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Bio-Eier

Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern

24.02.2013 | 17:31 Uhr
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts eines groß angelegten Betruges mit Millionen von Bio-Eiern.Foto: dpa

Essen.  Erst Pferdefleisch, jetzt möglicherweise Eier: Wenn sich der Verdacht der Staatsanwaltschaft in Oldenburg bestätigt, sind Verbraucher in mehreren Bundesländern auch beim Kauf von Millionen Eiern getäuscht worden. Die Ware wurde als Bio-Eier deklariert, obwohl die Hennen auf engstem Raum gehalten wurden.

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren möglicherweise Millionen Hühnereier als Bio- oder Freilandware verkauft worden, obwohl die Hennen auf engstem Raum gehalten wurden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach Angaben vom Sonntag gegen rund 150 Betriebe in Niedersachsen, etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben. Nach einem "Spiegel"-Bericht sind neben Niedersachsen vor allem Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen.

Dem Umweltministerium in Düsseldorf seien noch keine Fälle bekannt, die nordrhein-westfälische Betriebe beträfen, sagte ein Sprecher am Sonntag auf dpa-Anfrage. Unterlagen aus Niedersachsen seien aber angefordert: "Wir gehen der Sache nach." Erste Verfahren seien 2011 eingeleitet worden und im Zuge der Ermittlungen immer neue Fälle hinzugekommen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Frauke Wilken, nach einem "Spiegel"-Bericht.

Millionen Bio-Eier falsch ausgezeichnet?

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erklärte, es seien verschiedene Haltungsformen betroffen. Neben Freiland- und Boden- gibt es auch die Käfighaltung, deren konventionelle Form in Deutschland seit 2010 verboten ist. Freilandeier dürfen nur dann als "Bio" in den Handel, wenn auch bestimmte Futtermittel-Auflagen erfüllt werden . Dem "Spiegel"-Bericht zufolge sind Millionen Bio-Eier verkauft worden, die so nicht hätten deklariert werden dürfen .

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Käufer von Bio-Lebensmitteln investieren auch in eine Weltanschauung. Ob ihre Nahrung aber wirklich gesünder ist, kann niemand garantieren. Entsprechend ratlos blieben auch die Zuschauer von Günther Jauch zurück, als der Moderator mit seinen Gästen die Frage „Wie gut ist Öko wirklich?“ diskutierte.

Betroffen sind dem Minister zufolge überwiegend konventionelle Betriebe mit Freilandhaltung, aber auch einige Bio-Höfe. Für die Freilandhaltung sind mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche pro Huhn vorgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erklärte, es seien verschiedene Haltungsformen betroffen. Neben Freiland- und Boden- gibt es auch die Käfighaltung, deren konventionelle Form in Deutschland seit 2010 verboten ist. Freilandeier dürfen nur dann als "Bio" in den Handel, wenn auch bestimmte Futtermittel-Auflagen erfüllt werden. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge sind Millionen Bio-Eier verkauft worden, die so nicht hätten deklariert werden dürfen.

"Der Verdacht ist, dass es sich um systematischen Betrug handelt. Das ist kein Kavaliersdelikt, das wäre Verbrauchertäuschung", sagte am Sonntag der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) der Nachrichtenagentur dpa. Er kündigte Konsequenzen an, falls sich der Verdacht bestätigen sollte. Geprüft werde, ob den Betrieben die Zulassung entzogen wird. (dpa)

Die Lebensmittelskandale

 

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Kommentare
25.02.2013
18:09
MIr reicht es jetzt
von melr | #35

Ich kauf ab jetzt gar keine Bioprodukte mehr.

Wie man sieht, kann man als Verbraucher machen was man will - man wird trotzdem übers Ohr gehauen, wenn man nicht die Zeit hat, die kleinen Erzeuger abzuklappern. Und selbst da kann man sich sicher auch nicht zu 100% drauf verlassen.

