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Fotoalbum ist eine echte Fundgrube

20.05.2012 | 19:00 Uhr
Fotoalbum ist eine echte Fundgrube

Wattenscheid. Die Erinnerung trägt Klaus Nolte im Herzen. Denn wenn er an die Anfänge der Günnigfelder Karnevalsgesellschaft (GüKaGe) zurückdenkt, hat er gleichzeitig seinen Vater Hubert vor Augen, der die ersten Vereinsjahre entscheidend mitprägen konnte. „Das war ein Pfundskerl“, sagt Sohn Klaus und will, dass dieses Stück der jecken Historie weitergetragen wird. „Sonst landet irgendwann alles auf der Kippe.“

Mit „alles“ meint der 70-Jährige zum Beispiel das Fotoalbum, das er wie einen Schatz hütet. Die Aufnahmen zeigen seinen Vater Hubert in jeglichen Variationen des karnevalistischen Treibens: als Redner in der Bütt, als Sänger auf der Bühne, als Handläufer im Straßenkarneval, oder dabei ganz vorne auf dem Pferdewagen; die Tiere wurden damals von den Bauern Mai und Görtz gestellt. „Sagenhaft“, findet Klaus, der als kleiner Junge staunend zum Papa aufsah.

Hubert Nolte war, so erzählt es der Sprössling, Günnigfelder durch und durch. Vielen ist er noch als Inhaber der Schusterei („Feinsohlerei“) an der Günnigfelder Straße, der späteren Gaststätte „Treffpunkt“, bekannt. Von Anfang an prägte der Schuhmachermeister die GüKaGe rund um Fritz Blanke und Anton Rausch sen. mit, und war bereits Mitglied der katholischen Laienspielschar, aus der 1932 der Karnevalsverein hervorging. Klaus Nolte war noch im Jugendalter von 14 Jahren, als sein Vater viel zu früh verstarb. Damit brach auch sein Kontakt zu den „Freunden der Nacht“ ab.

Was nicht heißt, dass der pensionierte Lokomotivführer sich nicht auch selbst närrisch engagiert hätte. Im Kolping-Karneval gehörte Klaus Nolte zum Männerballett und gestaltete mehrere Auftritte auf der Bühne mit – über viele Jahre hinweg. „Irgendwann war mir das aber nicht mehr familiär genug“, kritisiert er die Kommerzialisierung. Schließlich habe er den Karneval noch anders, bodenständiger, kennen gelernt. „Zu Zeiten meines Vaters haben die Jecken aus einfachsten Mitteln ihre Kostüme kreiert. Und es war trotzdem immer brechend voll in der Kronenburg.“ Teils kamen die Vorstellungen so gut an, dass die GüKaGe das Programm an 14 Tagen hintereinander aufführte.

Gleichgesinnte gesucht

Klaus Nolte ließ den Karneval jedoch irgendwann Karneval sein und zog sein zweites Hobby vor: Radfahren. War er beruflich mit dem Zug unterwegs, hatte er stets sein Klapprad im Gepäck. Ob in Berlin, Hamburg oder sonst wo in Deutschland: In den Pausen fuhr Nolte durch die Gegend, wer genau hinsah, konnte das Wattenscheider Stadtwappen auf seinem Drahtesel erkennen. „Noch heute bin ich rund 4000 Kilometer pro Jahr unterwegs.“ Er genießt dabei nicht nur die Natur, sondern auch das Alleinsein. „Ich brauche das einfach. Einsamkeit und Ruhe haben mir immer gut getan“, schildert Nolte.

Was ihm hingegen äußerst schwer fällt ist es, nicht zu wissen, was einmal aus seinen Erinnerungen wird. Von daher sucht er jetzt nach Gleichgesinnten, die mit ihm dazu beitragen wollen, dass dieser Teil der karnevalistischen Historie weiterlebt; durch Gespräche, das Teilen von Wissen und Anekdoten jener Zeit mit der jüngeren Generation.

Klaus Nolte ist telefonisch unter der Rufnummer 31 987 zu erreichen. Ausführliche Informationen zur Historie der Günnigfelder Karnevalsgesellschaft (GüKaGe) sind unter www.guekage.de im Internet abrufbar. Der nächste „karnevalistische Treff“ findet am 9. Juni um 19 Uhr im Eulenspiegel (Eule), Otto-Brenner-Straße 4, statt. Auch dort ist die Möglichkeit zum Austausch gegeben.

Christopher Becker


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