Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Schlecker

Schlecker-Ausverkauf zog 5,1 Millionen Schnäppchenjäger an

05.08.2012 | 12:20 Uhr
Der Ausverkauf bei "Schlecker" zog Schnäppchenjäger an.Foto: dapd

München.  Die gescheiterte Schlecker-Kette konnte im letzten Monat das erreichen, was ihr zuvor meistens misslang: Sie lockte viele Kunden, die auch mehr als nur ein paar Cent im Laden ausgaben. Laut dem Magazin "Focus" seien 5,1 Millionen Schnäppchenjäger in die Schlecker-Läden gestürmt.

Die gescheiterte Drogeriemarktkette Schlecker hat im letzten Monat vor dem endgültigen Aus einen Ansturm von Schnäppchenjägern erlebt . Das Unternehmen habe im Juni 5,1 Millionen Käufer gezählt, ein Drittel mehr als in den Vormonaten, berichtete das Magazin "Focus" am Wochenende unter Berufung auf Daten des Marktforschungsinstituts GfK. Derweil sorgt die Pleite des einstigen Branchenprimus' für hohe Verluste bei den Vermietern der knapp 3000 Schlecker-Läden, wie der "Spiegel" berichtete.

Der Schlussverkauf schaffte dem "Focus" zufolge das, was Schlecker während des jahrelangen Abstiegs nicht gelungen war: Die Kunden ließen im Schnitt mehr als nur wenige Euro im Laden. Sie gaben demnach im Juni durchschnittlich 15 Euro aus, deutlich mehr als zum Beispiel im März. Damals hatten die ersten 2.200 Schlecker-Märkte geschlossen und mit Rabattaktionen den Umsatz ebenfalls kräftig angekurbelt.

Die Experten der GfK gehen davon aus, dass sich Supermärkte (29 Prozent), Discounter (30 Prozent) und andere Drogeriemärkte (33 Prozent) den Schlecker-Umsatz mit Deo, Toilettenpapier und Shampoo zu fast gleichen Teilen sichern dürften.

Vermieter schätzen Verlust auf mehr als 16 Millionen Euro

Unterdessen rechnen die Vermieter der Schlecker-Filialen mit Verlusten von mehr als 16 Millionen Euro, wie der "Spiegel" berichtete. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe ihnen Anfang Juli mit einer Frist von drei Monaten gekündigt, die Mietzahlungen seien aber in vielen Fällen sofort eingestellt worden.

Ausverkauf bei Schlecker

Ladeneinrichtungen oder elektrische Installationen müssten eigenständig entsorgt werden, berichtete das Blatt. Für viele Geschäfte seien zudem die Schlüssel verloren gegangen, sodass die Eigentümer auf eigene Kosten die Schlösser aufbrechen und austauschen müssten. Die Kosten könnten zwar als Insolvenzforderung angemeldet werden, man gehe aber "tendenziell eher davon aus, dass die einfachen Insolvenzgläubiger (...) nicht mit einer erheblichen Quote für die Forderungen rechnen könnten", zitierte das Magazin aus dem Brief des Insolvenzverwalters. (dapd)



Kommentare
05.08.2012
15:02
Schlecker-Ausverkauf zog 5,1 Millionen Schnäppchenjäger an
von doubeline | #1

In der Tierwelt nennt man die wie ?

1 Antwort
Schlecker-Ausverkauf zog 5,1 Millionen Schnäppchenjäger an
von Plem | #1-1

Aasgeier!

Aus dem Ressort
Lokführer-Gewerkschaft will NRW-Bahnverkehr massiv stören
Bahn-Streik
In der jüngsten Tarifauseinandersetzung mit der Bahn will die Gewerkschaft der Lokführer an diesem Montagabend mit einem Warnstreik Muskeln zeigen: Ab 18 Uhr sollen Züge im nächsten Bahnhof stehen bleiben. Für drei Stunden. Das bedeutet Stress, vor allem für Bahnreisende, auch im Nahverkehr.
Neues iPhone soll Bezahlen per Funk ermöglichen
Apple
Bezahlen mit dem iPhone statt der Bankkarte - nach Medienberichten will Apple die kommende Generation seines Handys auch zur digitalen Brieftasche machen. Die Kreditkarten-Konzerne spielen demnach mit. Am 9. September will Apple neue Produkte vorstellen.
Schreckgespenst Deflation – Was Verbraucher wissen müssen
Preise
Die Verbraucherpreise steigen kaum noch. In Deutschland verharrt die Teuerungsrate auf einem niedrigen Niveau. In Europa fallen in manchen Ländern sogar die Preise. Die Angst vor einer Deflation wächst. Die wichtigsten Fragen und Antworten zumThema.
Starker Arbeitsmarkt beschert Staat Milliarden-Überschuss
Haushalt
Der starke Arbeitsmarkt hat dem deutschen Staat einen Milliarden-Überschuss beschert. Aber obwohl der Arbeitsmarkt brummt: Die Krisen rund um den Globus bremsen die deutsche Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Vergleich zum ersten Quartal um 0,2 Prozent.
Warnstreiks bei der Bahn am Montag von 18 bis 21 Uhr
Tarifkonflikt
Im Kampf um mehr Geld hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL kurzfristig Warnstreiks angekündigt: Noch am Montag sollen Lokführer, Zugbegleiter und andere Bahn-Beschäftigte bundesweit die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik solle mit Rücksicht auf "die vielen Wochenendreisenden" von 18 bis 21 Uhr laufen.
Umfrage
Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?

Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?