Wenn man auf dem Land wohnt, ist das sicher ok. Aber mitten in der Stadt im tobenden Ruhrgebiet? Bioläden und landwirschaftliche Kleinerzeuger findet man da ja nur äußerst selten.

Also zurück auf die Supermarkt-Billigplörre. Da weiß man wenigstens was man hat.

25.02.2013
14:57
Ärger bei Anbauverbänden
von HarryCane | #34

Der ökologische Anbauverband BIOLAND fordert ein konsequentes Durchgreifen der Behörden.

„Agrarindustrielle Großbetriebe bringen die gesamte Biobranche wiederholt in Verruf”, sagte der Präsident des Anbauverbands, Jan Plagge, am Montag in Mainz. Die zuständige Staatsanwaltschaft, aber auch die Kontrollbehörden müssten jetzt hart durchgreifen.

Plagge forderte: „Die Täter müssen nicht nur hart bestraft werden, sondern auch mit einem Verbot der Bioproduktion belegt werden.”

Dem kann ich mich nur anschließen!

25.02.2013
14:27
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von C.Nienhaus | #33

Ist der Konsument heutzutage nur noch dazu da betrogen zu werden???
Ach ne, er darf natürlich bezahlen, was er gar nicht bestellt hat und somit die Taschen der Betrüger füllen.
Der Betrüger hingegen hat nicht viel zu befürchten, hat er doch die Taschen schon voll mit dem Geld der Verbraucher. Da kann man schonmal eine Geldstrafe berappen, ohne dass es schmerzt.

Ich wäre für eine Haftstrafe ohne Bewährung bei solchen Delikten, natürlich sollte der Täter unter den Aspekten der konvetionellen Landwirtschaft gehalten werden, d.h.:
-kein Tageslicht
-dioxinverseuchtes Futter
-ca. 20 Mithäftlinge in der Zelle, in der es kein Klo gibt
-Zähne ziehen, damit die Häftlinge sich nicht gegenseitig verletzen

25.02.2013
12:48
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von Doom13 | #32

Egal wo - der Bürger wird ständig irgendwo getäuscht. Oder täusch ich mich?

25.02.2013
11:17
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von Pit01 | #31

Leute, geht doch auf die Wochenmärkte zu den kleinen Bauern. Dort gibt es in der Regel auch echte Bio Eier oder Eier von Mistkratzern, also von Hühnern die Auslauf haben. Kosten natürlich zwischen 20 - 24 Cent /Stück. Aber uns ist es das wert.

2 Antworten
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von siebert2 | #31-1

sie glauben auch noch an den weihnachtsmann.

Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von HarryCane | #31-2

Aber nur, wenn Sie den Bauern wirklich kennen und die Ställe selbst schon gesehen haben. Es ist zwar traurig, aber es hat auch schon Bauern gegeben, die woanders zugekauft haben - aus welcher Haltungsform auch immer.

Aber es ist eben auch Vertrauenssache.

25.02.2013
09:26
Die Spitze des Eisbergs
von karmey | #30

All das, was jetzt zu Tage kommt, ist die Spitze des Eisbergs. Wir essen jeden Tag Lebensmittel, die gesetzlichen Vorschriften nicht genügen. Der Rechtsbruch hat Methode, die Panscherei ist Alltag. Die Politik und die Behörden schauen systematisch weg, weil der Profit der Erzeuger wichtiger ist als die Gesundheit der Konsumenten. Es ist denen egal, ob wir Schlachtabfälle essen.

Bei Betrug winken hohe Gewinne, das Entdeckungsrisiko ist klein, weil kaum kontrolliert wird. Ein Ei gleicht dem anderen, steht Bio drauf, verdoppelt sich der Verkaufspreis und vervielfacht sich der Profit.

Wird dann doch mal etwas entdeckt, drohen keine schmerzhaften Sanktionen. Geldstrafen sind schon eingepreist und werden aus der Portokasse entrichtet.

