DASA zeigt die Sonderausstellung "Das geheime Leben der Maschinen" : Absurde Geschichten auf Knopfdruck

Dortmund. Es sind diese Kindheitsträume, dass Dinge des Alltags, unser Bett, die Bücher, Möbel oder Maschinen in unbeobachteten Augenblicken ihr eigenes Leben führen und unglaubliche Dinge tun, die gemeinhin für Menschen unsichtbar bleiben.
Endlich können wir ihnen dabei zuschauen, ohne dass sie was merken und still staunen.
Sonderausstellung " Das geheime Leben der Machinen " DASA. Britische Sammlung Cabaret Mechanical Theatre London. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck
Sonderausstellung " Das geheime Leben der Machinen " DASA. Britische Sammlung Cabaret Mechanical Theatre London. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck
„Das geheime Leben der Maschinen”, eine Sonderausstellung in der DASA-Galerie in Dortmund, zeigt ab Sonntag Verblüffendes: Maschinen-Figuren, mit wundersamer Mechanik angetrieben, skurrile Automaten, die seltsame, komische, dramatische, auch böse Geschichten erzählen. 40 Objekte der Londoner Sammlung Cabaret Mechanical Theatre, einst entstanden im Umfeld eines kleines Holzspielzeug-Ladens in Cornwall, sind erstmals in Nordrhein-Westfalen zu sehen.
Alle Figuren
fein geschnitzt
Sonderausstellung " Das geheime Leben der Machinen " DASA. Britische Sammlung Cabaret Mechanical Theatre London. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck
Per Knopfdruck kann der Besucher die Erzählungen ans Laufen bringen. So wie die herrlich-heimliche Story vom Alptraum bei Vollmond: Der hölzerne Mensch schläft unter einer hölzernen Bettdecke - alles fein geschnitzt. Plötzlich schiebt sich das Schlafzimmer-Fenster auf, und eine weiße Schimäre glotzt ins Zimmer. Dann öffnet sich auch noch der Kleiderschrank, und ein riesiges Schlangenmonster nähert sich dem Bett. Zwei Sekunden später ist der Spuk vorbei, alle Ungeheuer sind wieder verschwunden. Der Schläfer wacht kurz auf, hat nichts gemerkt, und sein Holzkopf fällt wieder aufs Kissen.
Zwei Steinböcke spielen zusammen Orgel, ein Affe fährt Bananen-Kanu und ein Pasta-Fan sitzt in einer Nudel-Wanne und gabelt sich seine Spaghetti. Anubis, der Gott des Totenreichs, sitzt am Schreibstisch und malt akribisch Würstchen. Verrückte, absurde Dinge spielen sich vor unseren Augen ab, sehr britisch mitunter der Humor.
„Wir haben lange überlegt, ob es Kunst ist oder nicht”, erzählt der Kurator der Ausstellung Hans-Gerd Kaspers. Weil die verrückten Engländer, die in ihren Bastelstuben ihren Kreationen den letzten (Holz)schliff geben, eigentlich keine Kunst machen wollen, sondern eher auf unsinnige Dinge stehen „und schräge Sachen lieben”. Kunstvoll gemacht sind die mechanischen detailreichen Skulpturen von Paul Spooner, Keith Newstead, Lucy Casson, Ron Fuller, Kazu Harada und Peter auf jeden Fall. Die ideenreichen Erfinder, die sich 1979 fanden und seit 1985 als Ausstellungsmacher unterwegs sind, bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Design und Spielzeug. Hans-Gerd Kaspers ist sicher: „Die werden in Europa noch entdeckt.”
„Das geheime Leben der Maschinen” - 4. Oktober bis 30. Dezember, Begleitprogramm für Kinder, Fotostrecke www.derwesten.de/dortmund
















