Schwerter ruft zur ersten Iglu-Olympiade auf
12.01.2010 | 20:36 Uhr 2010-01-12T20:36:00+0100
Schwerte. Westhofen statt Washington: Das "Weiße" Haus steht ab sofort auf dem Ebberg in dem Stadtteil von Schwerte. Dort hat Volker Heimel ganz oben ein Iglu gebaut. Damit nicht genug: Heimel ruft zur ersten Iglu-Olympiade der Welt auf.
Vier Tage hat er am Iglu gearbeitet, jetzt räkelt sich Volker Heimel in der Schneekammer und lässt draußen eine Fahne mit fünf Olympischen Ringen flattern. Und der Leiter der Ökostation im Schwerter Ortsteil Westhofen hat Globales im Sinn: die erste Iglu-Olympiade der Welt. Mitmachen sollen alle Menschen der nördlichen Hemisphäre.
Heimels Wunsch: Wo Schnee liegt, sollen Iglus stehen. Die Teilnehmer der Olympiade sollen sich Fotos ihrer Bauwerke per E-Mail schicken, Tricks zur Statik und Tipps zur Wärmeisolierung austauschen und über den Einfallsreichtum andere Olympioniken staunen, staunen, staunen.
„Schneeballschlacht ist ein militärischer Akt”
„Iglu-Bau ist eine der schönsten Arten, Schnee zu nutzen”, sagt Heimel. Schneeballschlachten lehne er ab, sie seien „ein militärischer Akt”. Schlittenfahren halte er für gefährlich wegen möglicher Verletzungen. „Das Iglu aber zeigt, dass Schnee ein hervorragendes Baumaterial abgibt”, so Heimel. Auch sei der Bau eines Iglus eine sozialere Beschäftigung als zum Beispiel Skifahren: „Ohne Zusammenarbeit kommt man nicht weit, und wenn der Bau erst fertig ist, kuschelt man sich bei einer Kakaoparty darin zusammen und hat es schön warm.”
Als Leiter der Ökostation hat Heimel auch die Tierwelt im Blick, wenn auch nicht gerade die heimische: „Eisbären ziehen sich gerade zu dieser Jahrezeit in Schneehöhlen zurück, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Deshalb ist die Konstruktion eines Iglus auch ein bisschen angewandte Polarforschung”, sagt Heimel.
Wie die Iglu-Olympiade aus Westhofen in der halben Welt bekannt werden soll, weiß Heimel noch nicht genau: „Ich habe Freunde in Weißrussland zur Teilnahme aufgerufen, die kennen wiederum Leute in Japan, die mitmachen könnten.” Heimel selbst pflegt noch Kontakte zu amerikanischen Ureinwohnern im US-Bundesstaat South Dakota. Von diesen Punkten soll sich die olympische Idee verbreiten.
In den eigenen vier Schneewänden
Man muss kein Inuit sein, um ein Iglu zu bauen. Heimel kennt verschiedene Bauformen, darunter die Maulwurftechnik, bei der die Baumeister zunächst einen Schneeberg anhäufen, um dann Kammern hineinzugraben. Wer sein Haus mit Quadern aufschichten möchte, stampft Schnee in einer Wäschewanne fest und formt damit Bauziegel. Die ursprüngliche Iglu-Technik der Inuit lässt sich jedoch in unseren Breiten nicht realisieren: „Dafür müsste man mächtige Eisblöcke aus dem Boden sägen und sie aufeinander stapeln”, erzählt Volker Heimel.
Auf dem Ebberg wartet der Leiter der Ökostation nun auf Bilder von und Geschichten aus den schönsten Iglus der Welt: Interessenten schreiben an Volker.Heimel@gmx.de.
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