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Krankenhaus „Maria Hilf“

50-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt

04.06.2012 | 08:00 Uhr
50-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgeführt
50 Jahre Gynäkologie in Warstein: Die Belegärzte Dr. Heiner Hölting, Dr. Franz-Josef Sattler und Dr. Günther Roth.

Warstein. Als Dr. Willi Ebel vor 50 Jahren die Geburtshilfe und gynäkologische Abteilung im alten Krankenhaus gründete, hätte sich wohl kaum jemand vorgestellt, welche Erfolgsgeschichte diese Abteilung innerhalb dieses halben Jahrhunderts schreiben würde. Maßgeblich daran beteiligt sind die drei Belegärzte der Gynäkologie: Dr. Günther Roth, Dr. Joachim Sattler und Dr. Heiner Hölting.

Die meisten Warsteiner verbinden vor allem die Geburtshilfe mit der Abteilung, doch die Gynäkologie ist mehr: „Wir bieten auch operative Tätigkeiten. Hier müssen wir uns messen lassen mit den umliegenden Konkurrenten“, erläutert Dr. Hölting. Dass die Abteilung von Belegärzten geführt wird, ist dabei ein großer Vorteil: „Die Abteilung wird auch am Wochenende immer von einem Facharzt mit langjähriger Erfahrung betreut. Das macht die Situation für die Patienten sicherer.“ In einer Krankenhaus-internen Abteilung habe in der Regel ein Assistenzarzt Nachtdienst. „Das ist bei uns nicht der Fall. Die Rundum-Betreuung in Praxis und Krankenhaus macht den besonderen Reiz für die Patienten aus.“

Die Geburtshilfe

Rund 19 200 Geburten wurden in den vergangenen 50 Jahren im Krankenhaus „Maria Hilf“ gezählt. Rund 5000 davon hat Dr. Günther Roth durchgeführt, der seit 32 Jahren Belegarzt in der Gynäkologie ist. Seine Gemeinschaftspraxis führte er damals mit Dr. Ebel, heute mit Dr. Sattler. „Das war damals eine der ersten Gemeinschaftspraxen im Regierungsbezirk“, so Dr. Roth, der viele Höhen und Tiefen am Krankenhaus miterlebt hat. „2001 gab es ein Gutachten der Krankenkassen-Vereinigung, dass man die Abteilung am besten schließen sollte. Wir haben damals einen Protestmarsch organisiert.“ Nach diesem Jahr sei von der Schließung nie mehr die Rede gewesen. „In letzter Zeit gibt es die Tendenz, dass man versuchen will, solche Abteilungen auf dem Land zu erhalten.“

Eine Notwendigkeit: Durchschnittlich 360 Kindern halfen die drei Ärzte jährlich auf die Welt – Tendenz allerdings fallend. „1990 hatten wir ein Hoch mit 454 Geburten. Im vergangenen Jahr waren es hingegen nur 208 Kinder, die hier auf die Welt gekommen sind.“

Gründe sind die allgemein sinkende Geburtenzahl, aber auch die Tatsache, dass man in den 80er und 90er Jahren viele Mütter aus dem HSK im „Maria Hilf“ hatte. „Die schicken die Mescheder Kollegen heute viel nach Arnsberg.“

Ebenfalls geändert hat sich die Verweildauer. Früher blieben die Frauen zehn Tage nach der Geburt, heute werden sie nach vier Tagen entlassen.

Die operative Gynäkologie

Viel verändert hat sich in den vergangenen zehn Jahren auch bei den OP-Verfahren, dem zweiten Standbein der Abteilung. Schlüsselloch-Operationen werden vom Krankenhaus besonders gefördert. „Wo es früher eine große OP gab, werden heute nur noch kleine Schnitte gemacht“, erklärt Dr. Hölting. Bei der Eierstock-Chirurgie sei dies schon länger möglich. Neu sei, dass die Methode auch bei Gebärmutter-Entfernungen angewandt wird.

Der zweite große Bereich ist die Beckenboden-Chirurgie, wo Senkungen in verschiedener Weise behandelt werden -- schon länger mit Hilfe spezieller Bänder, seit 2007 auch mit Netzen. „Wir haben aus einem weiten Umkreis Zuspruch und sind lange die einzigen gewesen, die so operieren.“

Dritter Bereich ist die Brust-Chirurgie, wobei kosmetische Operationen ebenso geboten werden wie Tumor-Behandlung bei Brustkrebs. „Beide Praxen sind gut ausgestattet für diagnostische Maßnahmen.“

Die Zukunft

„Das Krankenhaus unterstützt die Abteilung und wird alles tun, um sie weiter betriebsbereit zu erhalten und eine langfristige Versorgung zu sichern“, betont Dr. Hölting.

Tanja Frohne


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