Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Trauer

Stuttgarter Ex-Innenminister Thomas Schäuble ist tot

04.01.2013 | 15:22 Uhr

Stuttgart.   Thomas Schäuble, ehemaliger Innenminister im baden-württembergischen Landtag und jüngerer Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, ist am 3. Januar gestorben. Er erlag den Folgen eines Herzinfarkts. Bundesweite Schlagzeilen machte Thomas Schäuble, als er im Jahr 2000 mit Altbundeskanzler Helmut Kohl abrechnete.

Der frühere baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU) ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der jüngere Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei am Donnerstagabend den Folgen eines Herzinfarkts erlegen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart am Freitag aus der Südwest-CDU. Auch die "Badischen Neuesten Nachrichten" berichteten über den Tod.

Schäuble hatte seit 2004 die landeseigene Brauerei Rothaus geführt. Seit seinem Herzinfarkt im Juli war der 64-Jährige aber nicht mehr auf seinen Posten zurückgekehrt. Anfang Dezember hatte die Regierung mitgeteilt, dass sein Vertrag aufgelöst werden solle. In der Zwischenzeit führt Ex-Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) die Brauerei.

Thomas Schäuble (re.) unterhält sich beim Landesparteitag der CDU Baden-Württemberg mit seinem Bruder Wolfgang. Foto: dapd

Er vertrat das rechtskonservative Lager der CDU

Der Südbadener Schäuble war von 1996 bis 2004 unter Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) Innenminister. Als solcher festigte er seinen Ruf als rechtskonservativer Vertreter der Partei. Schon 1991 übernahm er in der Stuttgarter schwarz-gelben Koalition als damals jüngstes Kabinettsmitglied das neu geschaffene Verkehrsressort. 1992 wurde er in der CDU/SPD-Koalition Justizminister.

Lange Zeit galt der "kleine Schäuble" als Kronprinz von Teufel. Doch bei einer Regierungsumbildung 2004 ging Schäuble aus dem Kabinett und übernahm wenig später den gut dotierten Chefsessel der Rothaus-Brauerei. Der Bund der Steuerzahler kritisierte dies damals als parteiinterne Versorgung ausgedienter Kabinettsmitglieder.

"Ich verabscheue Helmut Kohl"

Bundesweite Schlagzeilen machte Thomas Schäuble, als er im Jahr 2000 mit Altbundeskanzler Helmut Kohl abrechnete - einen Tag nach dem Rückzug seines Bruders vom CDU-Bundesvorsitz im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre. "Ich verabscheue Herrn Kohl. Und ich kann da für die ganze Familie sprechen", wurde Thomas Schäuble zitiert - und ergänzte, dass Kohl ohne seinen Bruder nicht 16 Jahre lang Bundeskanzler gewesen wäre.

Thomas Schäuble wurde 1948 als jüngster von drei Söhnen in Hornberg im Ortenaukreis geboren. Nach dem Jura-Studium arbeitete Schäuble in der Landesanwaltschaft Karlsruhe, später beim Landratsamt Rastatt. Von 1984 bis 1991 war er Oberbürgermeister von Gaggenau. (dapd)


Kommentare
Aus dem Ressort
Aufregung bei Prokon-Gläubigern - Rodbertus gescheitert
Insolvenz
Niederlage für Ex-Prokon-Chef Carsten Rodbertus: Bei einer der größten Gläubigerversammlungen der deutschen Wirtschaftsgeschichte wurde rund 15 000 Genussrechtsinhabern der Windenergie-Firma ihr Stimmrecht versagt.
McDonald's laufen Gäste davon - sind die Bäckereien schuld?
Fast Food
Big Mac, Royal TS und Co. sind out. McDonald's verzeichnet auch im zweiten Quartal des Jahres schrumpfende Gästezahlen in Deutschland. Das anhaltende Minus spürt die Fast-Food-Kette jedoch im gesamten europäischen Markt. Gründe dafür sind Kritik an den Arbeitsbedigungen - und Bäckereien.
Aufsteiger Xiaomi prescht mit neuem Smartphone vor
Elektronik
Chinas Smartphone-Hersteller Xiaomi geht in die Offensive. Mit einem neuen Smartphone und einem Fitness-Armband zu Kampfpreisen will Xiao-Chef Lei Jun Märkte erobern. Das Smartphone Mi4 hat einen Metallrahmen und ähnelt damit vom Aussehen her Apples iPhone. In China hat es bereits viele Fans.
Gewerbesteuer-Oase bleibt für Ruhrgebietsstädte ein Traum
Gewerbesteuer
Mehr und mehr Revierkommunen versuchen, durch die Gewerbesteuerschraube ihre maroden Finanzen in den Griff zu bekommen. Experten warnen vor einem Teufelskreis, weil die hohen Steuersätze die Haushaltsprobleme nicht lösen könnten und im Ruhrgebiet dringend benötigte neue Investoren abschreckten.
Duisburger Hochofen wird für etwa 200 Millionen Euro saniert
Stahlindustrie
Thyssen-Krupp Steel Europe stellt den Hochofen 2 in Duisburg neu zu. Die Runderneuerung kostet Deutschlands größten Stahlkonzern rund 200 Millionen Euro. Der Zeitplan ist anspruchsvoll: Im Juni stillgelegt, soll er im September wieder in Betrieb gehen. Die Bauzeit bedeutet Produktionseinbuße.
Umfrage
Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?