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Musikrechte

Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein

26.01.2013 | 12:59 Uhr
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
Sperrhinweis auf Youtube: Um diesen Text geht es bei der Unterlassungsklage der Gema.Foto: dapd

Düsseldorf.  Der Streit zwischen YouTube und der Gema eskaliert weiter. Die Verwertungsgesellschaft hat einem Medienbericht zufolge eine Unterlassungsklage gegen die Videoplattform eingereicht. Es geht wie immer um Musikvideos - und diesmal konkret um den Text, den Youtube bei gesperrten Videos anzeigt.

Der Streit zwischen der Internet-Videoplattform YouTube und der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema geht in eine neue Runde. Die Gema habe nun wie angedroht beim Landgericht München eine Unterlassungsklage gegen die Google-Tochter eingereicht, berichtet die "Wirtschaftswoche". Grund ist ein Hinweis in gesperrten YouTube-Videos auf die Gema.

Bei vielen Videos - wie zum Beispiel "Gangnam Style", dem Überraschungs-Musikhit des vergangenen Jahres - sehen deutsche YouTube-Nutzer derzeit den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe. Diese Formulierung will sich die Gema nicht länger gefallen lassen.

Protest gegen Erklärtext bei YouTube

Der Text sei "reine Stimmungsmache", sagte Gema-Chef Harald Heker dem Magazin. Denn YouTube sperre mehr Videos, als die Gema fordere. Das Verfahren verlängere nur die Lösungsfindung, sagte hingegen eine YouTube-Sprecherin der "Wirtschaftswoche".

Oppa Gangnam Style? Durchaus, aber nicht für deutsche YouTube-Nutzer. Dort ist das Rekord-Video von Psy gesperrt, wegen der Gema.

Google und die Gema, die in Deutschland die Urheberrechte etwa von Komponisten oder Textautoren vertritt, können sich schon seit 2009 nicht über eine Mindestvergütung für Videos bei YouTube einigen, nachdem ein vorläufiger Vertrag auslief. Die Verwertungsgesellschaft will 0,375 Cent pro Abruf.

Google lehnte die Forderung bisher ab. Inzwischen wurde eine Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt eingeschaltet. Beide Seiten stehen sich auch in einem Gerichtsverfahren in Hamburg gegenüber. Dort entschied das Landgericht im vergangenen Frühjahr, dass YouTube zwar auf Gema-Aufforderung ausgewählte Videos löschen müsse, aber nicht verpflichtet sei, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen auf Gema-Gebührenpflicht zu überprüfen. Dieser Rechtsstreit soll ebenfalls in eine neue Runde gehen. (dpa)


Kommentare
27.01.2013
09:09
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von VolkherausGladbeck | #13

Eigendlich weiss jeder das man gesperrte YouTube Videos auch ohne Anonymisierungsdienste in Deutschland sehen kann.
Dafür braucht man nur einen kleinen Trick anwenden :
Statt z.B. :http://www.youtube.com/watch?v=dI-lJWIq2Fs
gibt man ein ss vor youtube ein, also
http://www.ssyoutube.com/watch?v=dI-lJWIq2Fs
und schon kann man das Video ansehen.
Mit diesem Trick kann man dann auch sofort das Video herunterladen.

26.01.2013
18:34
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von sak1 | #12

schafft endlich die gema ab!!!

2 Antworten
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von 1980yann | #12-1

Die Gema kann man nicht abschaffen, aber die Gema-Vermutung.

Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von boehmann | #12-2

Und die Rundfunk und Fernsehgegühren gleich mit !

26.01.2013
18:05
Empfindlich?
von sellerieschubser | #11

Warum gegen etwas klagen, das, zumindest gefühlt(!), die Wahrheit ist?

Siehe Gängelung vom Diskotheken, Großveranstaltungen und sogar Kindergärten(!) durch die "GEMA"...

26.01.2013
17:47
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von Freespacer | #10

Ich sehe es etwas anders. YouTube stellt eine kostenfreie Video-Plattform für Musikkünstler und Musikproduzenten zur Verfügung, auf dieser ihre Musik (in etwas geringere Qualität) für die breite Masse bekannt machen können und kann sogar als Werbeplattform dienen. Hier können die Künstler auf die MP3-Shops verweisen, in denen man die Musik (im besten Fall DRM-frei) in hochwertigeren Qualität kaufen und herunterladen kann. 2 Fliegen mit einer Klappe und die GEMA-Gebühren sind auch schon drin.

