Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Sparkurs

Siemens erwartet Stagnation und kündigt Stellenabbau an

08.11.2012 | 07:42 Uhr
Siemens erwartet Stagnation und kündigt Stellenabbau an
Siemens will bis 2014 sechs Milliarden Euro einsparen.Foto: AP/Uwe Lein

München.   Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet und damit die Erwartungen leicht übertroffen. Vorstandschef Löscher verweist jedoch auf den schrumpfenden Auftragseingang und will daher sechs Milliarden Euro sparen

Siemens erwartet ein Jahr der Stagnation und will gegen den Renditeverfall ansparen. Im neuen Geschäftsjahr 2012/13 werde sich der Umsatz dem Vorjahresniveau annähern, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Für seinen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft erwartet das Unternehmen einen Rückgang auf 4,5 bis fünf Milliarden Euro. In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr hat Siemens mit seinen verbleibenden Aktivitäten einen Gewinn von knapp 5,2 Milliarden Euro erreicht und die Erwartungen der Analysten damit leicht übertroffen.

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher. Foto: dapd

Um bis 2014 auf eine operative Rendite von zwölf Prozent zu kommen, dreht Siemens kräftig an der Sparschraube. Bis dahin wollen die Münchner den Angaben zufolge ihre Kostenbasis um insgesamt sechs Milliarden Euro senken. Das Sparprogramm lässt sich das Unternehmen im laufenden Jahr eine Milliarde Euro kosten. Zudem sollen Teile des Wassertechnikgeschäfts verkauft werden. Wie viele Stellen im Zuge des Sparprogramms abgebaut werden, ließ Vorstandschef Peter Löscher offen.

Auftragseingang um zehn Prozent gesackt

Der Auftragseingang der Gesamt-Konzerns sackte 2012 um zehn Prozent auf 76,9 Milliarden Euro, der Bestand betrug aber 98 Milliarden Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze bis Ende September war von 402.000 auf 410.000 gestiegen. Bei Siemens fortgeführt werden 370.000 Arbeitsplätze. So soll auch die Geschäftseinheit Wassertechnik verkauft werden, die Frischwasser aufbereitet sowie Abwasser behandelt und 2012 eine Milliarde Euro Umsatz erzielte. Sie sei aber extrem kleinteilig und habe kaum Gemeinsamkeiten mit dem weltweiten Siemens-Vertrieb.

Meldung vom 27.8.12
Siemens baut bis zu 500 Stellen ab - auch NRW betroffen

Wegen sinkender Nachfrage bei Windkraftanlagen baut der Siemens-Konzern in Deutschland insgesamt 500 Stellen in seiner Getriebesparte ab. In NRW soll der Standort in Herne sogar komplett geschlossen werden. Auch Produktionsstätten in Bocholt, Vreden und Voerde sind betroffen.

Sein Industriegeschäft stärkt Siemens indes mit dem Kauf eines weiteren Softwareanbieters. Die belgische LMS soll für 680 Millionen Euro   zum Konzern kommen.  Das Unternehmen mit Sitz in Löwen habe in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres 2012 einen Umsatz von über 140 Millionen Euro gehabt und beschäftige 1.200 Mitarbeiter. Sie biete Software zum Modellieren, Simulieren und Testen mechatronischer Systeme in Fahrzeugen und Flugzeugen. (dapd)



Kommentare
08.11.2012
14:06
Siemens erwartet Stagnation und kündigt Stellenabbau an
von TVtotal | #1

Der Aufschwung naht....

Aus dem Ressort
Staatsanwälte wollen Thomas Middelhoff im Gefängnis sehen
Prozess
Drei Jahre und drei Monate Gefängnis für Thomas Middelhoff. So lange wollen die Ankläger den früheren Chef von Karstadt-Quelle in Haft sehen. Sie werfen dem 61-Jährigen vor, den Konzern mit privaten Kosten in Höhe von fast einer Million Euro geschädigt zu haben.
Apple-Chef Tim Cook: "Ich bin schwul und stolz darauf"
Coming-Out
Apple-Chef Tim Cook hat sich als homosexuell geoutet. "Ich bin stolz, schwul zu sein", schrieb der 53-Jährige in einem Beitrag für das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Businessweek". Viele Kollegen bei Apple wüssten das bereits, schrieb Cook. Er hoffe, dass sein Schritt anderen helfen könne.
Heißen soll Energie-Pilotquartier fürs Ruhrgebiet werden
Stadtentwicklung
Mülheim-Heißen soll Energie-Pilotquartier für das Ruhrgebiet werden. Die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr will im Viertel zwischen Bahnlinie und Hingbergstraße Erkenntnisse gewinnen, wie energetische Gebäudesanierungen vorangetrieben werden können. Das Vorhaben ist auf vier Monate angesetzt.
Lufthansa weiter vom Kurs ab - Prognose erneut kassiert
Luftfahrtunternehmen
Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Lufthansa ihr Gewinnziel für 2015 gekappt. Ob der Plan wenigstens für dieses Jahr aufgeht, hängt an den streikfreudigen Piloten. Deren zahlreiche Ausstände dieses Jahr hätten bisher rund 170 Millionen Euro gekostet.
Wut in der GDL - Weselsky "will nur sein Ego befriedigen"
Streik
Nicht alle Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft GDL wollen der harten Linie ihres Chefs Claus Weselsky folgen. In der Gewerkschaft herrsche ein Klima der Angst, sagen sie und fordern den streitbaren Gewerkschaftsboss auf, von seiner kompromisslosen Haltung im Tarifkonflikt mit der Bahn abzurücken.
Umfrage
Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet . Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?

Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet. Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?