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Schützenhilfe vom Kartellamt für Fernwärmekunden

27.11.2009 | 17:33 Uhr

Königsborn. Seit Jahren kämpfen Anwohner der Berliner Allee darum, sich von den ihrer Ansicht nach viel zu teuren Konditionen für ihre Fernwärme befreien zu können.

Nun gibt's Schützenhilfe von einer Bundesbhörde. Das Bundeskartellamt hat gegen den Lieferanten der Fernwärme, die RWE-Tochter Favorit, ein Monopol-Missbrauchsverfahren eingeleitet.

Die Bonner Wettbewerbshüter haben gegen den Energielieferanten in Schwalbach im Taunus ein Verfahren ansgeschoben. Günther Rodiek, Sprecher der Königsborner Bürgerinitiative gegen die Preisgestaltung von Favorit, glaubt, dass das Verfahren Signalwirkung für die Kalkulation von Favorit in Königsborn haben könnte.

Zur Erinnerung: Die Gesellschaft Favorit betreibt an der Hubert-Biernat-Straße ein Fernheizkraftwerk. Als das Viertel um die Berliner Allee Anfang der 70er Jahre gebaut wurde, schlossen die Eigenheim- und Besitzer der Mehrfamilienhäuser einen Vertrag mit Anschluss- und Benutzungszwang für die Fernwärme ab.

Behörde schreibt

Versorger an

Nur: Seit Anfang der 90er Jahre bezieht Favorit einen Großteil der Fernwärme als Abwärme des benachbarten Blockheizkraftwerks der Unnaer Stadtwerke. „Und Favorit verkauft uns die Abwärme weitaus teurer als die Stadtwerke ihre eigene Fernwärme selbst veräußern”, schimpft Favorit-Kunde Horst Alze. Der Hausbesitzeer rechnet vor: Er beziehe die Megwattstunde Fernwärme für rund 159 Euro. Die Bewohner der Gartenvorstadt bekämen ihre von den Stadtwerken produzierte Wärme für 119 Euro die Megawattstunde.

Jetzt versuchen die Favorit-Kunden an der Berliner Allee aus dem bis 2015 laufenden Vertrag herauszukomen. Allerdings muss der Kontrakt zwei Jahre vorher, also 2013, gekündigt werden, sonst verlängert er sich um weitere fünf Jahre. Ein Ausstieg sei nur dann wirksam, wenn mindestens 70 Prozent der gelieferten Wärmekapazitäten gekündigt werden, sagt Alze.

Damit ein Missbrauch bei der Preisgestaltung festgestellt werden kann, hat das Kartellamt bundesweit Fernwärmelieferanten angeschrieben, um festzustellen, ob Favorit deutlich höhere Erlöse als andere Anbieter in vergleichbaren Gebieten erzielt. Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.

Jens Schopp

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