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Neuer Anlauf für Kulturzentrum

26.06.2012 | 19:42 Uhr
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
Weichen sollen die beiden alten Gebäude. An ihre Stelle soll nach dem Willen der VIKZ-Gemeinde ein Neubau entstehen.

Recklinghausen. Sie ist die älteste islamische Gemeinde in der Stadt. Zum Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) gehörend, bezog sie 1977 an der Dortmunder Straße 170/172 in einer ehemaligen Gastwirtschaft ihr Domizil. Und wenn es nach ihr geht, dann würde sie schon bald nicht mehr in den beiden, in die Jahre gekommenen Häusern von 1998 und 1905 residieren, sondern in einem Neubau. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung möchte der Vorstand des VIKZ im Norden der Stadt nun am kommenden Freitag, 29. Juni, (18 Uhr, Oberlinhaus, Hinsbergstraße 14) über seine Pläne informieren.

Dabei geht es wohl nicht zuletzt darum, Bedenken aus dem Umfeld aus dem Weg zu räumen. „Wir werden kein Internat oder keine Koranschule einrichten. Das Gebäude soll auch kein Minarett bekommen“, versichert Sami Baskurt, Vorstandsmitglied der Gemeinde. Vielmehr soll es sich in einer eher modernen Anmutung an das Nachbargebäude anpassen. Geplant sei ein Kulturzentrum, in dem sich auch die Moschee der Gemeinde befinden soll. Es werde aber für Schüler Angebote geben, aus dem Koran zu lernen. Auch Hausaufgabenhilfe sei möglich.

Älteste islamischeGemeinde in der Stadt

„Wir versuchen ja schon seit mehreren Jahren, die Genehmigung für einen Neubau zu erhalten“, so Baskurt. Besucher beklagten, es rieche bisweilen modrig in den Gebäuden, die Bedingungen seien dort alles andere als gut. Der Vereine wollen die Chance bekommen, sich gegenüber Gästen anders zu präsentierten und werbe deshalb dafür, dem Bauantrag statt zu geben. Bislang vergeblich. Wobei es trotz des Alters der beiden Häuser, die im Eigentum der Gemeinde sind und die abgerissen werden sollen, es keine Einwände etwa des Denkmalschutzes gebe. Die Abstandsfläche eines Neubaus zum Bürgersteig hatte dagegen offenbar immer wieder zu Meinungsverschiedenheit zwischen Antragsteller und Stadt gegeben. Erst im Februar hatte die Verwaltung einen Bauantrag mit den Hinweis abgewiesen, er habe etliche Mängel.

Bedenken ausdem Weg räumen

Nun hoffen Sami Baskurt und seine Mitstreiter offenbar, eine öffentliche Informationsveranstaltung könnte ihrer Sache dienlich sein. Sie lädt für kommenden Freitag interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Moderieren wird den Abend Pfarrerin Kerstin Schütz.

Bedenken sollen dann wohl auch ausgeräumt werden, der Verein könnte Entwicklungen einer Parallelgesellschaft Vorschub leisten; zumal der VIKZ insgesamt in der Vergangenheit immer mal wieder in den Verdacht gekommen ist, eher integrationshemmend denn -fördernd zu wirken. Das Gegenteil sei der Fall, versichert Vorstandsmitglied Baskurt. Gemeinsam mit evangelischer und katholischer Kirche und auch mit der jüdischen Gemeinde habe es bereits Veranstaltungen gegeben, der Verein engagiere sich in der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG). Außerdem spreche beim Freitagsgebet der Hodscha in der Moschee bereits seit vier Jahren erst in türkischer und dann in deutscher Sprache. Auch das solle am Freitag zur Sprache kommen. Baskurt räumt ein, sein Verein habe es bislang nicht verstanden, sich gegenüber der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das solle sich nun ändern.

Andreas Rorowski



Kommentare
29.06.2012
22:47
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von JoachimSeeger | #6

Behinderung der Religionsausübung? (5)
einigen altkatholischen und evangelischen Kirchen. Auch in der römisch-katholischen Kirche ist das Tagesevangelium Lukas 2,16-21. Bis zur Grundordnung des Kirchenjahres von 1969 gedachte man am ersten Januar der Beschneidung Jesu acht Tage nach seiner Geburt. Wann können wir endlich ein Wort des starken Protests einer christlichen Arbeitsgemeinschaft in Recklinghausen gegen das Urteil des Kölner Landgerichts erwarten? Schließlich geht es doch um den Bestand der Religionsfreiheit! Nicht zuletzt erwarten unsere jüdischen und muslimischen Freunde ein eindeutiges Wort der Solidarität!