Das was die GEMA macht ist total unlogisch und beweist mal wieder ihre Kurzsichtigkeit. Man kann doch nicht auf so einer Plattform Werbung machen und dafür noch Geld kassieren?! Das wäre ja so, wenn ich in der WAZ-Zeitung eine riesige Werbung (die ich in Eigenregie kreativ gestalte) auf 2 Seiten platzieren lasse und der WAZ dann sage, dass die mir dafür 0,375 Cent pro Auflage überweisen sollen. Die würden mir einen Vogel zeigen! Wo kämen wir denn da hin?!

26.01.2013
17:20
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von 1980yann | #9

Jeder kann den Text oben im Bild lesen - wie kann man Youtubes Sperrtafel interpretieren?
Youtube gibt ganz offen zu, dass sein Filtermechanismus "möglicherweise" zuviel sperrt und dass dieser Filtermechanismus den Zweck hat, möglichen Unterlassungsansprüchen der GEMA aus dem Weg zu gehen. Ob die GEMA in jedem einzelnen Fall diese Unterlassungsansprüche geltend gemacht hätte, ist hier völlig irrelevant.
Das macht die GEMA daraus: "Diese suggerieren fälschlicherweise, die GEMA wäre für die Sperrung der Videos auf YouTube verantwortlich."
Das ist dreist gelogen. Youtube gibt lediglich an, einzelne Videos nicht zu zeigen, um potentiellen Klagemöglichkeiten der GEMA aus dem Weg zu gehen.

26.01.2013
17:09
Jeder verkauft sich - so gut er eben kann.
von denkstewohl | #8

Der von youtube eingeblendete Text zeigt eben nur die eine Seite der Diskussion auf.

Die Formulierung :

"Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält und wir für die erforderlichen Musikrechte nicht zahlen wollen."

wäre genauso richtig.

Die GEMA will die Rechte sehr wohl einräumen, aber google mag halt nicht entsprechend dafür zahlen.

Ob das gesamte GEMA-System noch zeitgemäß oder gar gerecht ist steht auf einem anderen Blatt. Nur wird DAS nicht von google entschieden.

26.01.2013
15:59
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von ModemHamster | #7

Ich darf mal Fefe zum Thema GEMA zitieren (Blogeintrag vom 23.1.13):
"BR-alpha will Space Night fortsetzen, mit eigener oder freier Musik. Die Stellungnahme der GEMA überzeugt mal wieder auf ganzer Linie:

Die Gema hatte mit einer eigenen Stellungnahme widersprochen: Die neuen Gebühren schienen "ein vorgeschobener Grund zu sein".

Aber natürlich, liebe GEMA! Das sind alles Betrüger und Lügner! Die Clubbesitzer, die von dir runtergefahren wurden, Youtube, der BR, alles fiese Lügner, die Gründe vorschieben, um dich, die arme unschuldige wohlmeinende GEMA, schlecht aussehen zu lassen.

Wie groß muss die überwältigende Mehrheit der sich von dir geschädigt Fühlenden eigentlich werden, damit bei der Management-Etage mal die Idee goutiert wird, dass eventuell möglicherweise potentiell was dran sein könnte an dem, was die alle zu sagen haben? "

Dem kann man nichts mehr hinzufügen.

26.01.2013
15:03
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von xxyz | #6

Da kann man YouTube nur viel Erfolg wünschen.

26.01.2013
15:03
Gema reicht eine Unterlassungsklage gegen YouTube ein
von Pucky2 | #5

Also der Text ist doch vollkommen OK. Youtube drückt nett aus, dass die GEMA ein geldgeiler Laden ist, der die Menschheit mit Wucherforderungen schröpfen will.
Es ist Zensur, dass man nur in Deutschland Musik nicht hören darf, aber in 190 anderen Staaten der Welt.
Aber unsere lobbyistenhörigen Politiker machen so etwas ja erst möglich.

26.01.2013
14:26
Ich freue mich viel mehr auf den neuen Text
von harrass | #4

Dieses Video ist nicht verfügbar, weil "ZENSIERT" nicht die Rechte freigegeben hat.
Das tut uns Leid...

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