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Air Berlin will über 900 Stellen streichen

14.11.2012 | 11:45 Uhr
Ihre Arbeitsplätze sind in Gefahr: Air-Berlin-Beschäftigte bei einer Pressekonferenz im September.Foto: Maja Hitij/dapd

Frankfurt.  Jede zehnte Stelle im Unternehmen solle gestrichen werden, berichtet der Nachrichtensender „n-tv“. Der defizitäre Lufthansa-Rivale Air Berlin hatte zuletzt 2007 einen Nettogewinn eingeflogen, wollte den Bericht aber weder bestätigen noch dementieren.

Die defizitäre Fluggesellschaft Air Berlin will sich einem Medienbericht zufolge von 900 Mitarbeitern trennen. Jede zehnte Stelle im Unternehmen solle gestrichen werden, berichtete der Nachrichtensender „n-tv“, der sich wiederum auf Unternehmenskreise berief.

Air Berlin erklärte am Mittwochmorgen, die Fluggesellschaft arbeite derzeit die Details ihres Sparprogramms aus. „Ob dazu auch ein Stellenabbau gehört, kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch dementiert werden“, sagte eine Sprecherin.

Meldung vom 6.11.12
Air Berlin verklagt Flughafen Berlin auf Schadenersatz

Wegen der wiederholten Verschiebung des Eröffnungstermins verklagt Air Berlin die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Zuvor sind Versuche einer außergerichtlichen Einigung gescheitert. Air Berlin seien bereits geschätzte Mehrkosten und sonstige Schäden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte Mitte Oktober angekündigt, ihren Sparkurs zu verschärfen, aber bislang kaum Details zu dem neuen Sparprogramm „Turbine 2013“ genannt. Die Bilanz für das dritte Quartal will der Lufthansa-Rivale am Donnerstag vorlegen. Ziel waren bislang ausgeglichene Zahlen für das Gesamtjahr 2012.

Mehdorn: „Bisherige Anstregungen reichen nicht aus“

Schon im Oktober hatte Unternehmenschef Hartmut Mehdorn an die Mitarbeiter geschrieben: „Unsere bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus, um unsere Ziele 2013 zu erreichen.“ Hohe Belastungen aus der „widersinnigen Luftverkehrssteuer sowie anhaltend hohe Kerosinpreise erzeugen zusätzlichen Gegenwind“, hieß es weiter.

Air Berlin hat zuletzt 2007 einen Nettogewinn eingeflogen. Besserung ist bisher nicht in Sicht: Im zweiten Quartal hatte Air Berlin im laufenden Geschäft den Verlust nur leicht auf 29,4 Millionen Euro verringern können. Zugleich war aber der Umsatz trotz zurückgegangener Kapazität gestiegen. Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatte verkündet, dass statt der geplanten 45 Millionen 50 Millionen Euro eingespart worden seien. 2012 sollen insgesamt 230 Millionen Euro erreicht werden.

Video
Berlin, 20.12.11: Auftrieb für Air Berlin – die arabische Fluggesellschaft Etihad stockt für 73 Millionen Euro ihre Anteile an der zweitgrößten deutschen Airline auf rund 30 Prozent auf. Konzernchef Mehdorn bekommt so mehr Zeit für die Sanierung.

Um über die Runden zu kommen, hat Air Berlin Ende 2011 Etihad a n Bord geholt. Die Airline aus der Golf-Metropole Abu Dhabi sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Millionen Dollar zur Verfügung. Davon hat Air Berlin bereits 200 Millionen Dollar abgerufen. (rtr/dapd)



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