Events : Es bleibt dabei: Loveparade 2009 fällt flach

Bochum. Auch Oliver Wittke kann die Loveparade nicht retten. Der Vorschlag des Landesverkehrsministers, die Parade statt in Bochum ersatzweise auf der A 40 stattfinden zu lassen, sei charmant, aber keine Lösung, heißt es bei den Veranstaltern. Damit ist die Loveparade endgültig vom Tisch.
Die Loveparade 2009 fällt definitiv aus. Das versicherte Montag Morgen auf WR-Nachfrage Björn Köllen, Sprecher des Loveparade-Veranstalters, der Lopavent GmbH. Die Option A 40 sei schon lange vor dem Vorschlag des Verkehrsministers von Lopavent geprüft und wieder verworfen worden, so Köllen. Im Kern würden mit einem Ausweichen auf die Autobahn die Probleme nicht gelöst, kurz: „Die Leute kommen da einfach schlecht hin”, der Veranstaltungsort bzw. der Platz der Abschlusskundgebung müsse fußläufig und zentral zu erreichen sein. Dafür sei der Nahverkehr nicht ausgelegt.
Hinzu komme: Ein anderer Ort ändere nichts daran, dass die Bahnhöfe in Bochum oder auch in Dortmund wegen der im Sommer anstehenden Modernisierungs- und Gleisbauarbeiten - wie berichtet - nur begrenzt nutzbar seien. „Das gibt nur Chaos, das wollen wir nicht.”
Auch der Vorschlag, kurzfristig auf ein dezentrales Konzept zu setzen, also die Loveparade an mehreren Standorten wie etwa Dortmund, Bochum, Essen gleichzeitig steigen zu lassen, stößt bei den Veranstaltern auf wenig Gegenliebe. Würde man beispielsweise drei kleine Paraden veranstalten, müssten auch drei Bühnen aufgebaut werden, drei Verkehrs- und Sicherheitskonzepte entwickelt werden. „Viel zu aufwändig und zu teuer”, kommentiert Köllen. Bei Lopavent konzentriere man sich auf 2010 und 2011, also auf Duisburg und Gelsenkirchen, hier liefen jetzt die (Strecken-)Prüfungen an. Und noch mal: „Für 2009 ist der Zug definitiv abgefahren, alle Optionen sind durch.”
Dass die Loveparade nicht stattfindet, bewertet der Dortmunder Szene-Kenner und Techno-Forscher Prof. Dr. Ronald Hitzler als „peinliche Blamage fürs Ruhrgebiet”. Er sei fassungslos, dass man in Bochum so spät abgesagt habe und damit, nach zwei so erfolgreichen Paraden in Essen und Dortmund, die Zukunft des ganzen Projektes in frage stelle. Die ewigen Kritiker in Berlin würden sich nun zu recht „auf die Schenkel klatschen”, ahnt Hitzler, der 2007 einer der großen Fürsprecher der „Metropole Ruhr” war.
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