lindgens


Kommentare
14.06.2012
11:09
Zafira bleibt in Bochum - Opel-Werk droht aber 2017 das Aus
von noeppi | #3

Schade, also kommt für unsere Stadt mit der Schließung wieder ein Fiasko
auf uns zu.
Aber da habe ich so eine Idee!!!
2017 wird bestimmt das Musikzentrum fertiggestellt sein, auch so ein Pleiteding.
Aber vieleicht fällt für den einen oder anderen Opelaner ja ein 400. € Job
als Kartenabreißer oder an der Garderobe ab.
Dann können die Befürworter sagen: Was wollt Ihr Kritiker denn? In unser Musikzentrum kommen jeden Tag Harz 4 Empfänger.

14.06.2012
11:07
Zafira bleibt in Bochum - Opel-Werk droht aber 2017 das Aus
von noeppi | #2

Schade, also kommt für unsere Stadt mit der Schließung wieder ein Fiasko
auf uns zu.
Aber da habe ich so eine Idee!!!
2017 wird bestimmt das Musikzentrum fertiggestellt sein, auch so ein Pleiteding.
Aber vieleicht fällt für den einen oder anderen Opelaner ja ein 400. € Job
als Kartenabreißer oder an der Garderobe ab.
Dann können die Befürworter sagen: Was wollt Ihr Kritiker denn? In unser Musikzentrum kommen jeden Tag Harz 4 Empfänger.

13.06.2012
18:32
Zafira bleibt in Bochum - Opelwerk zumindest bis 2017 sicher
von zauberlehrer | #1

Erinnert mich ein wenig an die Thyssen Henrichshütte . Absichts erklärungen und dann der kalte Schlag der Profitgeier ( Hoffentlich liege ich falsch - Glück auf )

Aus dem Ressort
Franz Völkl, Erfinder des modernen Rennskis, ist tot
Trauer
Der frühere Chef des gleichnamigen Konzerns hat mit dem legendären "Renntiger" den Ski-Sport revolutioniert. Der Unternehmer starb im Alter von 87 Jahren.
Viele Paket- und Kurierdienste hebeln Arbeitsschutz aus
Arbeitsschutz
Das Geschäft der Versandhändler boomt - doch in Sachen Arbeitsschutz sieht es bei den meisten Paketdienstleistern in NRW schlecht aus. Bei Kontrollen der Landesregierung fielen 85 Prozent der kontrollierten Verteilzentren, Paket- und Kurierdienste negativ auf. Der Arbeitsminister ist alarmiert.
Bayern hat Nordrhein-Westfalen als "Bierland Nr. 1" abgelöst
Brauereien
NRW scheint den Platz an der Spitze der Brauerei-Standorte verloren zu haben: Im Juni stieg der Bierabsatz vor allem in Bayern — wohl auch dank der Fußball-WM. Damit stieg die Produktion in Süddeutschland erstmals knapp über die der heimischen Brauer.
"Stau war für ihn das Schlimmste", sagt Middelhoffs Fahrer
Middelhoff-Prozess
Im Untreue-Prozess um den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat am Montag dessen langjähriger Chauffeur ausgesagt: "Stau war das Schlimmste für ihn." Middelhoff hatte mehrere Dutzend Male Privatjets und Hubschrauber für den Weg zur Arbeit genutzt - und über die Firma abgerechnet.
Commerzbank prüft weitere Einsparungen
Banken
Kaum ein Jahr nach der Ankündigung eines umfangreichen Stellenabbaus, plant die Commerzbank weitere Sparpläne. In einem Medienbericht von Montag ist von Auslagerungen im Bereich Finanzen die Rede, wozu auch die Buchhaltung gehört.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?