Beamter soll Arge um 100.000 Euro geprellt haben
18.01.2010 | 04:00 Uhr 2010-01-18T04:00:00+0100Unna/Kamen. 27 Jahre jung ist der Beamte der Stadt Kamen, der die Arge im Kreis Unna um mehr als 100.000 Euro betrogen haben soll. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage. Der Tatverdächtige ist seit einem Monat auf der Flucht.
Ein Beamter soll Klienten erfunden und die ARGE im Kreis Unna um 100.000 Euro geprellt haben. Wie bereits am Samstag exklusiv berichtet, ist der Tatverdächtige seit einem Monat flüchtig.
Bekanntlich entsenden die zehn Städte und Gemeinden im Kreis Unna Beamte und Angestellte in die Arbeitsgemeinschaft aus Kommunen und Arbeitsamt (Arge), die sich mit 430 Mitarbeitern kreisweit um rund 40000 Bezieher von Sozialleistungen wie Hatz IV kümmern. Der 27-Jährige aus dem Kamener Rathaus war einer von den Arge-Mitarbeitern. Offenbar hat er sich die Kenntnis von Arbeitsabläufen und Abrechnungen zu eigen gemacht und sie kriminell genutzt. Da Schema: Er wies fiktiven Beziehern Geld an, deren Konten von ihm eröffnet und geleert wurden.
Bis in den Dezember vergangenen Jahres, als der Geldverkehr der Arge einer hauseigenen Kontrolle unterzogen wurde und der Schwindel aufflog. „Solche Kontrollen sind bei uns Routine“, so Arge-Chef Uwe Ringelsiep, der sich zum Fall des 27-Jährigen aus Ermittlungsgründen nicht öffentlich äußern wollte. Bekannt ist allerdings, dass in bestimmten Zeitintervallen die Konten der Bezieher überprüft werden. Was im übrigen auch in der Behörde bekannt ist, so dass es durchaus einer hochgradigen kriminellen Energie bedarf, Gelder in der Höhe unbemerkt umzuleiten.
Zufall oder Berechnung? – Jedenfalls fiel der Zeitpunkt der Aufdeckung dieses Schwindels Mitte Dezember 2009 zusammen mit der Abwesenheit des Verdächtigen, der auch bis heute noch nicht wieder aufgetaucht ist. Er ist spurlos verschwunden wie auch der Großteil des Geldes aus der Arge. Er hat nicht alles von den Konten abgehoben, so dass man wohl davon ausgeht, dass der finanzielle Schaden in diesem Fall wohl unter 100000 Euro bleiben wird, was aber nicht zuletzt auch den internen Kontrollen zu verdanken ist, die das Verbrechen relativ zügig aufgedeckt haben.
Seit diesem Zeitpunkt sind auch die Konten gesperrt und haben sich die Ermittler auf die Spur des untreuen Beamten gesetzt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, selbst die Pressestelle der Kreispolizeibehörde war bis vergangenen Freitag nicht informiert. Bislang aber ohne sichtbaren Erfolg, weshalb die Staatsanwaltschaft Dortmund auch plant, in dieser Woche die Öffentlichkeit umfassend zu informieren.
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