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Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt

08.08.2012 | 18:19 Uhr
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
Deutsche Sportler sind oft Geringverdiener. Foto: WAZ

Essen.   Michael Phelps und Lebron James sind Ausnahmesportler und Ausnahmeverdiener. Deutsche Spitzensportler sind dagegen oft Geringverdiener. Und das trotz 60-Stunden-Woche. Auch bei den Olympischen Spielen gehen nicht nur Sportler mit dickem Konto an den Start.

Glanz, Glamour und jubelnde Sportler: Die Olympischen Spiele in London zeigen eine schillernde Sportwelt voller Stars und Sternchen. Die größte Aufmerksamkeit bekommen Weltstars wie Usain Bolt, Michael Phelps oder Lebron James – sie gehören zu den Top-Verdienern unter den Olympioniken, können von ihren Leistungen als Spitzensportler mehr als gut leben. Das Gros der Olympia-Teilnehmer allerdings kann das nicht.

Egal ob Leichtathlet, Fechter oder Bogenschütze: Viel Geld lässt sich mit Randsportarten nicht verdienen. „Die meisten Sportler werden unterdurchschnittlich schlecht bezahlt, und das bei einer sehr hohen Belastung“ sagt Christoph Breuer, Professor für Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Spitzensportler bekommen im Durchschnitt einen Stundenlohn von 7,38 Euro

In einer Studie aus dem Jahr 2010 hat er die Lebenssituation von Spitzensportlern untersucht und über 1000 Athleten nach Einkommen und Zeitaufwand befragt. Ein deutscher Profi verdient laut Breuers Umfrage im Monat durchschnittlich 1919 Euro brutto. Nicht gerade üppig, gemessen an der Zeit, die die Sportler in Training, Fahrten und Turniere investieren.

Olympia
DOSB-Generalsekretär Vesper fordert Geld aus der Wirtschaft

Laut Michael Vesper, Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), braucht der deutsche Spitzensport nach Olympia deutlich mehr Mittel. Mit seiner Forderung unterstützt er Athleten wie Olympiasieger Robert Harting, die sich bereits kritisch über die Sportförderung äußerten.

Auf 58,8 Stunden kommt der Durchschnittsspitzensportler laut Breuers Studie. Daraus ergibt sich ein Stundenlohn von 7,38 Euro. Die Arbeitswoche eines Top-Managers, das Einkommen eines Geringverdieners. „Die Zeiten sind härter geworden“, sagt Breuer. Wer keine finanzielle Unterstützung von Eltern, Partner oder Bekannten hat, der könne den Traum vom Profi-Sportler an den Nagel hängen.

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Kommentare
11.08.2012
06:52
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von AkaX | #12

warum bekommen Sportler die unser Land Representieren so wenig und unsere Politiker soviel?
Im gegensatz zu den politikern erbringen unsere Sportler wenigstens Leistung.

09.08.2012
14:35
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von ExWalsumer | #11

Wen ich meine Hobbys, die sich in gewissen Bereichen mit dem Beruf überschneiden mit zur Arbeitszeit zähle, dann bin ich auch der Meinung das mein Stundenlohn zu gering ist. Habs nicht nachgerechnet, aber bestimmt unter 10€.

Aber jetzt mal im Ernst. ARD und ZDF usw. zeigen so viel Schund im Fernsehen, da könnte man doch mal einige Randsportarten außerhalb der Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften zeigen. Mit den Senderechten wären dann auch die Vereine/Sportler besser finanziert.

09.08.2012
11:47
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von Bramarbas | #10

Ein Großteil unserer Spitzensportler ist doch im Polizei- oder Bundeswehrdienst tätig und hat somit eine sehr sichere Perspektive für ein Leben nach dem Sport. Natürlich kann man mit entsprechendem Geld vermutlich noch mehr erreichen aber ist das erstrebenswert.

Darüber hinaus ist die Erkenntnis, dass man in Deutschland außer mit den Top-Sportarten kaum Geld mit Sport verdienen kann ja nicht neu. Wer sich also für eine Karriere als Leistungssportler entscheidet, muss doch wissen worauf er/sie sich einlässt.

1 Antwort
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von dirk7603 | #10-1

Klar haben die Sportler die im Polizei oder Bundeswehrdienst stehen eine halbwegs sichere Zukunft. Jedoch ist es auch so, dass die Leistungen belohnt werden müssen.

In anderen Bereichen spricht man davon, dass nur mit den entsprechenden Mitteln - hier Geld - die entsprechenden Experten in Managmentpositionen oder Politker gewonnen werden können.

Wenn schon die Sportförderung auf so einem niedrigen Niveau abläuft, dann sollen alle egal ob Medien, Fans oder Funktionäre mal schön den Ball flach halten.

Mitunter ist die schlechte Medaillienausbeute ja nicht in allen Sportarten - zum Beispiel werden im Kanusport seit Jahrzehnten Erfolge gefeiert. Anstatt jetzt alles neu zu erfinden, sollten sich die einzelnen Direktoren des DOSB mal zusammensetzen und von anderen lernen.

