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Beim ABC gibt nun eine Frau den Ton an

27.01.2008 | 20:59 Uhr

Afferde. (tob) "Ich will Feuerwehrmann werden." Brände zu bändigen und Menschen zu retten, fasziniert gerade Jungen. Auch Kirsten Niggemann erlag der Faszination - sie ist Feuerwehrfrau geworden. ...

... Die 31 Jahre junge Afferderin wurde am Samstag zur Brandinspektorin befördert und ist somit Unnas erste Frau, die einen ABC-Einsatz der Wehr führen darf. Bei dem ABC-Ressort handelt es sich um den Katastrophenschutz bei atomaren, biologischen und chemischen Gefahren. Mit einer Spezialausrüstung rücken die Feuerwehrkräfte aus, um etwa Gefahrenstoffe zu identifizieren oder die Gefahr bei Gasalarmen zu bannen.

"Bisher habe ich im Kreis Unna nur kleinere Gasalarme oder Gefahrstoff-Analysen geleitet", erzählt Kirsten Niggemann, die seit 2006 stellvertretende ABC-Zugführerin war. Sie ist stolz, dass sie sich in diesem Männerberuf behauptet hat. "Es war ein großer Reiz zu zeigen, dass ich das als Frau auch kann." Dass sie dabei auf weiter Flur die einzige ihres Geschlechts ist, stört sie nicht. "Ich habe mich daran gewöhnt."

Der Berufswunsch "Feuerwehrfrau" zeichnete sich jedoch erst spät ab, denn in der Jugendfeuerwehr war Kirsten nie aktiv. Als damals 17-Jährige beginnt sie 1993 eine Ausbildung bei der Schering AG zur Chemikantin. In einer vierwöchigen Ausbildungsphase lernt sie die Werkfeuerwehr kennen und tritt dieser bei, während sie parallel im Werk arbeitet. Seit 2003 arbeitet sie hauptberuflich bei der Feuerwehr Unna, ehrenamtlich ist sie in der Löschgruppe Afferde aktiv.

Sie ist dankbar, dass ihre Eltern "voll und ganz" hinter ihr standen und ihren Berufswunsch, der sich in der "Schering-Zeit" abzeichnete, unterstützten. Sie setzte auch keine familiäre Tradition fort, weil innerhalb ihrer Familie niemand bei der Feuerwehr ist. "Privat wird man durch die 24 Stunden-Bereitschaft natürlich eingeschränkt."

Angst kennt die seit 2004 in Afferde wohnende Feuerwehrfrau nicht - im Einsatz zumindest nicht. "Dann verdränge ich die Angst komplett. Da arbeite ich ganz streng nach dem Muster, das ich gelernt habe." Hinterher wundere sie sich jedoch schon manchmal, wie gut sie funktioniert und das Schema abgespult habe. "Bei der Feuerwehr gibt es immer wieder neue Herausforderungen, und es bereitet mir Freude, Hilfe zu leisten, Menschen zu retten und die Gefahr abzuwenden." Und mit einem Strahlen fügt sie hinzu: "Es gibt nichts Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen."

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