Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Wirtschaft

Bolivien verstaatlicht spanischen Energiekonzern

30.12.2012 | 11:44 Uhr
Foto: /AP/Juan Karita

Boliviens Präsident Evo Morales hat vier Tochterunternehmen des spanischen Energiekonzerns Iberdrola verstaatlicht. Mit der Übernahme der Netzbetreiber Electropaz und Elfeo wolle der Staat für eine "gerechte" Energieversorgung in den Regionen La Paz und Oruro sorgen, teilte Morales am Samstag in La Paz mit.

La Paz (dapd). Boliviens Präsident Evo Morales hat vier Tochterunternehmen des spanischen Energiekonzerns Iberdrola verstaatlicht. Mit der Übernahme der Netzbetreiber Electropaz und Elfeo wolle der Staat für eine "gerechte" Energieversorgung in den Regionen La Paz und Oruro sorgen, teilte Morales am Samstag in La Paz mit. Auch die Investment- und die Dienstleistungssparten von Iberdrola in Bolivien wurden übernommen.

Soldaten bezogen vor den Firmengeländen der Unternehmen Stellung und hängten Schilder mit der Aufschrift "Verstaatlicht" auf. Er sei zu dem Schritt gezwungen worden, um die Strompreise stabil zu halten, begründete der Präsident sein Vorgehen.

Die spanische Regierung bedauerte die Entscheidung und rief zu einer angemessenen Bewertung der betroffenen Unternehmen auf, um eine gerechte Entschädigung der Anteilseigner zu gewährleisten. Morales' Erlass zufolge soll Iberdrola binnen 180 Tagen entschädigt werden. Der Konzern war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seit seinem Amtsantritt 2006 hat Morales mehrfach Unternehmen verstaatlicht. In einem ersten Schwung holte er die Ölindustrie unter die Fittiche des Staates. 2009 folgte der größte Telefonanbieter des Landes, der zuvor vom spanischen Konzern ETI kontrolliert wurde. Im folgenden Jahr verstaatlichte er die vier größten Stromproduzenten. Zuletzt hatte er im Mai den größten Netzbetreiber Transportadora de Electricidad verstaatlicht, der zum spanischen Konzern Red Electrica gehörte.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?

 
Aus dem Ressort
Pannenserie und Opel-Aus in Bochum machen GM zu schaffen
Autokonzern
Die Pannenserie um defekte Zündschlösser bei General Motors (GM) und die Sanierungskosten für die Autofertigung zum Jahresende in Bochum sorgen für hohe Verluste bei Opel und GM. Dennoch blickt der Konzern optimistisch in die Zukunft und will vielleicht schon 2015 wieder Gewinne schreiben.
Nachwuchs fehlt - Azubi-Mangel im Varieté-Theater in Essen
Ausbildung
Das Varieté-Theater GOP in Essen würde gern zwei Restaurantfachkräfte ausbilden, doch es fehlen auch dieses Jahr wieder geeignete Bewerber. Schon im vergangenen Jahr blieben zwei Lehrstellen unbesetzt. Das GOP dürfte kein Einzelfall sein. Gerade die Gastronomie ist bei Jugendlichen unbeliebt.
Apotheken beraten laut Testurteil eher schlecht als recht
Apothekentest
Wie gut beraten Pharmazeuten vor Ort, wie gut Versandapotheken? Das wollte die Stiftung Warentest herausfinden - und kam zu einem eher mäßigen Urteil. Nur acht von 38 getesteten Anbietern wurden mit "gut" bewertet. Apotheken vor Ort schnitten nicht unbedingt besser ab als die Online-Konkurrenz.
Blaue Gummibärchen - Haribo wagt Farb-Experiment
Goldbären
Blaue Gummibärchen? Geht nicht, hieß es jahrelang. Jetzt macht Haribo dem Warten ein Ende: In einer PR-Aktion ließ der Bonner Süßwarenproduzent seine Facebook-Fans über neue Bärenfarben abstimmen. Klar, dass Blau das Rennen gemacht hat — aber kann es sein, dass der Farbstoff fischig schmeckt?
Energiewende kann für Stadt Duisburg richtig teuer werden
Klimapolitik
Die Energiewende kann für Duisburg richtig teuer werden, warnt Stadtwerke-Chef Marcus Wittig. Notwendig sei dies nicht, fügt er hinzu. Die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes sei nämlich auch mit modernen Kraftwerken möglich – und zwar erheblich günstiger im Vergleich zu Erneuerbaren Energien.