09.08.2012
11:36
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von miriam.lessmann | #9

"Dass unsere Olympioniken weniger Medaillen mit nach Hause bringen als die Sportler anderer Nationen, zeigt auch, dass wir den Sport weder mit Geld, noch mit Dopingmitteln beeinflussen wollen." So kann man das natürlich auch sehen, muss man aber nicht.

09.08.2012
10:38
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von klase | #8

Black123 Nr. 1 hat mit seinem Punkt zwei meiner Meinung nach vollkommen recht.In Deutschland haben nunmal nur ein paar Mannschaftssportarten entsprechende Tradition bzw. Zuschauerzuspruch. Dias ist Fußball, Eishockey und eventl. noch Handball. Die meisten anderen Sportarten finden im laufendem Jahr fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Da wird sich kaum ein Sponsor finden um da zu investieren.

Man muss das natürlich nicht gut finden, sollte sich aber der Realität nicht verschließen. Das hat auch nichts mit den zu erbringenden Leistungen in den einzelnen Sportarten zu tun, sonder vielleicht eher mit dem zum Teil schwierigem Regelwerk einzelner "Randsportarten"

1 Antwort
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von dirk7603 | #8-1

Schwieriges Regelwerk? Fragen sie mal in Deutschland nach dem Wortlaut der Abeseitsregel im Fussball.

Badminton, Tischtennis, Kanu, Triathlon, Tennis, Leichtathletik - alles keine Sportarten mit einem sonderlich schwierigen Regelwerk.

09.08.2012
09:35
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von dirk7603 | #7

Sollte heissen wereden nicht NUR von Steuergeldern bezahlt.

09.08.2012
09:29
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von dirk7603 | #6

... die Sportler werden nicht von Steuern bezahlt.

Jeder will erfolge shene, aber keiner ist dafür bereit Geld auszugeben. Lieber die Diäten der Politker erhöhen oder mal wieder ne Bank retten.

Zuschauer, sogenannte Fans und die Funktionäre alles ein heuchlerisches ****.

09.08.2012
09:27
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von dirk7603 | #5

@Black123 - ihre Aussage unter Punkt 1 zeigt, dass sie absolut keine Ahnung vom Sport haben.

Das ist ihr Hobby???? Nein, das ist harte arbeit. Versuchen sie doch einmal 40min auf 10Kilometern zu laufen oder den Diskus 40m weit zu werfen. Diese Zahlen passen zu hobbysprtlern und auch hierfür wird hart trainiert.

Ich glaube sie können sich keine Vorstellungen von den Leistungen diese Athleten machen.

Und zu ihrem Punkt 2: Merktwirtschaft - nicht im geringsten. In Deutschland ist es einfach nur Ignoranz der Firmen. Versuchen sie doch mal einen Sponsor für eine Schwimmmannschaft oder einen Leichtathletikverein zu finden. In Deutschland konzentriert sich alles auf Fussball.

Beispiel Triathlon - wenn sie hier nicht wirklich zu den besten gehören und damit meine ich Plätze 1-3 in nationalen Meisterschaften, dann kriegen sie vielleicht mal ein Satz Trainingskleidung etc. Und Triathlon erlebt sein 2-3 Jahren einen regelrechten Hype.

Und dann zu ihrer Aussage man müsste mehr Steuern zahlen

1 Antwort
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von Black123 | #5-1

sollte es nicht ihr hobby sein, dann haben diese iwas falsch gemacht....
dass es nicht mit erheblichen anstrengungen verbunden ist habe ich nie behauptet.

sie haben anscheinend die marktwirtschaft nicht verstanden: warum sollte eine firma jd. sponsorn der aber keine aufmerksamkeit erregt?!

09.08.2012
09:23
Wer bei Olympia Gold gewinnt und trotzdem kaum Geld bekommt
von bloss-keine-Katsche | #4

Ich dachte immer, die tun das für Ruhm, Vaterland und Ehre!?
Mein Gott, unsere Sportsoldaten haben doch schon ein Einkommen, Für was soll der Staat denn nun alles zahlen? Es wird eh schon zu viel Geld für die "Eliten"Förderung rausgetan, nur damit im Medaillienkrieg was rumkommt.
Lasst den Sport doch Sport sein!

09.08.2012
08:46
Dafür ...
von Partik | #3

... dass sie stark in der Öffentlichkeit stehen, ihr gesellschaftlicher Umgang seziert wird, und sie hämisch ausgebuht werden, wenn sie nicht mit einem Sack Medaillien nach Hause kommen, ist das in der Tat eine schmale Dankbarkeit vom ach so über sportliche Leistungen ihrer Helden stolzen deutschen Volk.

Dopingkontrollen, und das stark ins Privatleben reichende Prozedere, dass Sportler ihren Aufenthaltsort monatelang vorhersagen müssen, damit überraschend Dopingkontrollen durchgeführt werden können.

Nein, als Hochleistungssportler wird man in Deutschland nicht gerade hofiert. Ohne die Familie und der deutschen Disziplin, würden die deutschen Sportler irgendwo auf den letzten Plätzen rangieren.

Dass es immer noch Sportler gibt, die sich ihre Gesundheit ruinieren, und akzeptieren, irgendwann ab 30 Jahren, wenn sie je nach Sportart ausgebrannt und vergessen sind, Hartz 4 beantragen zu müssen, ist erstaunlich.

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