Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit im Juni nur noch langsam gesunken

28.06.2012 | 11:56 Uhr
Arbeitslosigkeit im Juni nur noch langsam gesunken
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni weiter gesunken - aber nicht so stark wie eigentlich für die Jahreszeit üblich.Foto: dapd

Nürnberg.  Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni erneut nicht so stark gesunken wie für die Jahreszeit üblich. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren insgesamt 2,809 Millionen Erwerbslose registriert, davon knapp 730.000 in NRW. Hier stagniert die Arbeitslosenquote bei 8,0 Prozent.

Die Sorgen um die Eurozone und die sich abschwächende Konjunktur machen sich langsam auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen sank im Juni zwar noch leicht, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Normalerweise gibt es im Juni jedoch eine weitaus stärkere Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Und auch der Vergleich zum Vorjahr fiel diesmal negativ aus.

Insgesamt waren im Juni in NRW knapp 727.500 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 0,4 Prozent weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote stagnierte sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr bei 8,0 Prozent.

Anstieg im Vergleich zum Vorjahr

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen sogar um 0,9 Prozent. Für die Vorsitzende der BA-Geschäftsführung in NRW, Christiane Schönefeld, hatte sich diese Entwicklung abgezeichnet. "Wir haben schon in den vergangenen Monaten gesehen, dass die Dynamik des NRW-Arbeitsmarktes nachlässt", sagte sie. Schon die Frühjahrsbelebung sei in diesem Jahr schwächer ausgefallen als noch im Vorjahr. Ursache sei zum einen die schwächere konjunkturelle Entwicklung. Zum anderen brächten arbeitsmarktpolitische Maßnahmen weniger Entlastung.

Unter anderem waren zuletzt die Bedingungen für den Gründungszuschuss verschärft worden. Daher ist die Zahl der Anträge für diese Unterstützung nach Angaben einer BA-Sprecherin gesunken. Potenzielle Gründer, die sich den Weg in die Selbstständigkeit dadurch nicht mehr zutrauen, bleiben nun eher arbeitslos.

Auch bundesweit verliert Arbeitsmarkt an Schwung

Auch auf dem bundesweiten Arbeitsmarkt sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni nur noch leicht. Im Vergleich zum Mai ging sie um 46.000 auf 2,809 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

Bereinigt um saisonale Effekte ergibt sich jedoch ein düstereres Bild: Danach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 7.000.

"Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es im Juni Anzeichen einer schwächeren Entwicklung", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der arbeitslosen Menschen sei nicht nur weniger stark gesunken als im Juni üblich. Auch die Arbeitskräftenachfrage sei schwächer. Positiv ist jedoch nach wie vor die Entwicklung der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die laut Weise weiter deutlich im Plus liegt.

NRW-Chefin Schönefeld sieht durchaus auch Licht in der Arbeitsmarktstatistik. Die Entwicklung verlaufe weiter auf einem hohen Niveau, sagte sie. Anlass zur Sorge gebe es derzeit noch nicht. (dapd)



Kommentare
28.06.2012
15:42
Arbeitslosigkeit
von popeye2 | #2

#1: Nein es ist die Rede von Erwerbslosen bzw. Arbeitslosen. Würde man die Arbeitssuchenden herausrechnen ist Zahl wesentlich kleiner.
Mitgerechnet sind z.B. auch alle Arbeitsunwilligen und die aus verschiedensten Gründen Arbeitsunfähigen.

28.06.2012
14:32
Arbeitslosigkeit im Juni nur noch langsam gesunken
von meinemeinungdazu | #1

Und weitere 2 - 3 Millionen Arbeitssuchende müssten noch obendrauf gerechnet werden. Die Zahlen der BA sind getürkt, wie immer.

1 Antwort
Arbeitslosigkeit im Juni nur noch langsam gesunken
von ZebraGiggs | #1-1

So sieht´s aus. Leute, die in irgendwelchen sinnfreien Maßnahmen (6 Monate Bewerbungstraining, gibt es wirklich) stecken, aber weiter ALG II beziehen, tauchen nicht in der Statistik auf. Menschen über 58 ebenfalls nicht, obwohl das Renteneintrittsalter bei 67 liegt-lächerlich das Ganze!!

Aus dem Ressort
Die Zukunft des Ruhrgebiets heißt Logistik
Gewerbeflächen
Die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr und die RAG Montan Immobilien wollen mehr Logistik-Unternehmen ins Ruhrgebiet holen. Sie kritisieren, dass es in den Städten Vorbehalte gegen die Branche gebe. Sie sprechen sich zudem dafür aus, die regionale Wirtschaftsförderung mit mehr Kompetenzen...
Thyssen-Krupp will CO2 aus Stahlwerk für Chemiefabrik nutzen
Umweltschutz
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger blickt in die Zukunft: Der Essener Konzern plant ein Stahlwerk ohne Umweltverschmutzung durch klimaschädliches Kohlendioxid. Hüttengase aus dem Stahlwerk in Duisburg sollen als Rohstoff für die Chemieproduktion dienen. Doch bis es soweit ist, dürfte es noch...
Schulte-Ufer bietet Alleinstellungsmerkmal aus dem Sauerland
Unternehmen
Der Haus- und Küchengerätehersteller Schulte-Ufer ist auf Töpfe mit Kupferböden spezialisiert. Erst vor kurzem hat das Unternehmen, das in Sundern 50 Mitarbeiter beschäftigt, eine Umfrage unter 2200 Personen im Auftrag des Fernsehsenders ntv nach den beliebtesten Kochgeschirr-Marken gewonnen.
Rüstungsbranche droht wegen Beschränkungen mit Abwanderung
Rüstung
Die deutsche Rüstungsbranche fürchtet wegen der strengen Kontrolle von Waffenexporten um ihre Geschäfte. Kehren die Hersteller Deutschland den Rücken und wandern in Länder mit weniger Auflagen ab?
Bahnindustrie fordert mehr Investitionen in Schienenverkehr
Verkehr
Die Bahnindustrie hat eine deutliche Aufstockung der Investitionen in das deutsche Schienennetz gefordert. "Die Eisenbahn fährt derzeit massiv auf Verschleiß. Diese Unterfinanzierung muss endlich aufhören."
Umfrage
Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?