Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Niedrigverdiener

Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde

26.07.2012 | 12:13 Uhr
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
Jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland verdient weniger als 8,50 Euro.Foto: dapd

Wiesbaden.  Mehr als zehn Prozent der Beschäftigten in Deutschland verdienen weniger als 8,50 Euro. In den meisten Fällen handelt es sich um 400-Euro-Jobber, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. 60 Prozent der Niedrigverdiener sind Frauen. Die meisten arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit.

Rund elf Prozent aller Beschäftigten in Deutschland haben im Jahr 2010 weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdient. In den meisten Fällen (46 Prozent) handelte es sich um sogenannte Minijobber oder 400-Euro-Jobber, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ein Drittel (33 Prozent) waren Vollzeitbeschäftigte, 21 Prozent arbeiteten in Teilzeit. Insgesamt 60 Prozent der Niedrigverdiener sind Frauen.

Die Daten stammen aus der Verdienststrukturerhebung in Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit zehn und mehr Beschäftigten für das Jahr 2010. In Ostdeutschland ging demnach mehr als ein Fünftel (22 Prozent) mit einem Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro nach Hause, obwohl die meisten davon Vollzeit arbeiteten. In Westdeutschland lag jeder Zehnte unter diesem Stundenverdienst. Die größte Gruppe waren Minijobber, also meist Frauen und Beschäftigte ohne Berufsausbildung.

Die meisten Beschäftigten mit einem Stundenverdienst unter 8,50 Euro arbeiteten im Verarbeitenden Gewerbe (14 Prozent) und in der Zeitarbeit (zehn Prozent), ferner im Bereich Gebäudereinigung und -betreuung (zwölf Prozent), im Einzelhandel (zehn Prozent) oder im Gastgewerbe (neun Prozent). (afp)


Kommentare
04.08.2012
15:03
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von Koelngxdna | #8

wir arbeiten in Köln bei Huppertz ASC für Ford und bekommen nicht mal diese 8,50 Euro pro Stunde. Wäre das mal so schön. Ein Arbeiter, verheiratet, 2 Kinder in der Lohnsteuerklasse III muss bei uns noch 300 € Amtshilfe bekommen, damit wir überhaupt überleben können. Der reine Verdienst 1.200 € gehen nur alleine für Wohnung und Nebenkosten drauf. Reicht das Geld mal nicht, bekommen wir auf geleistete Arbeit gegen eine Bearbeitungsgebühr von je 8,- € / pro 100 € einen Vorschuss. Diesen zählt die Huppertz Group als Kredit. Hinzu müssen neue Mitarbeiter Ihr Werkzeug von zu Hause mitbringen. Die Firmenphylosopie sagt : Warum soll die Firma für Werkzeug Geld verschwenden, wenn der Mitarbeiter das Werkzeug zu Hause hat ? Und wenn er es nicht zu Hause hat, muss er es vom eigenen Geld kaufen. Ohne Werkzeug keine Arbeit. Selbst die Getränkeautomaten sind Firmeneigene. Da wird das billigste von Aldi zu einem hohen Wert verkauft. Deutsche Unternehmen !!!

28.07.2012
11:23
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von TVtotal | #7

Unser Alt-Bundeskanzler Schröder bestätigt das am 28. Januar 2005 auf dem Weltwirtschaftsforum
in Davos [PDF - 23.1 KB]:
…Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der
besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. ….
Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der
Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund
gestellt. Es hat erhebliche Auseinandersetzungen mit starken Interessengruppen
in unserer Gesellschaft gegeben. Aber wir haben diese Auseinandersetzungen durchgestanden.
Und wir sind sicher, dass das veränderte System am Arbeitsmarkt erfolgreich
sein wird. …

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/Hartz_I-IV_Einfuehrung_groesster_EU-Niedriglohnsektor.pdf

27.07.2012
15:06
Schweden ?
von popeye2 | #6

Gerade Schweden ist ein schlechtes Beispiel. Dort "muss" jeder Job angenommen werden auch wenn das Einkommen weit unter der Bezugshöhe der Arbeitslosenversicherung liegt. Von 8,00 EURO pro Stunden träumen viele in Schweden.
Bei Verweigerung erhält man nur noch Sozialhilfe von 261,00 EURO zzgl. Wohngeld. Und auch das erhält man erst, wenn das private Vermögen verbraucht ist.
Das gleiche passiert auch, wenn man nach 45 Wochen keinen Job gefunden hat, dann ist Schluss mit Geld vom Amt, denn Schweden zahlt Arbeitslosen im Normalfall nur bis zu 45 Wochen Geld - abhängig von der Versicherungsdauer. Nominell erhalten beschäftigungslose Schweden weiterhin 80 Prozent ihres letzten Lohns an Arbeitslosengeld, doch seit eine Bemessungsobergrenze von rund 1800 Euro eingeführt wurde, müssen viele von ihnen im Durchschnitt mit gut der Hälfte des letzten Lohns auskommen. Wer danach noch arbeitslos ist, fällt in die Sozialhilfe.

27.07.2012
01:29
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von Hugo60 | #5

@popeye2

Machen wir ein Gedankenspiel: alle, aber auch wirklich alle, haben Abitur oder sind "supertoll" ausgebildet.
Entstehen dadurch die gutbezahlten Jobs?

Eine gute Ausbildung ist Voraussetzung, sie ist aber nie HINREICHEND.
Eine gute Ausbildung zu haben, ist keine hinreichende Bedingung!