29.06.2012
22:43
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von JoachimSeeger | #5

Behinderung der Religionsausübung? (4)

Strafrechtlers könnte das Kölner Urteil sogar zu höheren medizinischen Risiken infolge von unprofessionellen Eingriffen im In- und Ausland führen. Schließlich wird das Fest „Beschneidung des Herrn“ in der außerordentlichen Form des römischen Ritus am ersten Januar gefeiert, dem Oktavtag von Weihnachten. Der Evangelist Lukas berichtet im zweiten Kapitel, dass Jesus gemäß biblischer Vorschrift und jüdischem Brauch am achten Lebenstag beschnitten worden sei. In der Auseinandersetzung mit den Doketisten, die die Inkarnation bestritten, galt die Beschneidung als Argument, dass Jesus Christus „wahrer Mensch und wahrer Gott“ sei. Die Ostkirche kennt dieses Fest seit dem vierten Jahrhundert; ab dem sechsten Jahrhundert ist es auch in Spanien und Gallien nachweisbar. In den anglikanischen, orthodoxen, syrisch-orthodoxen und syro-malabarischen Kirchen wird der Beschneidung Christi am ersten Januar auch heute noch gedacht, wie ebenso in einigen

29.06.2012
22:37
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von JoachimSeeger | #4

Behinderung der Religionsausübung? (3)
das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht.“ Die Türkische Gemeinde in Deutschland wies bereits auf einen „Beschneidungstourismus“ in Länder hin, in denen die Beschneidung nicht unter Strafe stehe. Schließlich ist die Beschneidung in jüdischen und muslimischen Familien eine „ganz weit verbreitete Praxis“. Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) sah den Richterspruch sogar als Rückschlag bei der Integration von Muslimen an. Muslime würden an der Ausübung ihrer Religion in Deutschland behindert, was der Religionsfreiheit widersprechen würde. Schon werden berechtigterweise Stimmen laut, die darüber nachdenken, ob man als Moslem angesichts massiver Eingriffe in die Religionsfreiheit überhaupt noch einen Platz in der bundesrepublikanischen Gesellschaft habe. Die türkische Regierung vertritt die Auffassung, dass die Beschneidung als „heilige Angelegenheit“ keine Sache der (deutschen) Gerichte sei. Nach Ansicht eines S

29.06.2012
22:31
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von JoachimSeeger | #3

Behinderung der Religionsausübung? (2)

führt weiter aus: „Es sei nicht erwiesen, dass die Beschneidung dem Wohl des Kindes schade.“ Ich denke, dass viele Moslems und Juden in unserem Land durch einen solchen Richterspruch massiv verunsichert werden. Viele werden sich zu Recht die Frage stellen, ob sie in Deutschland ihren religiösen Pflichten überhaupt noch nachkommen können. Man muss berechtigt die Frage aufwerfen, ob sich die deutsche Rechtsprechung bereits von der Religion verabschiedet habe. Das hat früher oder später auch Auswirkungen auf christliche Traditionen. Der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, verlangte bereits eine Korrektur dieses umstrittenen Urteils, denn das Urteil „habe die religiöse Bedeutung der Beschneidung nicht hinreichend berücksichtigt.“ Der Präsident des Zentralrats der Juden sprach von einem „unerhörten und unsensiblen Akt“; der Zentralrat der Muslime nannte die richterliche Entscheidung einen „eklatanten und unzulässigen Eingriff in

29.06.2012
22:25
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von JoachimSeeger | #2

Behinderung der Religionsausübung?

von: Dr. Dr. Joachim Seeger, RE-Nord

Wo ist das Aufbegehren der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft, des Integrationsrats oder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und Gemeinden in Recklinghausen gegen das Kölner Urteil zur Strafbarkeit von Beschneidungen, das der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, Heiner Bielefeldt, im Deutschlandradio Kultur als „groben Unsinn“ bezeichnet hat? Es herrscht in Recklinghausen offentsichlich eisiges Schweigen im Walde zu dem Urteil, das die Religionsfreiheit von Juden und Muslimen eklatant gefährdet. Die Deutsche Bischofskonferenz hat das Urteil des Kölner Landgerichts bereits scharf kritisiert und nach den Worten des Aachener Bischofs Mussinghoff als „äußerst befremdlich, weil es der grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit der Eltern und ihrem Erziehungsrecht in keiner Weise gerecht wird“ zurückgewiesen. Mussingh

29.06.2012
12:58
Neuer Anlauf für Kulturzentrum
von Schraubenm | #1

Warum neu bauen liebe Freunde,

nehmt doch das Kreiswehrersatzamt. Da geht eh bald das Licht aus und währe von den Lage bestens geeignet. So einen Bauantrag in Recklinghausen zu bekommen ist bekanntlich nicht so einfach. Und Bauen kostet und dauert lange. Das Gebäude ist billig, frisch kommplett renoviert und wäre für euch genau das richtige. Und somit würde ein Lehrstand auch nicht zustande kommen. Im übrigen habt Ihr das auch nicht verdient in der jetzigen alten Bude eure Aktivitäten ausüben zu müssen. Unser Bürgermeister würde euch bestimmt tatkraftig unterstützen. Frag den doch mal. Der hat Ahnung vom bauen. Viel Glück

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