Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Eurokrise

OECD warnt vor schwerer Rezession in der Eurozone

22.05.2012 | 10:40 Uhr
Funktionen
OECD warnt vor schwerer Rezession in der Eurozone
Die OECD schlägt Alarm: Der Eurozone drohe ein schwere Rezession. Foto: dapd

Paris.   Die OECD schlägt Alarm: Konjunkturschwäche und wackliges Finanzsystems treiben die Eurozone immer mehr in einen Abwärtsstrudel. Der nötige Reformprozess habe begonnen, werde aber durch maues Wirtschaftswachstum gebremst. Deutschland steht allerdings gut da.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht das Risiko einer „schweren Rezession“ in der Eurozone. Der Eurozone drohe ein wirtschaftlicher Rückgang von zwei Prozent, erklärte der OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan. Die Organisation hatte zuvor ihren halbjährigen Wirtschaftsausblick veröffentlicht.

Es wachse die Gefahr eines Teufelskreises, der durch eine hohe und nicht abnehmende Verschuldung, ein schwaches Bankensystem, eine zu starke fiskalische Straffung und ein niedrigeres Wachstum in Gang gesetzt werden könnte, heißt es in dem Bericht. Die Staatsschuldenkrise sei noch nicht gebannt. „Sie stellt nach wie vor den größten Risikofaktor für die Weltwirtschaft dar.“

Jüngste Wahlen in Ländern wie Griechenland und Frankreich zeigten eine zunehmende Reformmüdigkeit im Währungsraum. Deshalb müssten Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und Strukturreformen Hand in Hand gehen, „damit dieser Prozess so wachstumsfreundlich wie möglich ist“. Das Tempo der Konsolidierung könnte in einigen Länder allerdings gedrosselt werden. Dies gelte vor allem für den Fall, wenn die Wirtschaft in diesen Staaten nicht auf die Beine komme.

Deutschland bleibt Wachstumslokomotive der Euro-Zone

OECD - Deutschland bleibt Wachstumslokomotive der Euro-Zone Berlin, 22. Mai (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Prognose der OECD die Wachstumslokomotive der Euro-Zone. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr mit 1,2 Prozent doppelt so schnell steigen wie noch im Herbst angenommen, sagte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag voraus. 2013 soll es sogar um zwei Prozent zulegen. In der gesamten Währungsunion werde das Bruttoinlandsprodukt dagegen um 0,1 Prozent schrumpfen, ehe es 2013 wieder um 0,9 Prozent wachsen werden.

„Der gute Arbeitsmarktlage und günstige Finanzierungsbedingungen werden zur Belebung des privaten Konsums und der Investitionen beitragen“, schrieb die OECD zu Deutschland. „Die erwartete Erholung des Welthandels dürfte das Geschäftsklima verbessern und die negativen Effekte aus der Schwäche der übrigen Euro-Länder abfedern.“ Die Zahl der Arbeitslosen werde weiter fallen, während die Löhne anziehen dürften. (dapd/rtr)

Kommentare
22.05.2012
19:58
OECD warnt vor schwerer Rezession in der Eurozone
von kuba4711 | #2

Und immer wieder die Wiederholung der neoliberalen "Gebetsformel":
"Deutschland steht noch gut da!"
Dies macht zunehmend den Eindruck des berühmten "Pfeifen im dunklen Walde!"
Wenn es nicht so tragisch wäre ,dann müßte man wirklich lachen!

22.05.2012
12:30
OECD warnt vor schwerer Rezession in der Eurozone
von meinemeinungdazu | #1

Es wird sich zeigen: EU und Euro sind in der heutigen Konstellation nicht zu retten, auch wenn immer noch blinde Politiker meinen "koste es, was es wolle"!? Sie haben unser Land fast ausverkauft. Die massiven Folgen kommen erst noch. Die deutsche Großkotzigkeit ist nicht mehr zu überbieten.

Aus dem Ressort
Kurze Pause – Weihnachtsstreik bei Amazon geht Montag weiter
Tarife
Der Weihnachtsstreik beim Online-Versandhändler Amazon soll nach einer kurzen Sonntagspause von Montag an weitergehen.
Telekom spricht mit Springer über Verkauf von T-Online
Übernahme
Übernimmt Springer das Newsportal T-Online von der Telekom? Es gibt Berichte über Gespräche, beide Konzerne halten sich jedoch im Moment noch bedeckt.
Warum Daimler-Chef Zetsche das Google-Auto gut findet
Daimler
Daimler-Chef Dieter Zetsche lobt die Pionierarbeit des Internet-Riesen für das selbstfahrende Auto - und fordert Subventionen für Elektromobilität.
Huntsman verhandelt zum Stellenabbau in Duisburg
Arbeitskampf
Ein neues Eckpunktepapier sieht einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vor. Und auch für die Auszubildenden kündigt sich eine Lösung an.
Fast alle Absolventen der Revier-Unis finden gute Jobs
Arbeitsmarkt
Absolventen der Hochschulen und Universitäten im Ruhrgebiet sind bei Arbeitgebern begehrt. Sie erhalten zum Großteil gute Einstiegsgehälter.