Eine glaubwürdige Verbraucherschutzpolitik müsste das ändern und das Wohl der Verbraucher höherstellen als die Profitinteressen der Erzeuger und der Lebensmittelindustrie. Doch wer soll das machen? Ilse Aigner? Die CSU? Oder etwa (Lach!) Rot-Grün?

25.02.2013
08:06
Einfach nur noch Frechheit...
von HarryCane | #29

Es ist einfach zum Ausrasten! Wozu haben wir eigentlich Lebensmittelkontrolleure?

Ich selbst kaufe ausschließlich Bio-Eier, möglichst von Demeter, weil hier die höchsten Standards gelten und ich schon selbst einen besichtigt habe bzw. kleine Höfe in der Nähe sind. Daher habe ich hier ein gutes Gefühl.
Aber natürlich ist auch klar: Wo immer es Geld illegal zu verdienen gibt, wird es auch immer irgendwo ein paar Schwarze Schafe geben!!

Das ist überall so. Davon lasse ich mich natürlich nicht abschrecken, denn in 95 % der Fälle wird alles in Ordnung sein und letztlich signalisiere ich ja auch mit jedem Einkauf etwas an die Produzenten und an die Welt.

Klar ist aber auch: dennpaar Gaunern, die sich nunmal überall tummeln, muss mit allen Mitteln das Handwerk gelegt werden, denn diese Panscherei ist ja unglaublich.
Da scheint die Politik komplett zu schlafen! Die Strafen müssen drakonisch sein. Keine Geldstrafen sondern mehrere Jahre Gefängnis! Es geht immerhin um Lebensmittel!!

25.02.2013
07:45
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von skyway | #28

Tja Frau Aigner...was wollen Sie uns denn nun erzählen?
Am besten Ihren Rücktritt. Lassen Sie mal jemand ran der en kann und seinen Job versteht.

2 Antworten
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von weissnichts | #28-1

Das ist immer der leichteste und bloedeste Kommentar den man lesen tut.Ruecktritt zu fordern

Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von HarryCane | #28-2

Wenn das seit 2011 bekannt ist, kann ich diese Forderung sogar nachvollziehen.

Was genau machen die in Berlin eigentlich???
Eine Verbraucherministerin, die hauptsächlich für die Lobby der Agrarkonzerne arbeitet gehört wirklich dringend weg. Ich hoffe, dass endlich mal jemand diesen Posten übernimmt, der nicht nur durch Aktionismus auffällt, sondern nur Prävention.
Klare Regeln, nicht das übliche Wischi-Waschi mit 30 Schlupflöchern für die Hersteller, die das Panschen dann doch wieder erlauben.
Drakonische Strafen in Form von Gefängnis, da es hier um Lebensmittel geht und nicht um irgendwelche Kleinigkeiten.

25.02.2013
07:38
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von gudelia | #27

Solange die Politik das Hohe Lied der Kriminaltät singen:
"Schuld ist der Verbraucher, er will ja billig.", solange wird sich nichts tun.
Fast könnte man annehmen, die Politik sitzt mit im großen Boot der Lebensmittelmafia.
Ganz besonders schöne Grüße an Frau Künast.

25.02.2013
07:15
Verdacht auf Riesen-Täuschung bei Millionen Bio-Eiern
von Ex-Leser | #26

Und wer hat Schuld ???

Natürlich der Verbaucher, weil der immer billigerr Lebensmittel haben..........ach neee moment mal..........

Der Verbraucher hat bewußt mehr Geld ausgegeben, weil er sich dadurch bessere Qualität und artgerechtere Haltung des "Nutzviehs" erhoffte.

Mmmhh kann es dann nicht sein, daß diese ganzen Ungereimtheiten auftauchen, weil die Lebensmittelindustrie sich mit den Differenzbeträgen doch lieber die Tasche vollmacht, anstatt die versprochene Qualität zu liefern ??

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