Im Neoliberalismus zählt keine Logik, denn dort ist eine gute Ausbildung eine hinreichende Bedingung.
Neoliberalismus ist eine Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes.

Es zeigt sich auch: eine "ungerechte" Einkommensverteilung verschenkt Wachstumschancen.
Gerechte Gesellschaften haben einen höheren allgemeinen Wohlstand und eine bessere Infrastruktur. Siehe Schweden beispielsweise.







26.07.2012
20:47
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von Herbert57 | #4

Fürchtet euch nicht !
Die Grundsicherung wird euch alle im Alter auffangen.
Nach dem Zusammenbruch der EU und des Euros
werden die Karten neu gemischt.

26.07.2012
15:17
10% weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von popeye2 | #3

Was will man ohne Berufsausbildung denn auch erwarten ? Ohne Fleiss kein Preis ! Lernt was Gescheites und Ihr könnt Euch einen gutbezahlten Job aussuchen.
Ständiges Rummeckern, das alles so ungerecht sei und immer andere an der eigenen Situation schuld sind, ändert nichts.

3 Antworten
Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von gambler1 | #3-1

Sonst aber keine Träume, oder?

Die Realität:

Azubis werden nach der bestandenen Prüfung :
a: entlassen
b : dürfen zu Lehrlingslohn normal (40 Std oder mehr/Woche) in der
Produktion weiterarbeiten
oder c : zu 8,50€ /Stunde im erlernten Beruf arbeiten

Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von Madde | #3-2

@popeye2

Wo oder wann leben sie eigentlich?

Egal ob mit oder ohne Ausbildung, egal ob mit oder ohne Berufserfahrung, und egal ob ohne Schulabschluss oder mit abgeschlossenem Studium, heute ist Zeitarbeit und ergänzendes Alg II angesagt.

"Lernt was Gescheites..."

Das kann man sich vorallem auch aussuchen in Zeiten wo selbst viel zu viele Leute mit gutem Abitur nichts bekommen.
Und was ist denn ihrer meinung nach gescheit?
Ausbildung und dann ab zur nächsten Zeitarbeitsfirma, so sieht es heute aus.

Was Sie beschreiben ist mittlerweile der eher seltene Glücksfall.

Jeder Zehnte verdient weniger als 8,50 Euro pro Stunde
von wimmel | #3-3

Sie müssen weit über 80 zig sein, sonst könnten sie nicht so weit von der Realität entfernd sein, aber Sie können wenigsten einen Computer bedienen, dass verdient Respekt.

26.07.2012
13:35
Hartz IV und Agenda 2010: Die Zerstörung der sozialen Sicherheit.
von mightymouse | #2

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/HartzIV.pdf

Infoblatt über die Merkmale und Folgen neoliberaler Politik.
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120110_neoliberal_2012.pdf

26.07.2012
13:07
An höheren Löhnen ist die Regierung nicht interessiert,
von vantast | #1

und die Bevölkerung ist damit zufrieden, wie die Wahlergebnisse und Merkels Beliebtheit zeigen. Im Niedriglohnland Deutschland beschützt Schwarz/Geld die Reichen und fördert sie nach Kräften, da hier jeder auf Kosten der Ärmsten reich werden kann, wenn er nur die geringsten Hungerlöhne zahlt, notfalls hilft das Jobzentner (Steuerzahler) mit Aufstocken nach. Guter Profit ist quasi unvermeidbar. So lebt man gern im sozialen Kapitalismus.

Aus dem Ressort
Niemand will mit Barbie spielen - Umsatzrückgang bei Mattel
Kult-Puppe
Jahrzehntelang waren Barbie und Ken aus Kinderzimmer der Mädchen weltweit nicht wegzudenken. Aber jetzt schwächelt der Umsatz von Hersteller Mattel: Die Verkäufe der Puppen-Ikone fielen im ersten Quartal um 14 Prozent. Schuld sind wohl Smartphones und Konsolen.
Taxifahrten und Gemüse könnten mit Mindestlohn teurer werden
Arbeitsmarkt
Mit der Einführung des Mindestlohns könnten Taxifahrten und Saisongemüse deutlich teurer werden. Das fürchten zumindest die Branchenverbände. So müsste eine durchschnittliche Taxifahrt um 15 Prozent teurer werden, heißt es. Auch für Spargel müssten Verbraucher mehr zahlen.
Flughafen BER wird laut einem Experten nicht vor 2017 fertig
Großprojekt
Wann werden am neuen Hauptstadtflughafen Passagiere abgefertigt? Ein Verkehrsexperte aus dem Bundestag hat angeblich Erkenntnisse dafür, dass es noch länger dauert als bisher gedacht. Der Betreiber widerspricht: "Nein, das entspricht nicht dem Sachstand der Flughafengesellschaft."
Zulieferer Continental könnte in GM-Skandal hereinrutschen
Massen-Rückruf
Der deutsche Automobil-Zulieferer Continental könnte in den Skandal um General Motors rutschen. In den USA wird eine Conti-Tochter verklagt, weil von ihr produzierte Airbags für den amerikanischen Konzern nicht funktioniert haben sollen.
Amazon-Mitarbeiter streiken mitten im Ostergeschäft
Streiks
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht weiter Druck auf den Online-Versandhändler Amazon. Am Donnerstag, unmittelbar vor Ostern, legten erneut Beschäftigte im Leipziger und in den beiden hessischen Verteilzentren in Bad Hersfeld die Arbeit nieder. Etwa 900 Mitarbeiter nehmen an dem Streik teil.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?