Das aktuelle Wetter Witten 13°C
Soziales Netzwerk

Facebook-Party hält Witten schon wieder in Atem

28.07.2012 | 05:45 Uhr
Facebook-Party hält Witten schon wieder in Atem
Der Verursacher des neuerlichen Aufrufs zur Facebookparty ist bisher noch nicht ausfindig gemacht worden. Foto:dapd

Witten.  Zum wiederholten Male hält die Ankündigung zu einer „Facebook-Party“ die Stadtverwaltung auf Trab. Ein bislang anonymer Gastgeber hat die Veranstaltung für das nächste Wochenende in Witten angekündigt. Knapp 2000 Gäste waren zu der Spontan-Feier eingeladen.

Die Toleranzgrenze gegenüber „Facebookpartys “ ist in Witten längst überschritten. „Lasst es doch einfach sein“, heißt es in einer genervt klingenden Mitteilung der Stadtverwaltung. Schon wieder hat jemand über das soziale Netzwerk zu einer Spontanparty aufgerufen.

Mehr als 1800 Einladungen

Einladungen zu der Veranstaltung gingen an 1825 Menschen. Sie sollen sich am Samstag, 4. August, an einem Ort im Stadtgebiet zusammenfinden. Auf die Facebookparty aufmerksam geworden ist die Stadtverwaltung dank eines anonymen Hinweisgebers. „Nur so können wir entsprechend reagieren“, erklärt Lena Kücuk, Pressesprecherin der Stadt Witten. Dabei könnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung getrost auf die Spontanfete verzichten. Denn für sie heißt es, am Wochenende eine Extraschicht einzulegen. „Für uns ist dies kein läppisches Ärgernis“, meint Kücük. Denn solche Einsätze kosten viel Geld. „Und das bezahlt in letzter Konsequenz der Steuerzahler“, sagt die Pressesprecherin. Denn neben dem Ordnungsamt müssen auch Polizisten anrücken. Derzeit arbeiten die Beamten und die Polizei einen Einsatzplan aus.

Die Chancen, das Geld von dem Verursacher solcher Partys wiederzuerhalten, sind derzeit noch gering. Im jüngsten Fall hatte die Stadt Witten gegen einen Verursacher ein Ordnungsgeld von bis zu 1000 Euro angedroht. Das deckt bei weitem nicht die Kosten für die Einsatzkräfte, die bei einer unberechenbar großen Facebookparty vor Ort sein müssen. Und abschreckende Wirkung hatte ein derart vergleichsweise geringer Betrag offensichtlich auch nicht.

Forderung: Verursacher sollen zahlen

Nicht zum ersten Mal gibt es die Anregung, die Kosten für den Aufwand, den eine Spontan-Fete erzeugt, dem Verursacher in Rechnung zu stellen. Klaus Noske, CDU-Faktionschef in Witten und Polizeidirektor in Gelsenkirchen, hält die finanzielle Beteiligung für Facebookparty-Veranstalter künftig für plausibel. „Verhaltensstörer, die die öffentliche Sicherheit gefährden, könnten laut Polizeigesetz zu Rechenschaft gezogen werden“, erklärt der ehemalige Chef der EN-Kreispolizeibehörde. Auch, wenn sie nicht vor Ort wären.

Doch noch ist nicht klar, ob künftig höhere Geldbeträge auf leichtsinnige Facebookparty-Veranstalter zukommen. „Rechtlich befinden wir uns in einer Grauzone“, sagt der Polizist. Es gebe noch keine Erlasslage. Dennoch scheint in Polizeikreisen die Überzeugung größer zu werden, dass abschreckende Geldbeträge hilfreich wären. „Ordnungsgelder in Höhe von 1000 Euro decken bei weitem nicht die Kosten für die Einsatzkräfte, Müllabfuhr und die Reinigung“, so Noske. Er hält eine klare Rechtslage für das wirksamste Mittel. „Das nimmt sonst neue Dimensionen an“, sagt er und: „Dass für den Spaß und die Randale andere Steuergelder verschwendet werden, bereitet mir Bauchschmerzen.“

Stefan Rebein

Kommentare
23.09.2012
09:26
Facebook-Party hält Witten schon wieder in Atem
von aufkoks | #14

Solange der "Gastgeber" anonym bleibt können die Behörden soviel Rechnungen schreiben wie sie Papier haben.

Funktionen
Aus dem Ressort
Wittener SPD wählt Ralf Kapschack zum neuen Vorsitzenden
Politik
Er übernahm ihr Bundestagsmandat, wurde wie sie Schatzmeisterin und nun auch noch SPD-Vorsitzender: Ralf Kapschack, der Mann nach Christel Humme.
Im früheren Wittener Tiefbauamt wird jetzt gewohnt
Wohnen
Neue Barrierefreiheit wird nicht nur von Senioren geschätzt, sondern auch von jungen Leuten und Berufstätigen. Zwei Drittel der Wohnungen sind weg.
Den Wittener Eltern reicht es
Kita-Streik
Der Streik der Erzieherinnen geht in die dritte Woche und zerrt am Nervenkostüm der Eltern. Drei Mütter erzählen vom Alltag im Dauerstress.
Eigenheim mit Einschüben und schräge Schreinerei
Tag der Architektur
Zwei spannende Bauten kann man am Tag der Architektur in Witten besichtigen: Das Haus der Familie Camphausen und die Schreinerei von Uwe Klein.
Wieder Brand im Salinger Feld in Witten
Härterei-Brand
Ein Ofen hat in der Härterei HWH Feuer gefangen. Erneut zog eine Rauchwolke über das Gewerbegebiet. Arbeiter konnten die Halle unverletzt verlassen.
Fotos und Videos
Brand bei HWH
Bildgalerie
Witten
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Sportliches Beach-Weekend
Bildgalerie
Witten
Thai-Curry
Bildgalerie
Serie
article
6924677
Facebook-Party hält Witten schon wieder in Atem
Facebook-Party hält Witten schon wieder in Atem
$description$
http://www.derwesten.de/wr/staedte/witten/facebook-party-haelt-witten-schon-wieder-in-atem-id6924677.html
2012-07-28 05:45
Facebook,facebookparty,Polizei,Witten,Gelsenkirchen
Witten